Leichtathletik IAAF-Chef Diack steht beim Kongress zur Wiederwahl

Die Wiederwahl von IAAF-Präsident Lamine Diack kurz vor Beginn der Leichtathletik-WM im südkoreanischen Daegu gilt trotz der Ermittlungen der IOC-Ethikkommission gegen ihn als sicher.

IAAF-Chef Diack steht beim Kongress zur Wiederwahl (Foto)
IAAF-Chef Diack steht beim Kongress zur Wiederwahl Bild: dpa

Daegu (dpa) - Die Wiederwahl von IAAF-Präsident Lamine Diack kurz vor Beginn der Leichtathletik-WM im südkoreanischen Daegu gilt trotz der Ermittlungen der IOC-Ethikkommission gegen ihn als sicher.

«Ich bin immer noch begeistert und motiviert, bevor ich den letzten Auftrag übernehme», sagte der 78-jährige Weltverbandschef aus dem Senegal in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Ob Diack, der als Anwärter auf die Präsidentschaft in seinem Land gilt, nach dem IAAF-Kongress am Mittwoch und Donnerstag vier Jahre im Amt bleiben wird, ließ er offen. «Im Moment versuche ich mein Bestes zu tun, um eine bessere politische Situation in meiner Heimat mit all meiner Erfahrung und Weisheit zu erreichen», sagte er, «aber heute bin ich nicht in der Lage zu sagen, ob dies bedeutet, dass ich das Amt des IAAF-Präsidenten vor Ende der vier Jahre aufgeben werde.»

Der Senegalese ist einziger Kandidat und seit 1999 an der Spitze der IAAF. Bedeckt hält Diack sich dazu, dass die Ethikkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wegen Bestechungsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Skandal um die Rechtevermittlungs-Firma ISL, die 2001 Konkurs anmeldete, gegen ihn ermittelt. «Es ist wahr, dass ich einen Brief von der IOC-Ethikkommission mit einer Reihe von Fragen erhalten habe. Ich habe darauf im April 2011 geantwortet», erklärte der Afrikaner. «Da es noch ein laufendes Verfahren ist, möchte ich dies nicht weiter kommentieren.»

Auch das Council wird neu gewählt. Bei den Wahlen auf dem IAAF-Kongress werden Sergej Bubka (Ukraine) und Sebastian Coe (Großbritannien) für die Vizepräsidentenämter kandidieren. Beide gelten als Anwärter auf die Nachfolge von Diack. Um einen Sitz im Council bewirbt sich wieder der Tübinger Helmut Digel, der jedoch mit 31 Gegenkandidaten um einen der neun Sitze konkurriert.

Nach dem Kongress beginnen am 27. August im Stadion von Daegu die 13. Weltmeisterschaften. «Unser Sport ist fit und bereit für die WM und die Olympischen Spielen 2012 in London», meinte Diack, für den Leichtathletik immer noch die «Königs-Sportart» bei den Sommerspielen ist. «Die Leichtathletik trägt den Mantel der olympischen Sportart Nummer eins mit großem Stolz», sagte er. Sie werde in London 2012 im größten Stadion mit 80 000 Sitzplätzen ausgetragen und 2008 in Peking sei das «Vogelnest» mit 90 000 Plätzen immer ausverkauft gewesen. «Es wird nur wenige geben, die ernsthaft versuchen zu behaupten, die Leichtathletik sei nicht von zentraler Bedeutung für den Erfolg der Spiele», so Diack.

Um Verständnis warb er für Jamaikas Supersprinter Usain Bolt, der seit zwei Jahren nicht mehr an seine phänomenalen Weltrekordzeiten von 2008 und 2009 heranreicht. «Usain Bolt hat erklärt, dass er nicht glaubt, in dieser Saison seine Weltrekorde brechen zu können. Er sagte ehrlich, seine Fitness sei wegen Verletzungen nicht die gleiche wie 2008 und 2009», erklärte Diack. «Wir sollten uns an Usain Bolts außerordentlichem Talent erfreuen und genießen, welchen entspannten Spaß er in die Stadien der Welt bringt, und nicht darüber spekulieren, wie schnell er in Zukunft noch sein kann.»

Als positiv wertet der IAAF-Präsident, dass mit den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF noch eine Vereinbarung über die Live-Berichterstattung von der WM erzielt werden konnte. Ein Verzicht «wäre ein schwerer Fehler gewesen». Diack: «Deshalb waren wir froh, dass ARD und ZDF ihre Haltung geändert haben.»

news.de/dpa

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