Moto-GP Simoncelli stirbt nach Horrorsturz

Der italienische Motorrad-Rennfahrer Marco Simoncelli ist tot. Der 24-Jährige erlag noch an der Rennstrecke seinen schweren Verletzungen. Er war in Runde eins gestürzt und von Colin Edwards und Valentino Rossi überrolt worden.

Simoncelli (Foto)
Erlag seinen schweren Verletzungen: Der MotoGP-Fahrer Marco Simoncelli. Bild: dpa

Rennfahrer Marco Simoncelli war beim Hitzerennen in Sepang in Runde zwei ausgerutscht und von Colin Edwards (USA) und Valentino Rossi (Italien) überrollt worden (Hier finden Sie das Video zum tragischen Unfall). Trotz sofortiger Notversorgung kam für den 24-Jährigen jede Hilfe zu spät. Er starb an schweren Brust-, Kopf- und Nackenverletzungen. 

«Er war bereits bewusstlos, als die Ärzte eintrafen. Wir haben vergeblich versucht, ihn wiederzubeleben. Um 16:56 Uhr mussten wir ihn für tot erklären», sagte Moto-GP-Rennarzt Michele Macchiagodena. «Auf seinem Nacken war ein Reifenabdruck zu sehen», zitiert bild.de einen anderen Rennarzt. Erst eine Woche zuvor hatte der tödliche Crash von IndyCar-Pilot Dan Wheldon (Video) den Motorsport erschüttert.

Tragische Todesfälle: Abstürze, Herzinfarkte und Abflüge

Schweigeminute im italienischen Sport

Nach Bekanntwerden von Simoncellis Tod wurde das zunächst abgebrochene Rennen der Motorrad-Königklasse abgesagt und ersatzlos aus dem Rennkalender von 2011 gestrichen. Simoncellis Unfall ließ in den Boxen von Stefan Bradl und Sandro Cortese jeglichen Jubel erfrieren. Beide Piloten hatten in ihren Rennen zuvor zweite Plätze errungen. Bradl war danach nicht mehr nach Frohsinn zumute. «Das interessiert mich jetzt nicht mehr. Das ist alles traurig, ich weiß nicht, was ich sagen soll», rang der Zahlinger nach Worten.

«Ich fühle mich wirklich schlecht. Auf der Strecke sind wir alle Brüder», meinte der ehemalige Weltmeister Nicky Hayden (USA). Der verletzte Spanier Jorge Lorenzo stammelte: «An einem Tag wie diesem weiß ich nicht, was ich sagen soll. Ruhe in Frieden, Marco.» Das Intact-Racing-Team von Cortese reagierte mit einer Pressemitteilung auf die Todesnachricht: «An diesem traurigen Tag haben der Motorradsport und die MotoGP-Welt eine einmalige Persönlichkeit und einen großartigen Rennfahrer verloren», hieß es darin. Bei allen Veranstaltungen im italienischen Sport wurde am Sonntag eine Schweigeminute eingelegt.

Tragischer Tod: Simoncellis Horrorsturz in Malaysia
Video: youtube

Freundin musste tödlichen Unfall mitansehen

Nach dem Unfall herrschte Stille auf dem gut besuchten Sepang-Circuit. Die Piloten verkrochen sich in ihren Boxen, warteten geschockt, ungeduldig und voller Sorgen auf Informationen über Simoncellis Zustand. In seiner Box weinte Simoncellis Freundin hemmungslos, ehe sie sich mit den Teammitgliedern vor dem Medical Center versammelte. Dort konnten die Ärzte ihr nur noch die Todesnachricht überbringen.

Simoncellis Freundin Kate musste die schrecklichen Bilder vor dem Monitor in der Box des Teams mitansehen. Entsetzt schlug sie die Hände vors Gesicht und weinte hemmungslos. Nach dem Unfall herrschte Stille auf dem gut besuchten Sepang-Circuit. Die Piloten verkrochen sich in ihren Boxen, warteten geschockt, ungeduldig und voller Sorgen auf die neuesten Informationen über Simoncellis Zustand. Das zunächst abgebrochene Rennen wurde abgesagt und ersatzlos aus dem Rennkalender 2011 gestrichen.

Italiener galt als Paradiesvogel und kommender Superstar

Simoncelli galt als Paradiesvogel der Szene. Sein Lockenkopf war das Markenzeichen des in Cattolica geborenen Rennfahrers, der bereits mit sieben Jahren erste Erfahrungen auf einem Pocket Bike sammelte. «Supersic», wie der 1,83 Meter große Pilot gerufen wurde, kannte auf dem Motorrad weder Freunde noch Feinde. Seine aggressive Fahrweise grenzte oftmals an übertriebene Risikofreude und löste bei manchen Rivalen Ärger aus.

Simoncelli war 2010 in die MotoGP-Kategorie aufgestiegen, nachdem er 2008 Weltmeister in der damaligen 250-Kubikzentimeter-Klasse geworden war. Simoncelli hatte in seiner noch jungen Grand-Prix-Karriere 14 Siege errungen. Er galt als einer der künftigen Superstars der Moto-GP-Szene. Er wurde als ein möglicher Thronfolger von Superstar Rossi gehandelt.

Indy-500-Serie: Dan Wheldon nach Massencrash tot
Video: youtube

Zuletzt war der Japaner Shoya Tomizawa vor etwas mehr als einem Jahr in der Moto2-Klasse tödlich verunglückt. Für den Motorsport war es eine schwarze Woche: Erst vor sieben Tagen war Indy-Champion Dan Wheldon beim Saisonfinale der IndyCar-Serie in Las Vegas ums Leben gekommen.

kra/phs/rzf/news.de/dpa/dapd

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