Der Morgen danach Mario Gomez auf Gerd Müllers Spuren 

Mario Gomez (Foto)
Mario Gomez zeigt Biss, die Frisur sitzt. Bild: dapd

Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Vier Tore in einem Match gibt es in der Bundesliga selten. Eine Torquote wie sie Mario Gomez nach fünf Spieltagen aufweist, ebenso. Vor gut einem Jahr platzte beim 30-Millionen-Stürmer der Knoten: Seither trifft er in jedem Spiel.

Mit «kleines dickes» kann der stilbewusste Gomez nichts anfangen. Nur die Nase, also den Torriecher, scheint der 1,89 Meter große 26-Jährige von «kleines, dickes Müller» zu haben. Acht Tore in fünf Bundesligaspielen, 46 mittlerweile in 66 Partien für den FC Bayern München. Seit Gerd Müller hat kein Stürmer beim Rekordmeister ähnliche Quoten vorzuweisen, nicht Roy Makaay, nicht Jürgen Klinsmann.

365 Tore in 427 Bundesligaspielen erzielte der «Bomber der Nation» für die Bayern. Im Schnitt 0,84 Treffer pro Spiel. Gomez hat sie schon jetzt geknackt, denn lässt man die wenig erfreuliche erste Saison bei den Bayern weg, trifft Gomez statistisch eigentlich in jedem Spiel (0,97), in dem er aufläuft. Einen Müller-Nachfolger sah man in dem Nationalspieler allerdings lange nicht.

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Was hat Mario Gomez in seinem ersten Bayern-Jahr an Häme und Spott einstecken müssen! Die Münchner Fans und die Medien waren nicht gerade zimperlich mit dem Stürmer, dem seit der Euro 2008 jene verhängnisvolle Szene anhaftete, als er den Ball aus zwei Metern über das Tor schoss. Auch die 30 Millionen Ablöse, die der FCB seinerzeit an den VfB Stuttgart überwies, trugen zur Einschätzung bei, Gomez sei nur arrogant.

Im Sommer 2010 sollte Gomez an den FC Liverpool verkauft werden. Der Transfer scheiterte. Die «Reds» boten aus Bayernsicht zu wenig für ihren damaligen Stürmer Nummer vier. Nach der Verletzung von Ivica Olic, Thomas Müllers Wechsel ins Mittelfeld und einem Formtief von Miroslav Klose platzte Oktober 2010 mit seinen drei Toren gegen Hannover 96 der Knoten. Seit dem gibt Gomez den Weltklasse-Torjäger.

Beim 7:0 gegen den SC Freiburg erzielte Gomez vier Tore, verdoppelte seine Trefferausbeute auf einem Schlag. Acht Tore nach fünf Spieltagen hatten in der Geschichte der Bundesliga lediglich Gerd Müller (1968/69) und Dieter Müller (1977/78) auf dem Konto; der Gladbacher Peter Meyer (1967/68) schaffte gar neun.

Die nächste Bestmarke hat Gomez damit auch schon anvisiert. Die Torjägerkrone mit mehr als 30 Treffern. Man muss ganz schön weit zurückdenken: Mit dem Kölner Dieter Müller hatte in der Saison 1976/77 letztmalig ein Stürmer mehr als 30 Treffer in einer Saison erzielt (34). Übrigens: Gerd Müller schaffte 1971/72 den bis heute gültigen Saisonrekord von 40 Treffern und hatte dabei nach fünf Spielen erst einen Treffer auf dem Konto. 

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hem/news.de

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