Stadionwurst Wucherpreise in München und Augsburg

Jürgen Klopp (Foto)
Auch Jürgen Klopp lässt sich gern mal eine Stadionwurst schmecken. In Dortmund kostet sie nur 2,50 Uhr. Bild: dapd

Nicht nur auf dem Fußballplatz geht es regelmäßig um die Wurst. Auch auf den Tribünen spielt sie eine wichtige Rolle. Während sie in fünf Stadien für 2,50 Euro zu haben ist, muss der Fan in Bayern einen Euro mehr löhnen - und es ist nicht einmal die beste Wurst.

Ob mit Senf oder Curryketchup garniert: In jeder Saison wandert die Stadionwurst millionenfach über die Tresen der Erstliga-Klubs. In München und Augsburg ist die Wurst am teuersten, geschmacklicher Tabellenführer bei den Bundesliga-Gastronomen ist Werder Bremen.

In einem Test des Fachmagazins Grillen (Mai-Ausgabe) belegte die Wurst im Weserstadion den ersten Platz. Dabei fällt ein bundesweiter Vergleich nicht leicht. Unterschiede gibt es sowohl bei Konsistenz, Aussehen, Form und Würzung als auch bei der Art des Fleisches.

Die klassische Stadionwurst gibt es nicht

In Nürnberg bekommen Gäste traditionell drei kleine Würstchen zu ihrer Semmel (Drei im Weckla). Die Standbetreiber in der Münchener Allianz Arena verkaufen ihre Grillwurst mit knallroter Pelle. In Kaiserslautern lassen sich die Besucher auch mal eine Pferdewurst schmecken. Die klassische Stadionwurst gibt es also gar nicht.

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Auch bei den Preisen gibt es Unterschiede. Die günstigste Wurst haben in dieser Saison gleich fünf Bundesligisten im Angebot. In den Stadien von Wolfsburg, Dortmund, Schalke, Mönchengladbach und Freiburg geht sie für 2,50 Euro über den Tisch. Teure Würste gibt es in Bayern: Beim FC Augsburg kostet sie 3 Euro, beim FC Bayern bezahlen Zuschauer 3,50 Euro.

Keine Hoeneß-Wurst in München

Der wohl berühmteste Metzger der Bundesliga, Bayern-Präsident Uli Hoeneß, hält sich aus dem Geschäft mit der Stadionwurst heraus. Die «Nürnberger» aus der von Hoeneß mitgegründeten Fabrik gibt es in keinem Stadion - die Trennung von Fußball und privatem Unternehmen gehört zu seinen ehernen Grundsätzen.

Vielmehr sind es zunehmend professionelle Catering-Firmen wie das amerikanische Unternehmen Aramark, die für die Verköstigung in den Spielstätten zuständig sind. Für die gastronomische Lizenz zahlen sie den Bundesligisten einen Pauschalbetrag. Hierfür dürfen sie die Mägen der Stadiongäste exklusiv füllen.

Obwohl die US-Kette inzwischen bei sechs Erstligaklubs das Catering in Händen hat, könne von einem Monopol keine Rede sein: «Der Markt ist geprägt durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Betreiberformen, von der Eigenregie bis zu größeren Catering-Unternehmen», sagt Gerald Rosendahl, Leiter der Sportgastronomie von Aramark. Auch in den Stadien habe das Unternehmen keine Narrenfreiheit. «Bei Bier und Bratwurst liegt das Vermarktungsrecht und die Entscheidung in der Regel bei den Vereinen und ihren Vermarktern», erklärt Rosendahl.

Beim Stadionbier gehen die Geschmäcker weit auseinander

Zur Wurst gehört das Stadionbier, und hier sind die Unterschiede noch stärker ausgeprägt. Verehrung oder auch Verachtung des regionalen Gebräus nehmen bei einigen Fans fast religiöse Züge an. Während bei den Teams im Norden vor allem herbe Biersorten wie Haake Beck oder Holsten ausgeschenkt werden, stehen für Fans im südlichen Teil des Landes vor allem vollmundige Bierarten wie Helles und Weizenbier zur Auswahl. In Köln und Leverkusen gehen Kölsch und Pils über die Theke.

Die Bierpreise in der Bundesliga variieren wenig. Das billigste Stadionbier gibt es beim SC Freiburg für 7 Euro pro Liter zu kaufen. Das teuerste Gebräu mit 8,35 Euro je Liter bietet der 1. FC Kaiserslautern an. Ausgeschenkt wird natürlich nicht im Maßkrug, sondern in kleineren Plastikbechern.

Welches Bier am besten mundet, wurde bislang noch nicht getestet. Vielleicht ist das auch keine allzu gute Idee: Geht es um ihr Stammgetränk, sind die Stadiongänger schließlich fast genauso fanatisch wie bei der Unterstützung ihres Klubs.

phs/hem/news.de/dapd

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