Rad-WM Arndt stürmt auf den Thron

Judith Arndt holt WM-Gold im Zeitfahren (Foto)
Judith Arndt bei der WM in Kopenhagen. Bild: dpa

Judith Arndt biss die Zähne zusammen, trat noch einmal kräftig in die Pedale, dann ballte sie die Faust. Im Regen von Kopenhagen ist die deutsche Ausnahmefahrerin zum zweiten Mal in ihrer Karriere auf den WM-Thron gestürmt.

Arndt fuhr auf den zwei Runden durch die Innenstadt von Kopenhagen in 37:07,38 Minuten die schnellste Zeit und verwies die Neuseeländerin Linda Melanie Villumsen (37:29,11) und Titelverteidigerin Emma Pooley (37:31,51) auf die Plätze zwei und drei. Für den Bund Deutscher Deutscher Radfahrer (BDR) ist es die zweite Medaille bei der diesjährigen WM, nachdem die Bielefelderin Mieke Kröger am Montag zum Auftakt Bronze bei den Juniorinnen gewonnen hatte. Die Düsseldorferin Ina-Yoko Teutenberg (38:03,52) belegte als zweite deutsche Starterin den elften Platz.

«Der Zeitfahrtitel ist mein großes Ziel seit sehr vielen Jahren. Ich kann nicht sagen, wie glücklich ich bin, dass es endlich geklappt hat», sagte Arndt, der auf dem Podium die Tränen in den Augen standen.

Radsport
Gute Gründe, die Tour zu schauen

So gab es nach fast 15 Jahren für Arndt in der Zeitfahr-Disziplin doch noch ein Happy End. Fünf ihrer sieben errungenen WM-Medaillen hatte die 35-Jährige in den vergangenen Jahren im Kampf gegen die Uhr geholt, eine goldene war nie dabei. Auch im vergangenen Jahr hatte sie sich in ihrer Wahlheimat Australien knapp der Britin Emma Pooley geschlagen geben müssen und war anschließend tief enttäuscht.

Eisschnellläuferin Hughes lag lange vorn

Lange Zeit hatte es gar nach einer großen Überraschung ausgesehen. Die Kanadierin Clara Hughes, die nach ihrer erfolgreichen Zeit als Eisschnellläuferin erst Anfang des Jahres im hohen Alter von 38 Jahren zum Radsport zurückgekehrt war, führte mehr als eine Stunde lang das Klassement an. Hughes, bei den Winterspielen 2010 noch Dritte über 5000 m auf dem Eis, hatte in der Wetter-Lotterie das große Los gezogen, konnte sie doch ihre Runden noch komplett auf trockenem Terrain zurücklegen.

Als dann aber die Favoriten ins Ziel kamen, zerschlugen sich Hughes' Gold-Träume. Zunächst toppte Teamkollegin Tara Whitten die Zeit der Kanadierin, die als Radsportlerin ihre Karriere begonnen und bei den Olympischen Spielen in Atlanta zweimal Bronze gewonnen hatte. Dann fuhren auch noch Villumsen, Arndt und Pooley vorbei.

Fünfter Platz für Junior Vasyliv

Zuvor waren die deutschen Junioren im Zeitfahren leer ausgegangen. WM-Debütant Juriy Vasyliv aus Cottbus belegte in 35:46,69 Minuten den fünften Platz. Den Sieg holte sich Mads Wurtz-Schmidt (35:07,68), der den Gastgebern aus Dänemark den ersten Heimsieg bescherte. Die Plätze zwei und drei gingen an den Neuseeländer James Oran (35:11,79) und David Edwards aus Australien (35:28,47).

«Unter die ersten Zehn wollte ich schon kommen, mit Platz fünf bin ich total zufrieden», sagte Vasyliv. Sein Teamkollege Ruben Zepuntke (Düsseldorf), der 1:30 Minuten zurück 15. wurde, war dagegen enttäuscht. «Ich hatte mir die Top fünf zum Ziel gesetzt, aber ich bin heute nicht richtig in Tritt gekommen», sagte Zepuntke, der vor der WM mit einer Erkältung zu kämpfen hatte: «Es lief nicht gut. Ich konnte heute nicht an meine Grenzen gehen.»

Am Mittwoch schlägt die große Stunde von Tony Martin. Im Zeitfahren der Männer will die deutsche Gold-Hoffnung den Schweizer Fabian Cancellara vom Thron stoßen. Bei der Tour de France und bei der Spanien-Rundfahrt hatte Martin den viermaligen Champion jeweils deutlich geschlagen. Zu den Medaillenanwärtern gehört auch Bert Grabsch, der bereits 2008 den WM-Titel im Zeitfahren gewann.

hem/news.de/dapd

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