Von news.de-Redakteur Philip Seiler
Im Mai wäre Borussia Mönchengladbach fast abgestiegen, jetzt ist der Klub Tabellendritter. Der Brasilianer Dante ist Abwehrchef und Stimmungsmacher zugleich. Mit news.de spricht er über den Traum von Europa und der Seleção sowie Samba im Teambus.
Sie haben sich nach dem Klassenerhalt im Mai nach einer Wette die Haare rasieren lassen. Gibt es in dieser Saison eine neue Haarwette?
Dante: (lacht) Nein, da muss ich Sie leider enttäuschen. Die Haare bleiben diesmal dran.
Warum?
Dante: Meine Frau war damals sauer. Darum habe ich sie wieder wachsen lassen. Und darüber bin ich auch selbst froh.
Spätestens wenn Gladbach das internationale Geschäft erreichen sollte, müssen Sie sich aber wieder irgendeine verrückte Aktion einfallen lassen, oder?
Dante: Warum immer ich? (lacht) Wir sind auf einem guten Weg, aber es ist noch zu früh, um über das internationale Geschäft zu sprechen. Wir haben in der vergangenen Saison den Klassenerhalt in letzter Sekunde geschafft. Das ist uns allen noch sehr bewusst und wir wissen, wie schnell es nach unten gehen kann.
Wie alle Spieler haben Sie von Trainer Lucien Favre offiziell die Erlaubnis dazu bekommen, über das Ziel Europapokal zu sprechen? Sie dürfen also ehrlich sein. Träumen Sie bereits vom Einzug nach Europa?
Dante: Als Fußballer träumt man immer. Wir dürfen jetzt aber nicht zu viel darüber sprechen, sondern müssen einfach so weitermachen. Doch eines ist klar: Ich arbeite jeden Tag dafür, dass wir da oben bleiben. Und so geht es auch allen anderen in der Mannschaft. Das sieht man in jedem Training. Die Jungs geben immer Vollgas, üben aber auch weiter Selbstkritik.
Könnte die Borussia in der «Königsklasse» oder Europa League mit dem aktuellen Kader überhaupt mithalten?
Dante: Hannover kann dort auch mithalten. Und wir haben eine ähnlich gute Qualität im Kader. Darum sage ich: Alles ist möglich. Aber ich weiß auch, wie schwer es ist, in der Bundesliga überhaupt die Klasse zu halten.
Die Borussia ist in der vergangenen Saison um ein Haar abgestiegen, jetzt ist sie Tabellendritter. Wie kann man diesen plötzlichen Höhenflug erklären? Das Gesicht der Mannschaft ist ja fast gleich geblieben.
Dante: Wir haben aus der vergangenen Saison viel gelernt. Zunächst haben wir eine ganz schwache Hinrunde und dann eine super Rückrunde gespielt. Da haben wir gemerkt, was wir zusammen erreichen können. In dieser Saison lief es nun von Beginn an optimal, wir standen sehr kompakt und sind plötzlich Dritter. Ich hoffe, dass das so bleibt.
Apropos kompakt: In der Vorsaison kassierte Ihr Team 65 Gegentore. Jetzt sind es vier nach acht Spielen. Nicht mal die Bayern trafen gegen Sie. Das ist auch Ihr Verdienst. Wieso ist Gladbach in dieser Saison hinten eine Bank?
Dante: Das liegt nicht nur an mir und der Abwehr. Es ist ein Verdienst der gesamten Mannschaft. Jeder arbeitet mit nach hinten, das macht es für mich als Verteidiger leichter.