Fußball Die großen Pläne des Marko Marin

Privater Fitnesscoach, Sonderschichten im Urlaub, verstärktes Torschusstraining - Marko Marin will es wissen. Werders Gourmetfußballer präsentiert sich hochmotivert und kämpferisch vor dem Pflichtspielstart der Bremer im DFB-Pokal beim 1. FC Heidenheim.

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Die großen Pläne des Marko Marin Bild: dpa

Bremen (dpa) - Privater Fitnesscoach, Sonderschichten im Urlaub, verstärktes Torschusstraining - Marko Marin will es wissen. Werders Gourmetfußballer präsentiert sich hochmotivert und kämpferisch vor dem Pflichtspielstart der Bremer im DFB-Pokal beim 1. FC Heidenheim.

«Das ist ein sehr wichtiges Jahr für mich. Ich will zurück in die Nationalmannschaft und ich will unbedingt zur EM», erklärte Bremens Spielmacher der Nachrichtenagentur dpa, «ich will zeigen, dass ich ein wertvoller Spieler für Werder und die Nationalmannschaft sein kann.» Am 17. November 2010 war er beim 0:0 in Schweden zuletzt dabei.

Der Weg zurück in die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw führt nur über eine erfolgreiche Saison in Bremen, und dafür hat Marin seit dem Ende der verkorksten Werder-Saison 2010/2011 einiges getan. Mit einem eigens engagierten Trainer arbeitete er sogar in den Ferien an seiner Athletik. Erstmals seit 2008 konnte der 22-Jährige vor dem Trainingsbeginn am 29. Juni mal wieder richtig ausspannen. Im Sommer 2009 war er nach einer langen Saison im Anschluss noch U-21 Europameister geworden, im vergangenen Jahr hatte das WM-Abenteuer in Südafrika die Regeneration verkürzt.

«Ich konnte mich erstmals seit ein paar Jahren nach einer langen Saison richtig ausruhen. Das war enorm wichtig. Die Vorbereitung lief gut, ich konnte jede Einheit mitmachen und fühle mich topfit», sagte Marin. Der 1,70 Meter große Edeltechniker ist inzwischen ein regelmäßiger Besucher im Kraftraum und feilt einmal pro Woche in einer halbstündigen Extraeinheit an seiner Torgefährlichkeit. Mit Neuzugang Mehmet Ekici und Claudio Pizarro soll er ein «magisches Offensiv-Dreieck» bilden.

Trainer Thomas Schaaf und Sportdirektor Klaus Allofs beobachten den Reifeprozess des talentierten Dribblers mit Zufriedenheit. «Ich sehe seine Entwicklung positiv, auch wenn er zuletzt keine überragende Saison gespielt hat. Das trifft aber mehrheitlich auf die komplette Mannschaft zu», meinte Allofs, «jetzt hat er dazu gelernt. In den aktuellen Testspielen sieht man, dass er vorangekommen ist.»

Marin hat sich an die verantwortungsvolle Position in der Mittelfeldraute als Ideengeber hinter den beiden Spitzen gewöhnt. Jetzt will der «Zehner» zeigen, dass er mehr ist als nur ein bisweilen genialer Pass-Lieferant. Seine Assist-Quote von elf Vorlagen in der vergangenen Saison und 14 in der Spielzeit 2009/2010 ist bemerkenswert, seine Torausbeute mit sieben Treffern in zwei Jahren allerdings auffällig unauffällig.

«Ganz klar, ich muss mehr Tore machen und zielstrebiger im Abschluss werden», sagte Marin und versprach den Werder-Fans wieder mehr Erlebnisfußball: «Die Stimmung im Team ist gut. Ich glaube, dass wir eine starke Saison haben werden. Auf jeden Fall werden wir nicht mehr so ein Seuchenjahr haben wie in der vergangenen Saison.»

Werders Absturz in Raten, die 61 Gegentore, 13 Niederlagen und das vermeidbare Vorrunden-Aus in der Champions League waren eine unbezahlbare Erfahrung in der Entwicklung von Marin. «Ich verliere ungern, also muss ich härter arbeiten, damit ich weniger verliere», sagte Marin, der von Spaniens Welt- und Europameister Xavi sogar geadelt wurde. «Wen ich auch großartig finde, ist dieser Marko Marin. Der hat alles, um auf höchstem Level zu spielen», lobte der Superstar des FC Barcelona in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung». Die englischen Spitzenclubs Chelsea, Manchester City und der FC Liverpool sollen bei Werder wegen Marin bereits angefragt haben.

news.de/dpa

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