Motorsport Bradls auf Geldsuche: Müssen Budgetloch füllen

Noch kein Vertrag, noch nicht genug Geld, aber jede Menge Zuversicht: Motorrad-Weltmeister Stefan Bradl und sein Vater Helmut müssen noch um den zum Greifen nahen Aufstieg in die Königsklasse MotoGP kämpfen.

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Bradls auf Geldsuche: Müssen Budgetloch füllen Bild: dpa

Leipzig (dpa) - Noch kein Vertrag, noch nicht genug Geld, aber jede Menge Zuversicht: Motorrad-Weltmeister Stefan Bradl und sein Vater Helmut müssen noch um den zum Greifen nahen Aufstieg in die Königsklasse MotoGP kämpfen.

Nach bisher nur mündlichen Absprachen mit dem Rennstall des früheren Grand-Prix-Piloten Lucio Cecchinello wartet das Duo auf die schriftliche Version des verabredeten Einjahresvertrages und begibt sich auf Sponsorensuche. «Es ist noch ein Budgetloch vorhanden, das man noch füllen muss. Es ist nicht ganz klein, aber vielleicht auch machbar. Wir gehen ins Risiko» sagte Helmut Bradl in einem Interview dem Spartensender Sport1.

Die Testfahrten zu Wochenbeginn im spanischen Valencia haben Moto2-Weltmeister Stefan Bradl zuversichtlich gestimmt, auch in der höchsten Klasse konkurrenzfähig sein zu können. Beim Rennstall LCR Honda MotoGP würde der 21-Jährige wie schon als Moto2-Titelträger die Nachfolge des Spaniers Toni Elias antreten, der in der abgelaufenen Saison ohne Podiumsplatz nur 15. des WM-Klassements wurde.

Allerdings müssen die Bradls noch ein bisschen bangen. Denn was mündliche Absprachen wert sind, demonstrierte der Zahlinger just selbst mit seinem angekündigten Wechsel. Er hatte bereits seinem jetzigen Team Kiefer Viessmann Racing für die kommende Saison mündlich sein weiteres Engagement zugesagt. «Wir haben mit Honda eine Vereinbarung gemacht, dass die Kiefers nicht zu schaden kommen», kündigte Bradl junior eine Entschädigung für die Teambesitzer Stefan und Jochen Kiefer an und bekannte, «ich weiß natürlich, dass ich denen mündlich zugesagt habe. Mir tut das auch leid.»

Schon im Sommer hatte Bradl gemeinsam mit seinem Weltmeister-Team den Aufstieg in die MotoGP geplant. Das Projekt aber blieb mangels Geld stecken. «Es hatte Mitte der Saison ja leider schon nicht geklappt. Und jetzt kam aus dem Nichts wieder die Chance und die habe ich jetzt nutzen müssen», begründete der Pilot seine Entscheidung. Eine MotoGP-Saison wird von Experten mit einem Budget von rund fünf Millionen Euro veranschlagt.

Nun will Vater Bradl den Erfolg seines Sohnes nutzen, um zumindest anteilig das Geld für den Aufstieg einzusammeln. «Ich gehe davon aus, dass man es hinkriegt. Denn wenn man in Deutschland einen Weltmeister hat nach 18 Jahren, dann gehe ich davon aus, dass wir dieses Loch irgendwann auffüllen können, damit wir in Zukunft auch einen haben, der in der allerhöchsten Klasse fährt mit absolutem Top-Material», erklärte der einstige Motorrad-Vize-Weltmeister.

Die Gedanken an die Zukunft haben im Bradl-Lager der Freude über den Titel und die Begeisterung beim Empfang am Donnerstag in der Heimatgemeinde Obergriesbach aber keinen Abbruch getan. «Ich hatte eine einmalige Party in meinem Dorf. Fantastisches Gefühl, sie alle wollten mit mir feiern», twitterte der 21-jährige Bradl am späten Abend. Nach seinem Titelgewinn in der Moto2-Klasse am Wochenende in Valencia, anschließenden Trainingsfahrten in der MotoGP und Weltmeister-Feiern verabschiedete sich Bradl erschöpft. «Jetzt bin ich wirklich müde! Gute Nacht», ließ er seine Fans wissen.

news.de/dpa

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