Robert Dietrich «Eine fürchterliche Tragödie»

Robert Dietrich (Foto)
Unter den 43 Opfern der Flugzeugkatastrophe: Nationalspieler Robert Dietrich. Bild: imago

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur
Sie waren auf dem Weg zum ersten Saisonspiel, doch nur wenige Kilometer nach dem Start stürzte die Maschine ab. Das gesamte Team des russischen Eishockeyklubs Lokomotive Jaroslawl kam dabei ums Leben. Unter ihnen: der deutsche Profi Robert Dietrich.

Es wäre sein Debüt gewesen: Robert Dietrich hatte sich mit seinem Eishockey-Team Jaroslawl, rund 250 Kilometer von Moskau entfernt, auf den Weg nach Minsk gemacht. In der knapp 1000 Kilometer entfernten weißrussischen Hauptstadt sollte der deutsche Eishockeyprofi beim Saisonstart am Mittwoch sein erstes Spiel in der russischen Eishockey-Liga KHL absolvieren. Doch nach dem Start gewann die Passagiermaschine kaum an Höhe und prallte offenbar zehn Kilometer von Jaroslawl entfernt mit einem Radargerät zusammen.

Danach brach das Flugzeug vom Typ Jak-42 laut Augenzeugenberichten auseinander und stürzte in die Wolga. 15.50 Uhr Ortszeit sei die Maschine vom Radar verschwunden 43 der 45 Insassen kamen ums Leben, darunter auch der deutsche Nationalspieler Robert Dietrich. Das bestätigte Jewgeni Tschujew, Geschäftsführer des Klubs. Nur zwei Personen hätten schwer verletzt überlebt, teilte das russische Katastrophenschutzministerium mit. Neben einem russischen Spieler sei auch ein Bordingenieur am Leben.

Flugzeugabstürze
Wenn Mannschaften sterben
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Eishockey-Legende Erich Kühnhackl bestürzt

Robert Dietrich war erst im Sommer aus Deutschland nach Russland gewechselt. Im Juni hatte der 25 Jahre alte Nationalspieler seinen Vertrag beim DEL-Klub Adler Mannheim aufgelöst. Noch im Frühjahr dieses Jahres stand Dietrich als Verteidiger der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei auf dem Eis. Insgesamt bestritt der in Kasachstan geborene und im Allgäu aufgewachsene Verteidiger 38 Länderspiele. In Deutschland war Dietrich in Kaufbeuren, Mannheim, Peiting, Crimmitschau, Straubing und Düsseldorf aktiv. Von 2008 bis 2010 versuchte sich der Deutsch-Kasache beim nordamerikanischen NHL-Farmteam Milwaukee Admirals.

Erich Kühnhackl, deutsche Eishockey-Legende und Vizepräsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) erfuhr von news.de, dass Robert Dietrich tatsächlich in der Unglücksmaschine saß. Kühnhackl reagierte entsetzt und rang um Fassung. Zu news.de sagte er: «Dieser Absturz ist eine fürchterliche Tragödie. Das ist sehr, sehr tragisch.» Die deutsche Verbandsspitze hat bereits Kontakt mit dem Klub und der KHL aufgenommen.

«Das ist eine fürchterliche Tragödie für die weltweite Eishockey-Gemeinschaft», sagte auch Weltverbandspräsident Rene Fasel. Harold Kreis, bis zum Sommer Dietrichs Trainer in Mannheim und dessen aktueller Co-Trainer der Nationalmannschaft, war fassungslos. «Das sind schockierende Neuigkeiten», sagte er. Dietrichs Nationalmannschaftskollege Simon Danner von der DEG twitterte unmittelbar nach Bekanntwerden des Unglücks: «Mir ist total schlecht!!! Ein russisches Flugzeug ist abgestürzt, mit einer Eishockey Mannschaft, in der Robert Dietrich spielt.» 

In zwei Jahren kamen in Russland 200 Passagiere ums Leben

In der Vergangenheit waren bei Flugzeugunglücken bereits mehrfach gesamte Mannschaften ums Leben gekommen. 1972 zerschellte eine Maschine mit 45 Insassen an Bord in den Anden. Nach 72 tagen im Eis konnten 16 Überlebende geborgen werden. Bereits 1958 verunglückte die gesamte Mannschaft von Fußballklub Manchester United, 23 der 44 Passagiere kamen bei dem gescheiterten Startversuch in München ums Leben. 1949 war beinahe die komplette Mannschaft des AC Turin nach einer Kollision abgestürzt.

Tragische Todesfälle
Abstürze, Herzinfarkte und Abflüge
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In Russland waren allein in den vergangenen zwei Jahren etwa 200 Menschen bei Flugzeugabstürzen ums Leben gekommen. Im Juni 2011 starben 47 Menschen, als eine Maschine bei schlechtem Wetter nahe der Stadt Petrosawodsk abstürzte. Nach diesem Unglück sowie vielen ähnlichen Flugzeugkatastrophen hatte die Führung in Moskau eine Überprüfung der oft noch zu Sowjetzeiten gebauten Maschinen angeordnet.

cvd/news.de/dpa

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