Basketball-EM Kaum Zeit, um Nowitzki zu integrieren

Nowitzki & Bauermann (Foto)
Der Trainer und sein Star: Dirk Bauermann (rechts) und Dirk Nowitzki bei einem Vorbereitungsspiel. Bild: dpa

Von Lars Reinefeld
Dirk Bauermann hat einen schweren Sommer hinter sich: NBA-Champ Dirk Nowitzki kam spät zum Team und brachte Unruhe in die Vorbereitungen. Im Interview spricht Bauermann über seinen Star und weshalb er sich vorkam wie ein Bildhauer.

Herr Bauermann, die Vorbereitung auf die Baskteball-EM glich einem Wettlauf mit der Zeit.

Bauermann: Das trifft es sehr gut. Der Prozess, Dirk Nowitzki und Chris Kaman zu integrieren, hätte eigentlich viel mehr Zeit benötigt. Die anderen Länder hatten ihre NBA-Stars viel früher dabei. Wir müssen sicherstellen, dass die beiden ihre Aktionen haben, ohne dass die anderen zu Statisten werden. Eigentlich entwickelt man diese Prozesse im Training, doch richtige Trainingseinheiten hatten wir nur vier. Und das ist natürlich viel zu wenig.

War es Ihre schwerste Vorbereitung als Bundestrainer?

Bauermann: Für mich als Trainer war es auf jeden Fall die unbefriedigendste, weil ich einfach nicht genug Zeit hatte. Das ist so, als wenn sie als Bildhauer einen Stein bekommen, aber sie haben nur eine Stunde Zeit, um etwas daraus zu machen.

Dirk Nowitzki
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Sind Sie dennoch zuversichtlich, dass das Team an diesem Mittwoch gegen Israel voll da ist?

Bauermann: Wir werden auf jeden Fall soweit sein, dass wir organisiert sind und dass unsere Spielidee sichtbar ist.

Die Vorrunde kann angesichts der schweren Gruppe ja auch nicht mehr als verlängerte Vorbereitung dienen.

Bauermann: Nein, überhaupt nicht. Schon das Auftaktspiel gegen Israel wird sehr schwer, weil die Israelis sehr unorthodox spielen. Sie machen es einem sehr schwer, einen Rhythmus zu finden. Wenn man sich instinktiv schon sehr gut versteht, dann ist das nicht so ein Problem. Wenn man sich aber selbst erst noch finden muss, dann ist das unangenehm. Da müssen wir schon voll da sein, dass Spiel dürfen wir nicht verlieren.

Wäre bei einer Niederlage schon alles vorbei?

Bauermann: Nein, natürlich nicht. Aber der Druck wäre dann natürlich noch größer. Wir haben aber auch 2005 das Auftaktspiel gegen die Italiener verloren und sind dann noch Vize-Europameister geworden. Dennoch wäre ein Erfolg gegen Israel natürlich enorm wichtig, weil es danach nur noch schwerer wird.

Was bedeutet die Teilnahme von Dirk Nowitzki für den deutschen Basketball?

Bauermann: Das ist einfach brutal wichtig für die Entwicklung des Basketballs. Aber man muss es auch nutzen, muss die Welle reiten. Man muss sofort mit Talentsichtungsprogrammen nachstoßen und die Kinder und Jugendlichen, die jetzt begeistert sind, zum Basketball holen.

Wenn Sie in wenigen Worten beschreiben sollten: Was ist das Besondere an Dirk Nowitzki?

Bauermann: Das Besondere an ihm ist die einzigartige Verknüpfung von menschlicher Größe und sportlicher Qualität. Das ist einmalig an ihm. Ich hatte die ersten ein, zwei Tage schon Zweifel, ob er sich da nicht zu viel zugemutet hat. Aber ich glaube, die jungen Spieler haben Dirk sehr geholfen. Die Tatsache, dass er sieht, da sind ein paar Jungs, die können richtig gut Basketball spielen, macht ihm Spaß.

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