Bundesliga Podolski-Gala gegen Hannover

Hannover 96 (Foto)
Genialer linker Fuß: Da jubelt Lukas Podolski zurecht. Bild: dapd

Mit einem Doppelpack hat Lukas Podolski den Höhenflug von Hannover 96 gestoppt und Revanche für die 0:4-Pleite der vergangenen Saison geübt. Die Niedersachsen verpassten durch die Niederlage den Sprung auf Platz zwei.

Die Lukas-Podolski-Festspiele gehen weiter: Vor 46.000 Zuschauern im Rhein-Energie-Stadion war Podolski (24./86.) mit seinen Saisontreffern fünf und sechs (24./86.) einmal mehr Mann des Spiels. Die Kölner setzten sich nach dem vierten Saisonsieg als Zehnter im Mittelfeld der Fußball-Bundesliga fest. «Ich habe einfach Spaß am Fußball und mache mir nicht mehr so viele Gedanken wie in meinem ersten Jahr», sagte »Poldi», an sieben der vergangenen acht Kölner Treffern beteiligt, «wir haben uns als Mannschaft gefunden. Der Trainer ist sehr gut. Wir verstehen seine Spielweise.»

Der zwischenzeitliche Ausgleich der 96er durch Sergio Pinto (71.) wurde nach der Partie zum großen Ärgernis. Wegen vermeintlicher Abseitsstellung hatte Schiedsrichter Jochen Drees das Tor zurückgepfiffen. «Wir habe ein klares Tor aberkannt bekommen», sagte 96-Coach Mirko Slomka, der sein Team nach der Fehlentscheidung beruhigen musste. Pinto wetterte: «Dafür gibt's kein Verständnis.» Sogar FC-Keeper Michael Rensing gab hinterher zu: «Das war ein regulärer Treffer. Da haben wir Glück gehabt.»

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Podolski spielt den Sturmsolisten

Wiedergutmachung war das Motto der Partie. Die Kölner wollten ihre katastrophale Leistung beim 0:3 in Berlin vergessen machen, die 96er Revanche nehmen für das 0:4 in Köln in der vergangenen Saison - und das ohne ihren verletzten Angreifer Jan Schlaudraff (Entzündung der Kniekopfscheibe). Dafür begann bei den Gästen erstmals in dieser Saison das Sturmduo Mohammed Abdellaoue und Didier Ya Konan. Köln musste auf Milivoje Novakovic verzichten, der sich bei der slowenischen Nationalmannschaft eine Adduktorenzerrung zugezogen hatte. Podolski spielte den Sturmsolisten.

Prickelnde Offensivszenen aus dem Spiel heraus blieben zunächst die Ausnahme. Beide Teams neutralisierten sich im Mittelfeld, die Kölner wirkten dabei frischer im Kopf und arbeiteten als Kollektiv sehr effektiv gegen den Ball. Gleich bei der ersten gefährlichen Aktion klingelte es. Nach einem Foul an Chihi zirkelte Podolski den fälligen Freistoß aus 25 Metern unhaltbar zur Führung ins Netz.

Pinto setzt Akzente

Der lauf- und zweikampfstarke FC ließ lange wenig zu, das vermeintliche Nervenberuhigungstor diente allerdings eher als Muntermacher für die Niedersachsen. In der 31. Minute rutschte Abdellaoue nach einer scharfen Hereingabe knapp am Ausgleich vorbei, 120 Sekunden später verhinderte der starke Rensing nach einem Kopfball von Christian Schulz mit einer Glanztat das 1:1. Mehr Sehenswürdigkeiten hatten die ersten 45 Minuten nicht zu bieten, dafür wurden die Kölner Personalprobleme in der Defensive schlimmer. Neben dem Dauerverletzten Geromel und Kevin McKenna fiel zur Pause auch noch Miso Brecko aus. Für ihn kam zum zweiten Durchgang Andrézinho - 13 Minuten später war aber auch für ihn Schluss.

96 kam mit wesentlich mehr Dringlichkeit aus der Kabine. Pinto setzte an seinem 31. Geburtstag mit einem Lattenknaller (49.) aus knapp 30 Metern den ersten Akzent. Slomka trieb sein Team mit wilden Gesten immer wieder nach vorn, forderte mehr Risikobereitschaft, und auf einmal war Leben in der Partie. Intensität und Hektik nahmen zu, die Kölner konnten im eigenen Stadion kontern. Bei einem dieser Tempogegenstöße köpfte Chihi den Ball im Fünfmeterraum aus vielversprechender Position nur an die Latte (63.), Podolski (67.) hämmerte die Kugel knapp vorbei. Hannover blieb dran, das inzwischen verdiente 1:1 durch Pinto wurde allerdings nicht anerkannt. Der erneut starke Podolski machte mit einem Sensationstor aus halblinks dann alles klar.

hem/cvd/news.de/dpa

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