Rad-WM Tony Martin fliegt zu Gold im Zeitfahren

Tony Martin (Foto)
Tony Martin holt Zeitfahr-Gold und entthront Fabian Cancellara. Bild: dpa

Er hat sein Versprechen wahr gemacht - und wie: Radprofi Tony Martin hat bei seiner Gold-Fahrt in Kopenhagen die Konkurrenz um Minuten deklassiert. Titelverteidiger Fabian Cancellara blieb nur Rang drei hinter Bradley Wiggings.

Tony Martin reckte schon vor der Ziellinie die Arme triumphal in die Höhe und verteilte Handküsse an die Zuschauer: Der deutsche Ausnahme-Radprofi hat sich mit einer entfesselten Fahrt durch die Straßen von Kopenhagen erstmals zum Zeitfahr-Weltmeister gekrönt. Der 26-Jährige erteilte der versammelten Weltelite um Titelverteidiger Fabian Cancellara eine Lehrstunde und trat am Ziel seiner Träume in die Fußstapfen von Jan Ullrich. Noch vor dem nur drittplatzierten Cancellara sicherte sich der Brite Bradley Wiggins Silber. Ex-Weltmeister Bert Grabsch belegte Platz vier.

«Ich hatte in den letzten Tagen schon ein gutes Gefühl, ich wusste, dass ich in sehr guter Form war», sagte der überglücklich Martin nach dem größten Sieg seiner Karriere. Sein HTC-Teamchef Rolf Aldag war ebenfalls aus dem Häuschen: «Tony ist ja noch im ersten Drittel seiner Karriere, da kann so ein WM-Titel schon anschieben. So ein Titel ist auch als Initialzündung sehr wichtig. Tony hat ja allen Fronten gekämpft. Jetzt kann er sich auch wieder neue Ziele setzen.» Martin hatte bereits angekündigt, sich bei den Olympischen Spielen in London ebenfalls die Goldmedaille im Zeitfahren holen zu wollen.

Einen Tag nach der Goldfahrt von Judith Arndt entschied Martin in Kopenhagen das Fernduell mit Olympiasieger Cancellara letztlich um 1:20 Minuten für sich. Wiggins hatte als Zweiter einen Rückstand von 1:15 Minuten auf Martin, der den Kurs als einziger Starter unter 54 Minuten bewältigte. Bei der ersten Zwischenzeit lag Martin zehn Sekunden vor seinem Schweizer Dauerrivalen und baute seinen Vorsprung kontinuierlich Sekunde für Sekunde aus. Cancellara fuhr kurz vor dem Ziel noch in eine Streckenabgrenzung, was ihm auch noch die sicher geglaubte Silbermedaille kostete.

Nach zweimal Bronze endlich der Titel

Hatte Martin sich bisher zweimal mit Bronze begnügen müssen, so rückt er nun in die dünn besetzte Reihe der deutschen Weltmeister im Einzelzeitfahren. Jan Ullrich hatte sich das Regenbogentrikot 1999 und 2001 gesichert, vor drei Jahren war Grabsch der schnellste Mann der Welt im Kampf gegen die Uhr.

Durch insgesamt sechs Saisonsiege im Zeitfahren hatte sich Martin vor den Titelkämpfen in die Rolle des Top-Favoriten gefahren. Der gebürtige Cottbuser, der künftig für das belgische Team Omega Pharma-Quick Step fahren wird, hatte unter anderem die Zeitfahretappen bei der Tour de France, der Dauphine und der Vuelta gewonnen.

Bei Cancellara lief es hingegen im ganzen Jahr noch nicht rund. Lediglich bei der Tour de Suisse spielte er seine Fähigkeiten im Kampf gegen die Uhr aus und siegte überlegen. Doch sowohl bei der Tour als auch bei der später folgenden Spanien-Rundfahrt hatte Cancellara jeweils gut anderthalb Minuten auf Martin verloren.

Grabsch kämpfte um Bronze

Die anderen Fahrer neben Martin und Cancellara fuhren vom Start weg in einer tieferen Liga. Bert Grabsch kämpfte lange um die Bronzemedaille. Am Ende fehlten dem Routinier gerade einmal elf Sekunden zum drittplatzierten Cancellara.

Lange hatte Außenseiter Alexander Djatschenko das Rennen angeführt. Zwei Stunden saß der früh gestartete Kasache auf dem «heißen Stuhl» des Spitzenreiters, ehe die Favoriten seine Zeit von 57:03,61 Minuten deutlich unterboten.

Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) kann damit nach den Zeitfahren bereits auf die stolze Bilanz von zwei Gold- und einer Bronzemedaille vorweisen. Am ersten Tag hatte Mieke Kröger bei den Juniorinnen Platz drei belegt.

hem/kru/news.de/dapd

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