Radsport Jan Ullrich wird Direktor in Dubai

Jan Ullrich (Foto)
Vom mutmaßlichen Doper in die Direktion: Ex-Radstar Jan Ullrich. Bild: dapd

Vom mutmaßlichen Doper ins Direktorium: Ex-Radprofi Jan Ullrich wird Gesellschafter eines Technologie-Unternehmens für simuliertes Höhentraining aus Dubai. Ein Schlusstrich unter das unrühmliche Ende von Ullrichs aktiver Karriere wird Ende November erwartet.

Jahrelang versteckte er sich in der Isolation, nun befindet sich Jan Ullrich auf dem Weg zurück in ein normales Leben. Seit einem Dreivierteljahr sitzt der wegen Dopingvorwürfen abgestürzte Radstar wieder im Sattel. Doch der aktive Radsport ist für Ullrich nur noch Hobby.

Wie der Wahl-Schweizer auf seiner Homepage mitteilte, ist der 37-Jährige ins Direktorium eines Technologie-Unternehmens gerückt, das Trainingsmethodik und Patente rund um künstliches Höhenklima anbietet. Bereits zu aktiven Zeiten hatte der Ex-Radprofi, der im Vorjahr eine Burn-Out-Erkrankung überstanden hat, Erfahrungen in einer Höhenkammer gesammelt. In einem speziellen Trainingsraum in seinem Haus in Scherzingen/Schweiz hatte er Hochgebirgsbedingungen simuliert.

Erstaunliche Erklärungen
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Zudem engagiert sich «Ulle» auf seiner neu gestalteten Homepage für Amnesty International. In einem Video spricht er sich zusammen mit Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, Filmregisseur Michael Verhoeven und Liedermacher Konstantin Wecker gegen die Todesstrafe aus. An diesem Sonntag nimmt Ullrich in Miami/USA an einem Charity-Rennen teil.

Cas verhandelt Causa Ullrich

Ein endgültiger Schlussstrich unter das unrühmliche Ende von Ullrichs aktiver Karriere steht derweil noch aus. Am 30. November soll vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas eine Entscheidung fallen, ob der Schweizer Radsport-Verband als Ullrichs ehemaliger Lizenzgeber erneut Ermittlungen gegen den gebürtigen Rostocker aufnehmen muss. Swiss Cycling hatte Untersuchungen rund um die Doping-Affäre Fuentes im Februar 2010 unter dem Hinweis «nicht zuständig» eingestellt. Dagegen hatte der Weltverband UCI vor dem Cas Einspruch eingelegt. Der Termin für den Schiedsspruch vor der letzten sportjuristischen Instanz wurde bereits mehrfach vertagt.

Wenn der Schweizer Verband dazu verurteilt werden sollte, weiter zu ermitteln, dürfte sich der Fall weiter hinziehen. Im Nachbarland war in der Causa Ullrich 2007 mit den Ermittlungen begonnen worden. «Wir hatten zuletzt weder Kontakt zum Cas noch zu unserem Anwalt. Wir fragen da nicht nach. Der Ausgang des Verfahrens ist in jede Richtung offen», sagte Ullrichs Sprecher Falk Nier. Ullrich hat Doping stets bestritten. Von der Staatsanwaltschaft Bonn zusammengetragene Indizien legten 2007 aber Manipulationen sehr nahe.

kru/jag/news.de/dpa

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  • tsss
  • Kommentar 1
  • 15.11.2011 17:43
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