Kanu Kanu-WM: Erst Olympia-Plätze, dann Medaillen

WM-Medaillen sind längst nicht alles. Ein Jahr vor den Sommerspielen sollen Deutschlands Kanuten bei den Rekord-Weltmeisterschaften die Olympia-Quotenplätze sichern, damit in London ihre schier unendliche Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann.

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Kanu-WM: Erst Olympia-Plätze, dann Medaillen Bild: dpa

Szeged (dpa) - WM-Medaillen sind längst nicht alles. Ein Jahr vor den Sommerspielen sollen Deutschlands Kanuten bei den Rekord-Weltmeisterschaften die Olympia-Quotenplätze sichern, damit in London ihre schier unendliche Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann.

«Die Quotenplätze sind schon wichtiger in diesem Jahr und dann nehme ich hier und da auch eine Medaille weniger in Kauf», sagte Chef-Bundestrainer Reiner Kießler. «Aber wir werden wie immer versuchen, unsere sieben Medaillen in den olympischen Disziplinen zu erreichen.»

Insgesamt 28 Athleten schickt der Deutsche Kanu-Verband (DKV) von Donnerstag bis Sonntag in die Titelkämpfe in Szeged. 16 von ihnen nehmen den Kampf um die Olympiastartplätze auf. «Olympia ist schon nahe, vor allem wenn es jetzt um die Quotenplätze geht. In 14 Tagen fahren wir zum Testevent nach London, es geht mit Riesenschritten auf Olympia zu», sagte DKV-Sportdirektor Jens Kahl vor der WM mit erstmals 94 Nationen - so viele Gegner waren es noch nie.

«Wir wollen in Szeged erstmal das Maximum an Quotenplätzen und dann wäre es schön, den Zielvereinbarungen mit dem DOSB sehr nahe zu kommen.» Vereinbart haben die Rennsport-Kanuten, in London insgesamt sieben Medaillen, darunter dreimal Gold, zu holen. Wer als DKV-Kanute in Szeged erfolgreich ist, tut nicht nur etwas für den Verband, sondern auch für sich. Denn er darf selbst auf einen kleinen Bonus für die Olympia-Qualifikation bauen.

In der Kanu-Hochburg in Ungarn, wo Zehntausende Zuschauer bei den Paddel-Wettkämpfen für Fußball-Stadion-Atmosphäre sorgen, sollen mit Blick auf die Olympiaplätze einige Leistungsträger doppelt ran wie die Olympiasieger Ronald Rauhe und Nicole Reinhardt, Kajak-Einer-Weltmeister Max Hoff und Candier-Europameister Sebastian Brendel. «Das Hauptziel sind die Quotenplätze. Aber wenn ich sage, ich bin zufrieden, wenn ich nur 'nen Platz hole, dann glaubt mir das keiner und ich selbst mir auch nicht», sagte Hoff. «Eine Medaille wird im Einer und im Vierer drin sein.»

Hoff hat über 1000 Meter Chancen auf das dritte Gold in Serie, dazu gehen die Olympiasieger Martin Hollstein/Andreas Ihle im Kajak-Zweier aussichtsreich ins Rennen. Nicole Reinhardt würde gerne wieder ganz oben auf das Treppchen im Kajak-Einer. «Es ist verdammt hart, im Einer ist vom Zwischenlauf raus bis Platz eins alles drin», sagte die 25-Jährige, eine von sieben Olympiasiegern im Aufgebot. Auch Sprinter Ronny Rauhe würde seine WM-Titel-Zahl gerne hochschrauben, derzeit stehen 13 zu Buche. Bei den Canadiern zählt Brendel über 1000 Meter zum engeren Favoritenkreis für die Olympiastartplätze. Zweite Quotenplatz-Chance für den 23-Jährigen sind die 200 Meter.

Traditionell stark sind die Mannschaftsboote bei den Frauen, auch wenn Reinhardt im Einer fährt. Und das, obwohl eine Sportlerin wie die viermalige Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin kurz nach der Geburt ihres Söhnchens Emil oder Fanny Fischer wegen einer Pause fehlen. Für das nächste Jahr würde eine altbekannte Kanutin das starke Feld gerne verstärken: Die deutsche Rekord-Olympiasiegerin Birgit Fischer hat ihrer Rückkehr in den Leistungssport angekündigt.

Das deutsche WM-Aufgebot:

Kajak-Damen: Nicole Reinhardt (Lampertheim), Carolin Leonhardt (Mannheim), Conny Waßmuth (Magdeburg), Franziska Weber (Potsdam), Tina Dietze (Leipzig), Silke Hörmann (Karlsruhe), Deborah Niche (Berlin), Anne Knorr (Leipzig)

Kajak-Herren: Ronald Rauhe (Potsdam), Jonas Ems (Essen), Paul Mittelstedt (Neubrandenburg), Kostja Stroinski (Berlin), Hendrik Bertz (Berlin), Max Hoff (Essen), Martin Hollstein (Neubrandenburg), Andreas Ihle (Magdeburg), Marcus Groß (Berlin), Norman Bröckl (Berlin), Robert Gleinert (Berlin), Tom Liebscher (Dresden)

Canadier-Damen: Lydia Weber (Leipzig)

Canadier-Herren: Sebastian Brendel (Potsdam), Björn Wäschke (Berlin), Stefan Kiraj (Potsdam), Peter Kretschmer (Potsdam), Kurt Kuschela (Potsdam), Tomasz Wylenzek (Essen), Stefan Holtz (Leipzig)

news.de/dpa

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