Krawalle in Dortmund Randale-Mafia Dynamo

Krawalle beim DFB-Pokalspiel in Dortmund (Foto)
Die hässliche Fratze von Dynamo Dresden: In Dortmund gab es heftige Ausschreitungen gegen Polizei und Ordner. Bild: dpa

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur , Dortmund
Krawall und Remmidemmi: Beim DFB-Pokalspiel in Dortmund präsentierten sich einige hundert Dresdner Fans einem Millionenpublikum von ihrer schlechtesten Seite. Die Chaoten torpedieren den mühsam eingeleiteten Imagewandel des Zweitliga-Aufsteigers.

Ralf Looses Einschätzung zum Auftreten von Dynamo Dresden in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals bei Borussia Dortmund passte haargenau - jedoch nur für den Teil des Abends, der sich auf dem Rasen abspielte. Nach der sportlich unspektakulären 0:2-Niederlage seiner Mannschaft sagte der Dresdner Trainer: «Wir sind friedlich und brav ausgeschieden.» Von den Fans aus Sachsen kann man das leider nicht behaupten.

Während Loose und Kollege Jürgen Klopp ihre Spieleinschätzungen zu Protokoll gaben, loderten vor dem Dresdner Fanblock noch immer angezündete Schals und Papierreste. Dresdens Spiel brachte den Deutschen Meister nicht in Gefahr. Auf den Rängen hingegen verbreitete die teils gewaltbereite Anhängerschaft Angst und Schrecken.

DFB-Pokal
Krawalle in Frankfurt und Dortmund

Vor, während und nach der Partie hatten einige hundert Dresdner Fans einmal mehr ihr negatives Image bestätigt und sich gewälttätige Duelle mit Polizeikräften und Ordnern geliefert. Durch die Krawalle hatte die Partie bereits 15 Minuten später als geplant begonnen. Nach einer ersten Unterbrechung in der ersten Hälfte musste Schiedsrichter Peter Gagelmann die Uhr in den zweiten 45 Minuten nochmals für einige Minuten anhalten (79.). Böller und Pyrotechnik flogen aus dem Block, Ordner und Polizisten wurden zur Zielscheibe der Wut einiger gewalttätiger Chaoten, die dem Verein wieder einmal einen Bärendienst erwiesen.

Nach Spielende stürmten sogar einige Randalierer aus dem Dynamo-Fanblock in andere Teile des Stadions. Die Polizei musste Schlagstöcke und Tränengas einsetzen, um den Gewaltausbruch einzudämmen. 15 Festnahmen und mehrere Verletzte sind die traurige Bilanz des Abends. «Ordner und Polizei sind massiv angegriffen worden», sagte Dortmunds Polizeidirektor Peter Andres kurz vor Mitternacht. «Auch in der Stadt gibt es noch Auseinandersetzungen. Diese Brandherde müssen wir jetzt auch noch löschen.»

Dynamo muss schwere Strafe fürchten

Wiederholungstäter SG Dynamo Dresden steht bereits unter besonderer Beobachtung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Nun sind erneut hohe Strafen zu erwarten. «Da wird jetzt diesbezüglich sicher wieder einiges in Bewegung kommen», sagte Dresdens Sportdirektor Steffen Menze im Gespräch mit news.de: «Das ist extrem unangenehm und wirft uns zurück.»

Vor allem in der Außendarstellung. Denn Dynamo Dresden war im Schlepptau der sportlichen Durststrecke nach der Wende auch in einen Strudel von Gewalt und Extremismus geraten. Nach dem mühsamen Aufstieg in die 2. Bundesliga war der Verein gerade dabei, das hierzulande weit verbreitete negative Bild in der Öffentlichkeit etwas zu relativieren. Mühsam wird nach jahrelangem Wegschauen seit einigen Jahren versucht, Rechtsextremem und gewaltbereiten Störern entgegenzutreten. Denn selbstverständlich ist die Dresdner Anhängerschaft weit mehr als Krawall und Remmidemmi. Zu Auswärtsspielen wie Anfang Oktober gegen den TSV 1860 München oder eben aktuell Borussia Dortmund begleiten die Mannschaft weit mehr als 10.000 Zuschauer. Im Osten der Republik ist der einstige Erfolgsklub Dynamo der mit Abstand beliebteste Verein.

Pünktlich zum Saisonhöhepunkt prägen doch wieder einige hundert Chaoten die Außendarstellung. So wird der Verein weiter wie ein schwer erziehbares Kind wahrgenommen, das sich durch diverse Therapien zwar bisweilen ganz gut im Griff hat, aber willkürlich zu gewalttätigen Anfällen neigt. «Die Fans haben sich in der 2. Liga bislang vorbildlich verhalten, hier sind sie über das Maß hinausgeschossen», sagte Trainer Loose. «Wir haben schon erhebliche Verbesserungen erzielt, aber wir sind mit den Fans noch nicht da, wo wir hinwollen.»

Klopp: «Schwachköpfe, die einen auf Dicken machen»

Die Gastgeber aus Dortmund fanden deutlichere Worte in Richtung der unerzogenen Gäste. «Sowas hat im Profifußball nichts zu suchen. Ich hoffe, dass das entsprechend geahndet wird. Tut mir leid, aber für so etwas habe ich überhaupt kein Verständnis», sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Und Dortmunds Coach Klopp ergänzte: «Ich liebe emotionale Stimmung im Stadion. Aber in dem Moment, wo es gefährlich wird, wo Fans und Polizisten verletzt werden können, hört der Spaß auf.» Klopp warnte jedoch ausdrücklich davor, pauschalisierend gegen die Dresdner Anhänger oder gegen die Ultrabewegung zu urteilen: «Es sind ein paar gewaltbereite Schwachköpfe, die einen auf Dicken machen.»

SGD-Sportdirektor Menze fragte sich, ob es tatsächlich die Stammfans aus Dresden seien, die auswärts verrückt spielten. Denn im heimischen Stadion hat es seit Jahren keine schweren Randale mehr gegeben. Wenn die Fans sich vom Schiedsrichter benachteiligt fühlen, beschwört der schwarz-gelbe Anhang aus Sachsen oft die «Fußball-Mafia DFB». Als Pendant dazu existiert auf den Rängen eine Randale-Mafia SGD, die dem Klub und allen, die auf seinen Aufschwung hoffen, systematisch schädigen.

Alle Statistiken zur 2. Hauptrunde im DFB-Pokal im Überblick im news.de-Liveticker

phs/news.de

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • schrem
  • Kommentar 3
  • 28.10.2011 00:24

Ich empfehle den Radakteur auch mal diesen Artikel: Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale? http://publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/

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  • hans
  • Kommentar 2
  • 26.10.2011 13:25

Mal wieder Nachrichten..."news"..aus dem Osten von Deutschland...

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  • hansilein
  • Kommentar 1
  • 26.10.2011 13:24

Wer, wie hier, immer noch von "FANS" schreibt, hat den Schuß nicht gehört, und ist so blöd, mich als fan zu beleidigen. Das sind keine fans, sondern Krawallinskis übelster Sorte, bestimmt keine Fußball-fans. Ist denn ordentlicher Journalismus denn so schwer ?

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