Boxen Box-Wirrwarr um Klitschkos WM-Titel

Gerade erst hat Wladimir Klitschko den WM-Titel der WBA erobert, da wird erneut um den Gürtel geboxt - aber ohne Weltmeister Klitschko. Wenn der Russe Alexander Powetkin und der Usbeke Ruslan Chagaev am Samstag (22.30 Uhr/ARD) in der Erfurter Messehalle aufeinandertreffen, geht es um einen Titel zweiter Klasse, denn Klitschko wurde zum Superchampion befördert. Der Schwachsinn hat Methode.

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Box-Wirrwarr um Klitschkos WM-Titel Bild: dpa

Erfurt (dpa) - Gerade erst hat Wladimir Klitschko den WM-Titel der WBA erobert, da wird erneut um den Gürtel geboxt - aber ohne Weltmeister Klitschko. Wenn der Russe Alexander Powetkin und der Usbeke Ruslan Chagaev am Samstag (22.30 Uhr/ARD) in der Erfurter Messehalle aufeinandertreffen, geht es um einen Titel zweiter Klasse, denn Klitschko wurde zum Superchampion befördert. Der Schwachsinn hat Methode.

Nach seinem Sieg über den Briten David Haye vor acht Wochen hatte sich Klitschko neben dem WBO- und IBF-Titel auch den WBA-Gürtel gesichert. Die WBA beförderte den Ukrainer daraufhin zum Überweltmeister und räumte somit den regulären WM-Thron. Um den sollen sich nun Powetkin und Chagaev streiten. Denn je mehr Titelkämpfe die WBA rund um den Erdball veranstalten lässt, desto höher ihre Einnahmen. «Ein Weltmeister unter Wladimir ist absurd. Es geht nur um TV-Gelder. Normalen Menschen kann man das nicht erklären», zürnt Klitschko-Manager Bernd Bönte.

Ein Weltmeister neben dem Weltmeister, so müsste man meinen, ist Nonsens. Die in Panama sitzende World Boxing Association (WBA) setzt gleich drei Champions pro Gewichtsklasse ein. Wie im Mittelgewicht. Das ist der Kölner Felix Sturm Superweltmeister, der Kasache Gennadi Golowkin Weltmeister und der Franzose N'Dam N'Jikam Interimsweltmeister. Man stelle sich das im Fußball vor: Die FIFA führt Spanien als Superweltmeister (ist ja auch Europameister), die Niederlande als Weltmeister und Deutschland als Interimsweltmeister.

Für das Tollhaus WBA können allerdings die Boxer Powetkin und Chagaev sowie deren Ställe Sauerland und Universum nichts. Der Usbeke ist die Nummer eins der Rangliste, der Russe die zwei. Das verspricht ein gutklassiger Kampf zu werden, dessen Sieger vorab schwerlich zu tippen ist. Beide waren Amateurweltmeister, Powetkin Olympiasieger, Chagaev Profi-Weltmeister.

Der neue WBA-Weltmeister darf Überweltmeister Klitschko herausfordern. Doch der winkt ab. Als Superchampion hat er nach WBA-Regeln ohnehin bis März 2013 Zeit für diesen Kampf. «Vorher ist das kein Thema», sagt Bönte. «Mit Powetkin sind wir eh durch, der ist zweimal weggelaufen, obwohl wir den Kampf schon ersteigert hatten. Einmal, hieß es, sei er über eine Wurzel gestolpert; das andere Mal berichtete Trainer Teddy Atlas, er habe Powetkin zurückgezogen, weil es noch zu früh für einen Kampf gegen Wladimir gewesen sei.» Gegen Chagaev hat Klitschko bereits vor zwei Jahren gekämpft und ihn vorzeitig besiegt.

Powetkins US-Trainer Atlas sitzt mit Sicherheit am Ring, bei Chagaevs Coach Michael Timm kann man sich nicht sicher sein. Der Schweriner hatte am Vorabend noch einen Arbeitseinsatz im ukrainischen Donezk zu absolvieren, um anschließend nach Erfurt zu hetzen. In Donezk sollte sein Schützling Karoly Balzsay im Kampf um den vakanten Supermittelgewichtstitel auf den Einheimischen Stanislaw Kaschtanow treffen. Der Sieger wird regulärer WBA-Weltmeister. Daneben gibt es den Superweltmeister Andre Ward aus den USA, Interimsweltmeister ist Brian Magee aus Großbritannien. Noch Fragen?

news.de/dpa

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