Leichtathletik Leichtathleten heiß auf WM - Spannung um Stabis

Leichtathleten heiß auf WM - Spannung um Stabis (Foto)
Leichtathleten heiß auf WM - Spannung um Stabis Bild: dpa

Deutschlands Leichtathleten sind heiß auf die WM. Beim stimmungsvollen «Abschiedsmeeting» in Mannheim kamen die Fans auf ihre Kosten und die Asse auf Betriebstemperatur, in der WM-Stadt Daegu erwarten sie über 30 Grad Celsius und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit.

Berlin (dpa) - Deutschlands Leichtathleten sind heiß auf die WM. Beim stimmungsvollen «Abschiedsmeeting» in Mannheim kamen die Fans auf ihre Kosten und die Asse auf Betriebstemperatur, in der WM-Stadt Daegu erwarten sie über 30 Grad Celsius und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit.

Die letzten WM-Tickets für Südkorea werden am Montag vergeben, die Mannschaft wird nach Aussage von DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen «über 70 Athleten» umfassen. Besondere Spannung herrschte vor der abschließenden Nominierung wieder einmal im Lager der Stabhochspringer. Fährt Routinier Björn Otto? Oder fliegt Olympia-Hoffnung Karsten Dilla?

Beide Vereinskollegen sind auf Augenhöhe, beide meisterten am Samstag im MTG Stadion die WM-Norm von 5,72 Meter - Youngster Dilla, gerade einmal 22 Jahre alt, sogar zum zweiten Mal. «Es bieten sich beide an, wir bräuchten eigentlich vier Startplätze. Aber wir werden uns streng an die Nominierungskriterien halten. Ich werde Karsten Dilla vorschlagen, er ist trotz Höhengleichheit einen Hauch besser», sagte Stabhochsprung-Bundestrainer Jörn Elberding der Nachrichtenagentur dpa. «Das ist eine sehr enge Geschichte, für Björn auch tragisch. Aber beide hatten ja in Mannheim die Chance, eine sportliche Entscheidung herbeizuführen.»

Fünf weitere Athleten erfüllten in Mannheim die A- oder B-Normen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Kurschilgen kann ein starkes und großes «Team mit hohem Leistungsniveau» nach Daegu schicken. Am 18. August startet der erste DLV-Tross nach Fernost, am 27. August beginnt in der viertgrößten Stadt Südkoreas die 13. Leichtathletik-WM. Neben Björn Otto (5,72 Meter) erfüllten beim letzten Formtest in Mannheim auch 200-Meter-Sprinter Sebastian Ernst (20,51 Sekunden) und Hürdensprinter Alexander John (13,45 Sekunden) erstmals die A-Norm.

Im Stabhochsprung hat der DLV seit Jahren ein Luxusproblem - und Elberding die Qual der Wahl. Malte Mohr (München) und Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) sind bereits nominiert, Dilla und sein Vereinskollege Otto (beide LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) hoffen. Wobei Otto gar nicht gut fand, was am 2. August in Landau passierte: Dort meisterte der 33-Jährige 5,80 Meter und jubelte schon. Da die Wettkampfanlage aber nicht korrekt überprüft worden war, konnte das Ergebnis nicht anerkannt werden. «Björn ist natürlich sehr niedergeschlagen», meinte Elberding.

Vor allem Mohr ist ein heißer Medaillenkandidat im deutschen WM-Team. Nach seinem Sieg mit 5,72 Meter an historischer Stätte am Freitagabend am Brandenburger Tor machte er seinen Fans Hoffnung. «Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich auch in Daegu noch einen draufpacken kann, und dann werde ich definitiv um die Goldmedaille mitspringen», sagte der Dritte der Weltjahresbestenliste dieser Saison nach dem unterhaltsamen Vier-Länder-Kampf in Berlin.

Nadine Kleinert und der polnische Olympiasieger Tomasz Majewski gewannen das Kugelstoßen beim Schlossmeeting in Gotha. Die 35 Jahre alte Magdeburgerin steigerte am Samstag die deutsche Jahresbestleistung um sechs Zentimeter auf 19,22 Meter. Majewski überbot mit 21,30 Meter den sechs Jahre alten Meeting-Rekord von Ralf Bartels (Neubrandenburg) um 13 Zentimeter. Der deutsche Meister David Storl aus Chemnitz wurde mit 20,42 Meter Zweiter vor Bartels (20,17).

news.de/dpa

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