Formel 1 in Singapur Vettel rast in der Nacht zur Pole Position

Keiner ist so schnell wie Sebastian Vettel. Am Ende des Qualifyings reckte er wie gewohnt den Daumen in die Höhe und zeigte der Konkurrenz die Zunge. Mit Startplatz eins stehen die Chancen für Vettel gut, schon am Sonntag erneut Weltmeister zu werden.

Sebastian Vettel (Foto)
Sebastian Vettel könnte bereits am Sonntag seinen zweiten WM-Titel eintüten. Bild: dpa
Die Rennstrecken der Formel1

Elfte Pole Position im 14. Saisonrennen: Sebastian Vettel hat in der Sauna von Singapur einen kühlen Kopf behalten und sich die perfekte Ausgangsposition für seine zweite Krönung zum König der Formel 1 verschafft. Bei 30 Grad Celsius fuhr der Red-Bull-Pilot eine Stunde vor Mitternacht auf dem taghell erleuchteten Kurs inmitten einer glitzernden Skyline souverän die schnellste Runde. Vettel kann sich am Sonntag vorzeitig den zweiten WM-Titel sichern.

«Der cleverste Fahrer gewinnt»

«Die Pole bedeutet mir sehr viel, weil ich die Strecke liebe, und ich es hier im letzten Jahr vermasselt haben. Wir haben einen kühlen Kopf behalten. Ich bin sehr glücklich», sagte Vettel: «Aber das Rennen wird nicht der schnellste, sondern der cleverste Fahrer gewinnen.»

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Er konnte es sich wegen seiner Überlegenheit sogar leisten, auf die letzte schnelle Runde zu verzichten. Nach dem Zieldurchlauf hob er den Daumen und zeigte der Konkurrenz die Zunge. Die mehr als 80.000 Zuschauer an der ausverkauften Strecke jubelten dem Deutschen begeistert zu. Seine Show war besser als die von Weltstar Shakira, die kurz vor der Qualifikation ein Konzert an der Piste gegeben hatte.

Vor Webber und Button

Vettel lag klar vor seinem australischen Teamkollegen Mark Webber und dem Briten Jenson Button im McLaren. Geht das Rennen am Sonntag so aus, würde das ausgerechnet wegen seines Teamkollegen Webber noch nicht zum Titel reichen. Damit Sonntagnacht die Weltmeister-Party steigen kann, dürfte Ferrari-Pilot Fernando Alonso (Spanien) bei einem Vettel-Sieg höchstens Vierter werden, Webber und Button bestenfalls auf Rang drei landen. Alonso kam übrigens nicht über Platz fünf im Qualifying hinaus.

Nico Rosberg belegte im Mercedes Platz sieben vor seinem Teamkollegen Michael Schumacher und Adrian Sutil im Force India. «Unser Team hat gut gearbeitet und heute wie zuletzt in Spa und Monza das für uns derzeit bestmögliche Resultat erzielt. Vielleicht geht im Rennen noch mehr», sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Unfall von Kobayashi überschattet Qualifikation

Überschattet wurde die Qualifikation von einem Unfall des Japaners Kamui Kobayashi, der nach einem Flug über die Randsteine in die Streckenmauer krachte. Der zweite Teil der Qualifikation musste unterbrochen werden. Der Sauber war schwer beschädigt, der Pilot blieb unverletzt.

Aber auch dieser Zwischenfall konnte Vettel nicht stoppen. Laut einer Umfrage sind 75 Prozent überzeugt, dass Vettel bereits in Singapur Weltmeister wird. Wer darauf wettet, erhält nur 2,70 Euro für einen Euro Einsatz. Seine Eltern sind extra nach Singapur angereist, die Weltmeister-Mützen sollen schon längst für eine mögliche Fete produziert sein. Aber Vettel wiegelt trotzdem ab: «Da gibt es so viele Möglichkeiten. Ich rechne nicht, ich fahre.»

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Und wenn es nicht funktioniert, hat Vettel bei den verbleibenden Saisonrennen fünf weitere Matchbälle. «Es ist nicht mehr die Frage, ob er es schafft, sondern wann. Es ist so gut wie unmöglich, noch den Titel zu verlieren», sagte Rekord-Weltmeister Schumacher.

phs/rzf/news.de/dpa

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