Michael Schumacher «Ich spüre keine Enttäuschung»

Michael Schumacher (Foto)
Michael Schumacher holte in seiner Karriere sieben WM-Titel. Bild: dpa

Von Elmar Dreher und Jens Marx
Die Formel-1-Saison ist schon wieder zur Hälfte vorüber, wie im Vorjahr schaffte es Michael Schumacher nicht einmal aufs Podest. Im Interview verspürt der Rekordweltmeister Kampfgeist statt Enttäuschung und hält an seinen Zielen fest.

Es geht in die zweite Saisonhälfte. Was würden Sie als Trainer in der Pause sich und Ihrem Team mit in die zweite Halbzeit geben?

Michael Schumacher: Weiter unbeirrt kämpfen, die Fortschritte ausarbeiten, den Zusammenhalt pushen und über den Kampf ins Spiel kommen. Zugegeben, die erste Halbzeit haben wir unsere Leistung nicht so auf den Platz bekommen, aber als deutsches Team sind wir eine Turniermannschaft - wir verfolgen weiter unser Ziel und glauben fest an den Erfolg. Nur so wird es klappen.

Wie sehr können Sie sich denn überhaupt auf ein Heimrennen freuen, bei dem Sie vermutlich wieder einem Podestplatz weit hinterherfahren werden?

Schumacher: Ich kann mich da sehr stark darauf freuen. Ich finde es toll, dass wir weiterhin so viel Unterstützung bekommen und dass die Formel 1 in Deutschland weiterhin so beliebt ist. Insofern gibt es nichts Besseres als ein Heimspiel, denn die Atmosphäre trägt dich zusätzlich. Ich bin schließlich selbst Motorsport-Fan.

Motorsport
Die Hobbys der Formel-1-Piloten
Robert Kubica (Foto) Zur Fotostrecke

Sie gehen seit Ihrer Rückkehr offener mit Fehlern um. Würden Sie die hohe Zielsetzung bei Ihrer damaligen Comeback-Verkündigung - Siege und Titel - mit dem Wissensstand von heute auch als Fehler bezeichnen?

Schumacher: Ich würde wahrscheinlich das Timing anders ansetzen, aber mein Ziel bleibt noch immer genau das: Siege und Titel. Daran arbeiten wir, und wir arbeiten hart. Wir nähern uns unserem Ziel Schritt für Schritt. Ich finde, das ist aller Ehren wert.

Wäre es nicht sinnvoll - oder zumindest realistisch -, diese Ziele zu korrigieren?

Schumacher: Wie gesagt, vom Timing wäre ich mit meinem Kenntnisstand von heute wohl etwas weniger optimistisch gewesen. Aber das ändert nichts daran, dass ich überzeugt bin, dass wir es schaffen.

Was erwarten bzw. fordern Sie für die kommende Saison, die nach derzeitigem Stand ja Ihre letzte wird? Oder gibt es Pläne für die Fortsetzung Ihrer Karriere?

Schumacher: Die Pläne, an denen wir derzeit mit Hochdruck arbeiten, sind die für die Weiterentwicklung des Autos. Denn natürlich möchten wir die Fortschritte, die wir im Team machen, auch auf der Strecke umsetzen.

Wie sehr spüren Sie eine Enttäuschung auch über sich?

Schumacher: Ich spüre keine Enttäuschung, ich spüre Kampfgeist. Dass zum Kämpfen auch Rückschläge gehören und dass es keine Garantien gibt, weiß ich seit vielen Jahren. Auch dass man immer wieder aufstehen muss. Ich stecke mitten in diesem Kampf, das hat mit Enttäuschung nichts zu tun.

Piloten in der Formel 1
Wer sitzt 2011 in welchem Cockpit?
Sebastian Vettel (Red Bull) (Foto) Zur Fotostrecke

Ihr Kumpel Sebastian Vettel rast wie Sie einst im Sauseschritt dem WM-Titel entgegen. Ist er überhaupt noch zu stoppen?

Schumacher: Es sieht sehr gut aus für ihn, keine Frage. Und er hätte den Titel sicherlich auch verdient. Aber ich will da gar nicht groß drüber reden, denn ich weiß, wie man sich in dieser Situation fühlt - noch ist da nichts entschieden.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone traut Vettel zu, bei Red Bull eine ähnliche Ära einzuleiten wie Sie einst bei Ferrari. Ist da der Wunsch der Vater des Gedankens?

Schumacher: Nein, warum? Sebastian bringt alles dafür mit, und das Team scheint ähnlich geschlossen zu sein wie wir damals. Ich sehe das durchaus nüchtern, und bin genauso gespannt wie Sie.

phs/hem/news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
++ Fußball-Liveticker ++
 

Live-Ticker powered by live-ticker.com

Fußball im Überblick
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige