Rad-WM Wie zu Ullrichs Zeiten

BDR-Kader für Rad-WM: Martin und Greipel an Spitze (Foto)
Tony Martin beim Zeitfahren der Tour de France, das er überlegen gewann. Bild: dpa

Mit zwei Kandidaten auf Gold nimmt das deutsche Team ab heute die Straßenrad-Weltmeisterschaften in Kopenhagen in Angriff. «Ich will Weltmeister werden», sagt Tony Martin, der im Zeitfahren den viermaligen Champion Fabian Cancellara vom Thron stoßen will.

Derart gute Aussichten hatte es letztmals zu Zeiten von Jan Ullrich und Erik Zabel gegeben. Tony Martin kann im Zeitfahren den viermaligen Champion Fabian Cancellara vom Thron stoßen und Teamkollege Andre Greipel zählt im Straßenrennen zu den Sieganwärtern, sollte es auf dem flachen Rundkurs zu der erwarteten Sprintankunft kommen.

«Wir sind gut aufgestellt. Im Zeitfahren haben wir eine Bank. Ich bin mir aber nicht sicher, dass Tony gewinnt. Cancellara ist ein Weltklasse-Rennfahrer, der bei der WM immer in absoluter Topform war», sagte BDR-Vizepräsident Udo Sprenger und ergänzte: «Es wird ein enges Rennen. Ich denke, dass es zwischen den beiden ausgeht.»

Martin mit sechs Zeitfahrsiegen 2011

In der Tat sind Martin und Cancellara seit Jahren die herausragenden Zeitfahrer. Gut möglich, dass es nun in der dänischen Hauptstadt zur Wachablösung kommt. Denn Martin war in dieser Saison im Kampf gegen die Uhr eine Klasse für sich. Sechs seiner acht Saisonsiege holte der HTC-Profi im Zeitfahren, dabei wies er sowohl bei der Tour de France als auch bei der Spanien-Rundfahrt Cancellara deutlich in die Schranken. Ausgerechnet im eigenen Lande hatte Martin das Nachsehen, bei den Deutschen Meisterschaften wurde er von Bert Grabsch geschlagen.

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Dass Grabsch, immerhin Weltmeister von 2008, auch in Kopenhagen der lachende Dritte sein könnte, glaubt Sprenger aber nicht: «Die Strecke ist ein wenig verwinkelt. Das ist kein Hochgeschwindigkeits-Rollerkurs. Dennoch erwarte ich eine gute Platzierung von ihm.»

Greipel hofft auf Sprintentscheidung

Im Straßenrennen setzt der BDR indes ganz auf die Karte Greipel. Läuft alles nach Plan, kommt es im Finale wieder zum großen Duell der zerstrittenen Ex-Kollegen Greipel und Mark Cavendish. Dass der schnelle Brite zu schlagen ist, hat Greipel bei der Tour bewiesen. So gewann der gebürtige Rostocker in diesem Jahr die zehnte Etappe nach Carmaux. «Eine Weltmeisterschaft hat immer ihre eigenen Gesetze. Es bedarf eines gut eingespielten Teams mit viel Erfahrung, um das Finale perfekt vorzubereiten», analysiert Greipel.

Wovon Greipel träumt, hat Judith Arndt bereits geschafft. 2004 holte die Leipzigerin den Titel auf der Straße und auch diesmal zählt die Ausnahmefahrerin wieder zu den Favoriten. Ohnehin scheinen die deutschen Starterinnen bestens gerüstet zu sein. Beim Giro di Toscana produzierten Arndt, Ina-Yoko Teutenberg und Trixi Worrack Siege wie am Fließband.

Kittel als Trumphass

Als Ass könnte der BDR auch noch Marcel Kittel aus dem Ärmel zaubern. Beim Traditionsrennen rund um Sebnitz machte Kittel einen ganz starken Eindruck und kam trotz Defekts in der ersten Runde auf Rang 15. «Ich fühle mich gut gerüstet für die WM», sagte der Mann der jüngst sogar Greipel besiegt hatte.

Im vergangenen Jahr trat der BDR mit vier Medaillen von der WM in Australien die Heimreise an. Großen Anteil an der guten Ausbeute hatten in Geelong die deutschen U23-Athleten mit Bronze für Kittel und Silber für John Degenkolb.

Auch bei den Junioren gehört Deutschland nicht unbedingt zu den Topfavoriten. Mit großem Interesse wird dabei aber der Auftritt von Rick Zabel verfolgt. Der Filius von Erik Zabel gibt in Kopenhagen sein WM-Debüt.

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