Bayern München Schreit Breno um Hilfe?

Breno (Foto)
War die Brandstiftung ein Hilferuf? Oder ist alles nur ein Versehen? Fakt ist: Zurzeit sitzt Bayern-Star Breno in Untersuchungshaft. Bild: dapd

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
War er es selber oder nicht? Alle Anzeichen sprechen dafür, dass Bayern-Star Breno sein Haus selber in Brand gesteckt hat. Zurzeit sitzt er in Untersuchungshaft, sein Anwalt sagt: «Mein Mandant ist krank.» Aber was steckt dahinter?

Vor einer Woche brannte die Villa von Bayerns Profi Breno nieder, verletzt wurde er in eine Klinik gebracht. Am Sonnabend die Wende: Seitdem wird der Fußballer der Brandstiftung verdächtigt, er soll betrunken gewesen sein und das Haus selber angezündet haben.

«Mein Mandant ist krank», sagte sein Anwalt Werner Leitner in der Bild-Zeitung. Der 21-Jährige brauche dringend psychologische Hilfe. «Breno ist in einer sehr schwierigen persönlichen Situation.» Ein Eingeständnis der Schuld?

Ein Haftprüfungstermin innerhalb der kommenden zwei Wochen soll Aufschluss geben, die Spurensicherung sichtet derweil Beweise in der Garage des Spielers. Gibt es bei der Haftprüfung, die innerhalb der kommenden zwei Wochen sein soll, Anhaltspunkte, die Breno entlasten, wird er aus der Untersuchungshaft entlassen - gibt es sie nicht, bleibt er weiter im Gefängnis. Auch die Möglichkeit einer Kaution gibt es - dann wäre Breno auf freiem Fuß.

Die Motive für Brandstiftung sind verschieden

Die Kieler Rechtswissenschaftlerin Prof. Monika Frommel nannte als eine Alternative zur Haft außerdem die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik zur Untersuchung. Das ginge aber nur mit dem Einverständnis Brenos, sagte die Direktorin des Instituts für Sanktionenrecht und Kriminologie von der Universität Kiel. Für den Fall, dass er seine Villa tatsächlich angezündet habe, sei - so ihre Einschätzung aus der Ferne - eher von einer Verzweiflungstat auszugehen. «Wenn dieser Mann in einem psychisch zerrütteten, verzweifelten Zustand ist, dann hat tatsächlich Hilfe Vorrang», sagte sie.

Eine Brandstiftung als Hilferruf? Als ein Schrei nach Aufmerksamkeit? Werner Platz, Gerichtsgutachter aus Berlin, sagte in einem Interview mit der Berliner Morgenpost zu den Motiven von Brandstiftern, dass diese meist unterschiedlich und nur schwer zu vergleichen seien. Es gibt Menschen, die zündeln immer wieder - und dann gibt es die, die in einer bestimmten Situation - oft unter Alkoholeinfluss - alles vergessen, keinen Sinn mehr im Leben finden - und dann ein Gebäude in suizidaler Absicht in Brand setzen.

Der Druck ist groß - zu groß?

Bei Breno könne eine Erklärung für die Tat eine Untersuchung am Tag des Brandes gewesen sein. Der Abwehrspieler leidet seit langem unter Knieproblemen, am 20. September war es wieder besonders dick, berichtet sein Trainer Jupp Heynckes. Seit 2008 ist Breno bei den Bayern, in dieser Saison hat er noch kein einziges Mal gespielt - immer wieder ist es das Knie.

Wurde der Druck zu groß für den 21-Jährigen? In vergangener Zeit häuften sich die Meldungen von Fußballern, die den Erwartungen nicht mehr stand halten können - von sich selber enttäuscht sind. Nationaltorhüter Robert Enke, der sich 2009 das Leben nahm, Hannovers Torwart Markus Millner, der in diesem September in eine Klinik einweisen ließ, Ralf Rangnick, der sein Amt als Schalker Trainer wegen Burnout aufgeben musste. Sebastian Deisler beendete seine Karriere 2007 als Spieler wegen anhaltender Depressionen. «Jeder andere wäre auch an den Erwartungen zerbrochen», sagte er 2009 in einem Interview

Ob Bayerns Breno wirklich krank ist, ob er die Tat tatsächlich begangen hat, ob der Druck des Fußballgeschäfts auch für ihn zu groß wurde - was wirklich hinter dem Brand in der Villa steckt, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Fest steht aber: War es ein Hilferuf des Abwehrspielers, dann haben ihn nun alle gehört.

cvd/news.de/dpa

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