Von Thomas Bachmann
Einigung im Arbeitskampf in Spaniens erster Liga: Am Wochenende nimmt die Primera Division mit Verspätung ihren Betrieb auf. Klubs, Liga und Spieler einigten sich darauf, dass alle ausstehenden Gehälter umgehend gezahlt werden.
In Spanien rollt am Wochenende wieder der Ball. Nach wochenlangen Verhandlungen und dem Ausfall des ersten Spieltags haben sich Vertreter der Spielergewerkschaft AFE sowie der Profiligen LFP auf ein Ende des Arbeitskampfes geeinigt. Die Jagd von Real Madrid mit den Fußball-Nationalspielern Mesut Özil und Sami Khedira auf Meister FC Barcelona beginnt am Sonntag, bereits einen Tag zuvor eröffnen Sporting Gijon und Real Sociedad die Saison der Primera Division.
«Wir haben eine Übereinkunft erzielt, die nach unserer Meinung für alle zufriedenstellend ist», sagte AFE-Präsident Luis Rubiales. Bis Donnerstagmorgen 5.30 Uhr hatten AFE und LFP am Verhandlungstisch gesessen, ehe sich beide Parteien auf den Mittag vertagten. In der insgesamt siebten Gesprächsrunde wurde schließlich der Durchbruch erzielt und der erste Fußball-Streik in Spanien seit 1984 beendet.
Sofortige Gehaltszahlungen
Die zwischen Liga und Gewerkschaft getroffene Vereinbarung sieht vor, dass die ausstehenden Gehälter in Höhe von 50 Millionen Euro an über 200 Profis der ersten und zweiten Liga umgehend gezahlt werden. Die Zahlungen garantierte die LFP. Sollten die Gehälter nicht gezahlt werden, können Spieler ihren Vertrag auflösen. Sollte es künftig zu Verzögerungen kommen, können die Spieler nach drei Monaten ohne Lohn ihren Vertrag einseitig fristlos kündigen und bei einem anderen Verein unterschreiben.
Der Streik hat den Spielplan der Primera Division durcheinandergewürfelt. Der eigentliche Saisonauftak wird nun nach Angaben der Sporttageszeitung As am 22. Januar nachgeholt. Gleichzeitig wird der für den Termin geplante 20. Spieltag auf den 2. Mai verschoben. Zuvor war spekuliert worden, dass der erste Spieltag bereits am 28. Dezember nachgeholt werden soll.
Das erste Match der neuen Saison ist damit die Zweitligapartie zwischen Gerona und Elche am Freitag. In der Primera Division finden am Samstag drei Spiele statt, Real Madrid greift am Sonntag auswärts bei Real Saragossa in das Geschehen ein. Trotz seiner Roten Karte im Supercup gegen Barcelona wird Mesut Özil Real zur Verfügung stehen. Zwar wurde der Spielmacher für ein Spiel gesperrt, die Strafe gilt jedoch nur für den Supercup.
Erzrivale Barcelona gibt sein Saisondebüt in der heimischen Liga erst am Montag mit einem Heimspiel gegen den FC Villarreal. Der Meister und Sieger der Champions League trifft am Freitag in Monte Carlo im europäischen Supercup noch auf den Europa-League-Sieger FC Porto.
Stars von Real und Barca unterstützten Streik
Obwohl die hoch bezahlten Profis von Real und Barca nicht von den ausstehenden Gehaltszahlungen betroffen waren, unterstützten sie ihre Kollegen demonstrativ. Die Weltmeister Iker Casillas, Xabi Alonso und Carles Puyol hatten sich öffentlich solidarisch gezeigt.
Der Ausstand war bereits der fünfte Streik in der jüngeren Geschichte des spanischen Profi-Fußballs. Von 1979 bis 1984 hatte es gleich vier Arbeitskämpfe gegeben, bei zwei Streiks waren Jugendspieler anstelle der Profis aufgelaufen. Die bisher letzte Streikdrohung hatte es vor einem Jahr gegeben.
kru/hem/news.de/dapd