Bundesliga Köln dreht dramatisches Kellerduell beim HSV

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Düstere Aussichten: Der HSV rutschte auf den letzten Tabellenplatz. Bild: dapd

Land unter an der Elbe: Drei Tore reichen dem Hamburger SV nicht zum ersten Saisonsieg. Gegen den 1. FC Köln rutscht der Bundesliga-Dino auf den letzten Tabellenplatz. Dazu düpiert der SC Freiburg die «Wölfe». Werder setzt seine Siegesserie fort.

Hamburger SV - 1. FC Köln 4:3 (1:1)

Eine Trainerdiskussion will der Hamburger SV nach der spektakulären Heimpleite gegen den 1. FC Köln und dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga nicht zulassen. Alle Verantwortlichen beteuerten nach dem Fehlstart und dem 3:4 (1:1), zu Trainer Michael Oenning zu stehen. «Natürlich bin ich enttäuscht, aber das ist keine Frage des Trainers, sondern der Analyse des Spiels», sagte der HSV-Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow bei Liga total.

Man solle den Profis kein Alibi geben und einem Coach grundsätzlich Zeit bis Weihnachten lassen. Erstmals seit viereinhalb Jahren stehen die Norddeutschen am Tabellenende. Erst in der dramatischen Schlussphase hatten die Norddeutschen den ersehnten Sieg noch aus der Hand gegeben. Die Gastgeber waren per Foulelfmeter durch Mladen Petric (11. Minute) in Führung gegangen und hatten nach den Toren von Neuzugang Slobodan Rajkovic (59.) und Son Heung-Min (62.) schon auf den ersten Punkte-Dreier hoffen dürfen. Doch die Domstädter, für die zunächst Adil Chihi (21.) und Milivoje Novakovic (49.) getroffen hatten, drehten dank Christian Clemens (84.) und Kevin McKenna (88.) am Ende noch die Partie.

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Oenning sprach von einer «bitteren Niederlage, vor allem für den immensen Aufwand, den wir betrieben haben». Er hatte sein Team deutlich verbessert als bei letzten Pleiten gesehen. Gegenüber Stale Solbakken konstatierte: «Dieses Spiel war nicht gut für einen Trainer mit Herzschrittmacher». Er freute sich über die geglückten Einwechslungen, ärgerte sich aber über die Fehler bei Standards. 

SC Freiburg - VfL Wolfsburg 3:0 (2:0)

Leblos, mutlos, chancenlos: Der VfL Wolfsburg hat bei der 0:3 (0:2)-Pleite beim SC Freiburg ein desolates Bild abgegeben. Weder die Ein- und Verkäufe der vergangenen Tage noch eine völlig neu formierte Abwehr haben den Absturz der «Wölfe» stoppen können. Die Tore von Oliver Barth (30.), Erik Jendrisek (40.) und dem ehemaligen VfL-er Cedrick Makiadi (59.) sorgten bereits für die dritte Niederlage nacheinander in der Fußball-Bundesliga. Während die meisten Wolfsburger nach dem Spiel gar nicht schnell und wortlos genug herauskommen konnten aus dem Stadion, richtete VfL-Kapitän Christian Träsch einige aufrüttelnde Worte an seine Kollegen. «Wir sind noch kein richtiges Team. Jeder hat sein eigenes Süppchen gekocht. Wir müssen uns als Mannschaft finden», sagte er.

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Die Wolfsburger spielten auch diesmal ohne Herz und Mumm. Ihr Tempo war viel zu behäbig, ein taktisches Konzept nicht zu erkennen. Die Folge: Der deutsche Meister von 2009 steht jetzt auf Platz 15 statt auf einem Europacup-Rang, er läuft seinen hohen Ansprüchen meilenweit hinterher. Gemessen daran ist es nur eine Randnotiz, dass diese Niederlage auch eine ungewöhnlich schwarze Serie fortsetzte. Der VfL hat noch nie in seiner Bundesliga-Geschichte im Badenova-Stadion gewinnen können. «Es ist ja traditionell so, dass der VfL Wolfsburg in Freiburg nichts holt. Uns fehlt die mannschaftliche Geschlossenheit. Wir haben noch nicht die Stabilität, um einen Rückstand wieder wettzumachen», meinte Trainer Felix Magath.

Für die Freiburger war es dagegen ein Freudentag. Sie feierten den ersten Saisonsieg unter ihrem neuen Trainer Marcus Sorg und richten sich immer mehr darauf ein, dass ihnen ihr umworbener und wechselwilliger Torjäger Papiss Demba Cissé erhalten bleibt. «Ich bin mir sicher, dass er bleibt. Und ich wüsste nicht, was uns noch umstimmen sollte. Es gibt nicht mal in Ansätzen ein Angebot, das uns gefällt», sagte Sportdirektor Dirk Dufner. Der Senegalese selbst erklärte zwar: «Es ist noch nichts entschieden.» Aber die Wechselfrist endet bereits am Mittwoch. Viel Zeit für neue oder nachgebesserte Angebote interessierter Klubs bleibt da nicht.

TSG Hoffenheim - SV Werder Bremen 1:2 (1:1)

Mit Werder Bremen ist in der Fußball-Bundesliga wieder zu rechnen. «Aber wir sind noch in der Findungsphase, die längst nicht abgeschlossen ist», sagte Trainer Thomas Schaaf nach dem glücklichen, aber nicht unverdienten 2:1 (1:1) bei 1899 Hoffenheim. «Das ist die Bestätigung für unsere Arbeit», sagte Schaaf nach den siegbringenden Treffern von Marko Arnautovic (38. Minute) und des eingewechselten Glücksbringers Markus Rosenberg (83.). Die Hoffenheimer Führung hatte vor 28.750 Zuschauern Roberto Firmino (37.) erzielt.

1899-Trainer Holger Stanislawski ging die erste Heimniederlage und das Ende der kurzen Serie mit zwei Siegen an die Nieren. «In der zweiten Halbzeit haben wir alles vermissen lassen, was uns vor dem Wechsel ausgezeichnet hat», sagte der 41-jährige Hamburger. Das 1:2 decke vorhandene Schwächen auf. «Deshalb ist die Niederlage eine bessere Lehre. Wir waren selbst Schuld», erklärte Stanislawski. «Der Leistungsabfall nach der Pause ist wirklich fragwürdig», ergänzte Kapitän Andreas Beck, der das Werder-Ensemble als «Topware in der Bundesliga» bezeichnete. 

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1. FC Nürnberg - FC Augsburg 1:0 (0:0)

Der «Joker» traf: Als im ersten Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Augsburg schon alles auf eine Nullnummer hindeutete, schlug Alexander Esswein zu. Mit seinem ersten Bundesligator sicherte der 21 Jahre alte Neuzugang von Dynamo Dresden dem «Club» am vor 43.071 Zuschauern den 1:0 (0:0)-Heimerfolg. «Das war ein Arbeitssieg», kommentierte Esswein, dem eine Woche nach seinem Tribünenplatz beim Auswärtsspiel in Dortmund «ein Stein vom Herzen» fiel. Nach Vorarbeit von Tomas Pekhart ließ Esswein in der 76. Minute Gegenspieler Gibril Sankoh aussteigen und traf aus spitzem Winkel mit dem linken Fuß ins lange Eck. «Das war eine ganz schöne Aktion von mir», kommentierte der Matchwinner.

Es war der Höhepunkt eines Spiels, das Nürnbergs Trainer Dieter Hecking als «zähe Angelegenheit» beschrieb. «Sechs Punkte aus vier Spielen sind eine Ausbeute, die ist aller Ehren wert», sagte Hecking. Aufsteiger Augsburg wartet dagegen weiter auf den ersten Sieg in der Fußball-Bundesliga. Trainer Jos Luhukay beklagte nach der zweiten Niederlage hintereinander die fehlende Qualität seines Kaders in der Offensive. «Das war viel zu harmlos und viel zu wenig nach vorne.» Bis zum Transferschluss am 31. August soll unbedingt noch nachgebessert werden. Allerdings seien die finanziellen Mittel begrenzt, wie Sportdirektor Andreas Rettig erklärte: «Wir sind im Markt unterwegs. Aber wir können nur zum Studententarif einkaufen.» 

Lesen Sie den ausführlichen Spielbericht der Partie 1. FC Kaiserslautern gegen FC Bayern München.

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kru/news.de/dpa/dapd

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