Andreas Ottl «Ich spüre, dass sich in Berlin was tut» 

Özil gegen Ottl (Foto)
Real Madrid schaute im Sommer in der Hauptstadt vorbei: Andreas Ottl (rechts) gegen Mesut Özil. Bild: dapd

Von den news.de-Redakteuren Michael Heinrich und Philip Seiler
Andreas Ottl hat bei Hertha BSC eine Führungsrolle übernommen. Gegen Stuttgart hofft der ehemalige Bayer auf den ersten Sieg mit seinem neuen Verein. Mit news.de spricht er über das Potenzial des Haupstadtklubs und seinen Freund Philipp Lahm.

Herr Ottl, Sie leben seit einigen Wochen als Bayer in Berlin - wie gefällt Ihnen die neue Stadt?

Andreas Ottl: Immer besser. Ich habe mich nach dem Auszug aus dem Hotel, in dem ich zunächst gewohnt habe, in meinen eigenen Räumlichkeiten gut eingelebt. Es ist eine kleine Stadtwohnung, kein Haus am See. Ich brauche Leben auf den Straßen, um mich wohl zu fühlen.

Sie sind bei Hertha bislang einer der auffälligsten Spieler. Obwohl sie als Neuzugang kamen, haben Sie sich schnell integriert. Hat das etwas damit zu tun, dass Hertha BSC scherzhaft gesagt eine Münchner Enklave ist? Außer Ihnen sind Trainer Markus Babbel, Torwart Thomas Kraft und Christian Lell weitere Ex-Bayern.

Ottl: Das Team hat es mir in der Tat leicht gemacht, aber das gilt für alle, nicht nur für die ehemaligen Bayern-Spieler. Es ist ja auch nicht so, dass wir uns abgesprochen hätten, alle nach Berlin zu gehen, oder jeden Abend gemeinsam im Biergarten sitzen. Ich glaube aber, wir alle haben gespürt, dass sich in der Hauptstadt was tut, dass der Verein im Umbruch ist.

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Das müssen Sie näher erklären!

Ottl: Hertha ist ein Traditionsverein mit großem Potenzial. Das konnte man schon an dem Testspiel gegen Real Madrid sehen. Natürlich zählt im Jahr nach dem Wiederaufstieg nur der Klassenerhalt. Mittel- und langfristig sollte Hertha wieder an den Europacup-Plätzen schnuppern.

Sie spielen als «Sechser» auf einer Schlüsselposition. Sehen Sie sich auch durch Ihre Erfahrung bei einem großen Klub wie dem FCB in der Pflicht, die Mannschaft zu führen?

Ottl: Auf dieser Position muss man das. Man steht zentral und hat die beste Übersicht auf dem Platz. Ich möchte aber auch von mir aus voran marschieren.

Ist es bei Hertha einfacher, Verantwortung zu übernehmen? In München wurden Sie oft schnell kritisiert.

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Ottl: Das kann man so pauschal nicht sagen. Ich denke, das hat in erster Linie nichts mit der Mannschaft zu tun, sondern mit dem Anspruch an sich. Wenn ich auf dem Platz stehe, konzentriere ich mich auf das Spiel und versuche mein Bestes zu geben. Egal in welcher Mannschaft, ob das nun Bayern, Nürnberg oder jetzt die Hertha ist. Aber es hilft natürlich auch, wenn man in der Mannschaft anerkannt ist und vom Trainer unterstützt wird. 

Ihr ehemaliger Teamkollege Oliver Kahn hat gerade eine Führungsspielerdebatte losgetreten und seine Kritik auf Philipp Lahm bezogen. Wäre Schweinsteiger der bessere Bayern-Kapitän?

Ottl: Ich habe elf Jahre für den FCB gespielt und kann nur sagen, sie sind beide enorm hoch angesehen im Verein und in der Mannschaft. Es zählt auch die Leistung auf dem Platz. Auch da machen beide einen guten Job. Lahm ist ein guter Kapitän in München und der Nationalelf.

Sie selbst führen Hertha als nächstes gegen den VfB Stuttgart. Die Schwaben wussten bisher zu überzeugten. Was rechnen Sie sich für Freitagabend aus?

Ottl: Der VfB hat wieder eine gute Mannschaft und wird sicher eine gute Rolle in dieser Saison spielen. Aber auch wir haben zwei gute Auftritte gegen den HSV und Hannover gehabt. Aus meiner Sicht waren die Remis unglücklich, es wäre mehr drin gewesen. Das Team hat weiter an sich gearbeitet. Wenn wir alle hundert Prozent geben, werden wir auch gegen Stuttgart punkten. 

Der gebürtige Münchner Andreas Ottl (26) durchlief seit 1996 alle Jugendmannschaften des FC Bayern und schaffte 2005 den Sprung in den Profikader des Rekordmeisters. Dort absolvierte Ottl insgesamt 92 Spiele, konnte sich jedoch nie so richtig durchsetzen. So wurde Ottl für die Rückrunde der Saison 2009/10 zum 1. FC Nürnberg ausgeliehen. Vor Beginn dieser Spielzeit wechselte der Mittelfeldspieler zu Hertha BSC.

kru/news.de

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