Christian Tiffert «Wir sind als Profis fast gläsern»

Christian Tiffert (Foto)
Christian Tiffert gibt seit dieser Saison als Kapitän bei den «Roten Teufeln» den Ton an. Bild: imago

Von news.de-Redakteur Philip Seiler
Er war der beste Vorbereiter der Vorsaison. Doch aktuell läuft es für Christian Tiffert und Kaiserslautern nicht rund. Mit news.de spricht der Kapitän über den Umbruch am Betzenberg, Ex-Trainer Ralf Rangnick und Leistungsdruck im Fußball.
 

Christian, Sie müssen beim 1. FC Kaiserslautern momentan wieder auf der Außenposition ran, weil Ihre Kollegen Thanos Petsos und Oliver Kirch nun im zentralen Mittelfeld spielen. Und das, obwohl Sie in der Zentrale der beste Vorbereiter der vergangenen Bundesliga-Saison waren!

Christian Tiffert: In der Zentrale fühle ich mich am wohlsten. Dort kommt mir auch meine Erfahrung zu Gute. Aber im Moment spiele ich eben wieder außen.

Dabei haben Sie einmal gesagt, dass Sie dafür eigentlich zu langsam sind.

Tiffert: Aus mir wird man mit 29 sicher keinen Sprinter mehr machen. Aber ich bin auch keine langsame Schnecke. Ich habe eine gewisse Grundschnelligkeit, kann mich aber mit manch anderen Flügelspielern nicht vergleichen.

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Sie haben Ihre Karriere als Stürmer begonnen. Wie kam es eigentlich, dass Sie später zum Mittelfeldspieler wurden?

Tiffert: Damals war ich auch noch recht kräftig (lacht). Ich habe aber während meiner Karriere wie viele Spieler einfach eine gewisse Entwicklung durchlaufen.

Neben Ihnen waren Srdjan Lakic und Ivo Ilicevic in der vergangenen Saison die auffälligsten Spieler in Kaiserslautern. Beide haben den Klub verlassen. Warum sind Sie Kaiserslautern treu geblieben?

Tiffert: Das ist ganz einfach: Weil ich einen Vertrag habe. Ich habe aber auch in keinster Weise mit dem Gedanken gespielt, den Klub zu wechseln. Ich fühle mich sehr wohl und mache das nicht von Ergebnissen abhängig. Es sind zwar viele Leistungsträger gegangen und darüber haben wir im Verein auch gesprochen. Mir und allen im Verein war von vornherein klar, dass das eine sehr schwere Saison wird.

Ich frage auch deswegen, weil man das Gefühl hat, dass Sie sich mit dem Verein identifizieren und in Kaiserslautern gut ankommen.

Tiffert: (lacht) Ich wage mal zu behaupten, dass mich die Leute hier mögen. Das ist auch sehr wichtig bei so einem speziellen Verein wie Kaiserslautern und spricht für sich. Ich fühle mich hier privat sehr wohl und habe mit meiner Familie einen sehr guten Ausgleich.

Sie wurden vor dieser Saison zum Kapitän ernannt. Wie behagt Ihnen diese Rolle nach den ersten sieben Spielen?

Tiffert: Ganz gut. Ich mache das sicherlich auf meine Art und Weise. Der Druck ist für mich als Person sowieso schon immer groß genug - ob ich nun Kapitän bin oder nicht. Es ist für mich einfach nur eine Ehre. Was das Spielerische anbelangt, ist es natürlich einfacher, wenn man wie bei Bayern München zehn Nationalspieler um sich herum hat. Wir haben keine Weltstars, aber unsere Qualitäten liegen dafür in einem anderen Bereich.

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Welche Qualitäten sind das?

Tiffert: Bei uns funktioniert alles nur über das Team und eine sichere Defensive. Dann können wir versuchen, unsere Nadelstiche nach vorne zu setzen, was in der vergangenen Saison oft gut funktioniert hat. Jeder einzelne Spieler muss aber an jedem Spieltag an die 100 Prozent gehen, sonst wird es sehr schwer.

Nach sieben Spielen stehen bislang nur fünf Punkte auf dem Konto. Warum läuft es bislang noch nicht rund?

Tiffert: Wir lassen uns von dem sensationellen siebten Platz der vergangenen Saison nicht täuschen. Denn man darf nicht vergessen, dass wir den Klassenerhalt erst am vorletzten Spieltag geschafft haben und der FCK die vier Jahre davor in der Zweiten Liga gespielt hat. Jetzt sind wir in einer Phase, in der es nicht gut läuft. Es ist aber nicht so, dass wir von den Gegnern abgeschlachtet werden. Das würde mich nachdenklich machen.

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Mit fünf Toren erzielte Ihr Klub bislang die wenigsten Treffer der Liga. Warum hapert es vor allem im Spiel nach vorne?

Tiffert: Wir haben die komplette Offensive der Vorsaison zu ersetzen und brauchen darum länger, um uns als Mannschaft zu finden. Es hilft aber nicht, zu verzweifeln und zu lamentieren. Wir arbeiten daran, es besser zu machen.

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