Fechten Heidemann holt EM-Silber - Hartung Dritter

Degen-Olympiasiegerin Britta Heidemann hat bei den Fecht-Europameisterschaften in Sheffield das Finale gegen die Schweizerin Tiffany Geroudet mit 8:9 Treffern im «Sudden Death» verloren.

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Heidemann holt EM-Silber - Hartung Dritter Bild: dpa

Sheffield (dpa) - Degen-Olympiasiegerin Britta Heidemann hat bei den Fecht-Europameisterschaften in Sheffield das Finale gegen die Schweizerin Tiffany Geroudet mit 8:9 Treffern im «Sudden Death» verloren.

Mit Silber verpasste die 28-Jährige aus Leverkusen ihren zweiten EM-Titel nach dem Sieg 2009 im bulgarischen Plowdiw. Für den Deutschen Fechter-Bund (DFeB) war es nach Degen-Gold des Leipzigers Jörg Fiedler die dritte Medaille in der englischen Stadt.

Für Säbel-Nachwuchsstar Max Hartung war der Titelverteidiger eine Nummer zu groß: Der Dormagener wurde erst im EM-Halbfinale von Sheffield beim 10:15 von Russlands Topfavorit Alexej Jakimenko gestoppt. Bronze war trotzdem verdienter Lohn für Hartungs couragierten Auftritt. Die ehemalige Welt- und Europameisterin Heidemann hatte nach dem 15:10 in der Neuauflage des Peking-Finales von 2008 gegen Ana Branza aus Rumänien das Finale und Silber sicher.

Mitfavorit Nicolas Limbach verpasste Edelmetall mit dem Säbel, Titelverteidigerin Imke Duplitzer scheiterte mit dem Degen früh: Die 35-Jährige aus Bonn musste schon unter den besten 32 das Aus hinnehmen. «Bei meinem Glück weiß ich nicht, ob ich nach Lourdes rutschen soll», meinte sie nach dem 14:15 gegen Frankreichs Olympiasiegerin Laura Flessel-Colovic mit sarkastischem Unterton. Weltmeisterin Maureen Nisima (Frankreich) schied aber auch schon im Achtelfinale aus.

Die Wege der Dormagener Hartung und Limbach trennten sich im Viertelfinale. Der ehemalige Junioren-Weltmeister Hartung holte mit dem 15:9 gegen den Weißrussen Alexander Bujkewitsch die heiß ersehnte Medaille, der frühere Weltmeister Limbach verlor die Goldgefecht-Neuauflage von Leipzig 2010 gegen Jakimenko mit 14:15.

Heidemann machte es bereits im Achtelfinale mächtig spannend und rettete sich gegen Josephine Jacques André Coquin (Frankreich) nach einem 12:14-Rückstand erst mit dem entscheidenden Punkt zum 15:14 in der Verlängerung. Vor einem Jahr war die «Grande Dame» des Degenfechtens als Weltmeisterin von 2007 und Europameisterin von 2009 in Leipzig unter den besten 32 an der späteren Titelgewinnerin Duplitzer gescheitert. Diesmal stand sie mit dem 10:9 nach «Sudden Death» gegen die Polin Malgorzata Stroka bereits wieder auf dem Medaillenpodest.

«Ja, geil!» - der Weltranglisten-60. Hartung war nach seinem Viertelfinal-Coup zunächst völlig aus dem Häuschen, dachte dann aber sofort an Limbach. «Schade, dass Nico verloren hat. Ich hätte gern gegen ihn gefochten.» Limbach muss auf den Teamwettkampf zum EM-Abschluss am Dienstag setzen. «Ich verliere nicht gern», räumte der 25-Jährige ein, der das Duell mit Jakimenko nicht als vorgezogenes Finale sah, «obwohl die Nummer eins der Welt gegen die Nummer zwei gefochten hat».

Einen Tag nach dem Titelgewinn von Degenfechter Jörg Fiedler aus Leipzig war Sportdirektor Manfred Kaspar von Hartung begeistert und von Limbach (Platz fünf) überhaupt nicht enttäuscht: «Eins gegen zwei - da kann man verlieren. Und dass der Max hier durchmarschiert, ist doch mega erfreulich», sagte der 58-Jährige.

Björn Hübner (Tauberbischofsheim), EM-Dritter von Plowdiw 2009, belegte Rang 21, EM-Neuling Benedikt Wagner (Dormagen) endete an Position 36. Duplitzer belegte Rang 19, die Heidenheimerinnen Monika Sozanska (20.) und Ricarda Multerer (27.) lagen noch weiter hinten.

news.de/dpa

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