Straßenrad-WM Greipel holt Bronze nach Krimi-Rennen

Erst per Fotofinish fiel die Entscheidung. Andre Greipel gewann bei der Straßenrad-WM in Kopenhagen die Bronzemedaille. Weltmeister wurde Mark Cavendish. Mit insgesamt fünf Medaillen war es aus deutscher Sicht die bislang beste WM.

Andre Greipel  (Foto)
Andre Greipel (Archivfoto) setzte sich im Fotofinish gegen Fabian Cancellara durch. Bild: dapd

Schier endlose sechs Minuten musste Andre Greipel zittern, dann hatte er endlich Gewissheit: Der deutsche Sprintstar hat bei der Straßenrad-WM in Kopenhagen die Bronzemedaille gewonnen. Nach 266 Kilometer im Norden der dänischen Hauptstadt musste das Fotofinish zwischen Greipel und Fabian Cancellara entscheiden. Souveräner Weltmeister wurde der Brite Mark Cavendish, der den Australier Matthew Goss auf Rang zwei verwies.

«Das war herausragend. Ein irres Finale. Wir hatten nur noch wenige Fahrer in der Gruppe. Das war ein phänomenaler Sprint von Andre», sagte Udo Sprenger, Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR). Danilo Hondo lobte Greipels Leistung ebenfalls: «Gegen Cavendish zu verlieren, ist keine Schande. Das war ein regulärer Sprint Mann gegen Mann. Die Stärksten haben sich die Plätze vorne geteilt. Die drei gehören da auch hin.»

Radsport: Gute Gründe, die Tour zu schauen

Nach den Zeitfahren mit zwei Goldmedaillen blieb BDR nach den Straßenrennen damit die gute Bilanz von zwei weiteren Bronzemedaillen. Ina-Yoko Teutenberg hatte beim Sieg von Titelverteidigerin Giorgia Bronzini hinter der Niederländerin Marianne Vos Platz drei belegt. Im Juniorenrennen wurde Erik Zabels Sohn Rick nach einer beachtlichen Vorstellung Fünfter.

«Die beste WM, die wir je hatten»

«Mit zweimal Gold und dreimal Bronze war es die beste WM, die wir je hatten. Auch in den Nachwuchsklassen waren wir mit guten Platzierungen dabei. Es hat durchgängig gepasst», sagte Sprenger.

Während Erzrivale Cavendish auf dem 700 Meter langen und sieben Prozent steilen Kongevejen unantastbar war, fuhr Greipel einen starken Sprint. Auf der anderen Seite der Straße schoss der gebürtige Rostocker weit hinten aus dem Feld nach vorne und zu einem der größten Erfolge seiner Karriere.

Die Taktik des BDR, alles auf die Karte Greipel zu setzen, erwies sich als richtiger Weg. Zudem trotzte Greipel seiner Schwäche bei Eintagesrennen. Der 29-Jährige fuhr seine bisherigen acht Saisonsiege allesamt innerhalb größerer Rundfahrten ein. Im Februar 2010 hatte Greipel zuletzt bei einem Eintagesrennen, der Trofeo Magaluf im Rahmen der Mallorca-Challenge, triumphiert.

Grabsch und Martin nach Sturz zurückgeworfen

Die deutschen Oldies Bert Grabsch und Andreas Klier hatten das Geschehen im Hauptfeld lange kontrolliert, wollten das Rennen im Sinne Greipels so langsam wie möglich machen. Eine siebenköpfige Spitzengruppe fuhr dadurch zeitweise mehr als sieben Minuten Vorsprung heraus.

Erst als Roubaix-Sieger Johan van Summeren 100 Kilometer vor dem Ziel attackierte, war es mit der Langeweile vorbei. Der Belgier machte den anderen Nationen mit seinen vier Fluchtgefährten das Leben schwer und läutete damit eine Reihe von Attacken ein. Für Greipel wurde das Rennen zusätzlich schwer, weil der deutsche Kapitän auf den letzten 70 Kilometern auf Grabsch und Tony Martin verzichten musste, die durch einen Sturz - wie auch Titelverteidiger Thor Hushovd - zurückgeworfen wurden.

Joker Teutenberg sticht, Zabel junior im Soll

Teutenberg hatte sich im Rennen der Frauen den Titel erhofft, am Ende war der Kongevejen aber auch für sie zu steil. «Natürlich hätte ich gern gewonnen, aber ich freue mich über Bronze», sagte die Düsseldorferin. Damit hatte sie der zweitplatzierten Vos einiges voraus, die nach ihrem fünften zweiten Platz in einem WM-Rennen in Folge nicht gerade über beide Ohren strahlte.

Erst auf den zweiten Blick zufrieden war auch Rick Zabel nach seiner WM-Premiere. «Wären wir drei Sekunden früher auf die Zielgerade eingebogen, wäre noch mehr drin gewesen», meinte der 17-Jährige. Am Ende blieb ihm hinter den drei Ausreißern nur der zweite Platz im Sprint des Hauptfeldes. Weltmeister wurde der Franzose Pierre-Henri Lecuisinier.

phs/cvd/news.de/dapd

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig