Fußball Schröder: Neid fällt Umgang mit Kritik schwer

Potsdams Coach Bernd Schröder ist einer der Chefkritiker von Silvia Neid. Es gehe ihm um eine «vernünftige Streitkultur», kontert er die Vorwürfe der Bundestrainerin, er habe einen «Ehrenkodex» verletzt.

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Schröder: Neid fällt Umgang mit Kritik schwer Bild: dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Potsdams Coach Bernd Schröder ist einer der Chefkritiker von Silvia Neid. Es gehe ihm um eine «vernünftige Streitkultur», kontert er die Vorwürfe der Bundestrainerin, er habe einen «Ehrenkodex» verletzt.

«Ich habe das Gefühl, dass es ihr sehr schwer fällt, mit konstruktiver Kritik umzugehen», sagte Schröder im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Wie bewerten Sie die Entscheidung der Bundestrainerin, ihren Vertrag bis 2016 erfüllen zu wollen?

Schröder: «Ich habe nie die Ablösung der Nationaltrainerin gefordert, ich habe nur den Wert einer vernünftigen Streitkultur angemahnt. Ich habe auch nie damit gerechnet, dass es Zweifel gibt, dass der Vertrag zu erfüllen ist. Sie hat ja eine Verantwortung mit der Aufgabe. Und diese Verantwortung muss man wahrnehmen und nicht bei kleinem Seitenwind umkippen.»

Freuen Sie sich, dass Silvia Neid Bundestrainerin bleibt?

Schröder: «Das wäre ja geheuchelt, ich habe nichts anderes erwartet.»

Hat Sie der Zeitpunkt der Bekanntgabe überrascht?

Schröder: «Das hat mich sehr überrascht. Sie hatte ja vorher erklärt, dass sie länger überlegen will. Das ist natürlich immer von der Emotion abhängig. Ich glaube, dass es nicht ihre eigene Entscheidung war. Der DFB-Präsident (Theo Zwanziger) und Wolfgang Niersbach haben einiges getan, um den Druck von der ganzen Diskussion wegzunehmen.»

Frau Neid wirft Ihnen vor, einen Ehrenkodex verletzt zu haben.

Schröder: «Das ist Unsinn, ich habe niemals Frau Neid angegriffen. Wenn wir uns auf dieses Niveau begeben, können wir langsam einpacken, dann brauchen wir uns nicht mehr über eine vernünftige Streitkultur unterhalten. Ich habe das Gefühl, dass es ihr sehr schwer fällt, mit konstruktiver Kritik umzugehen. Wenn man Welttrainerin des Jahres wird, muss man trotzdem Kritik einstecken können. Wenn sie nicht erkennt, wo Freund und Feind sind, tut es mir leid. Ich bin auf keinen Fall ein Feind.»

Wie geht jetzt in Zukunft die Zusammenarbeit zwischen Clubs und der Bundestrainerin weiter?

Schröder: «Für mich ist wichtig zu wissen, dass sie den Hut aufhat. Es hängt aber nicht alles von der Nationaltrainerin ab. Sie ist wichtig, aber wichtig sind auch alle, die dem DFB zuliefern. Man müsste sich zusammensetzen und eine Strategie für den deutschen Frauenfußball entwickeln. Wir müssen aus der WM lernen und nicht so tun, als ob alles ein kleiner Unfall ist. Frau Neid muss nachdenken über die Fehler, die man bereinigen und zugestehen muss.»

DFB-Frauen

news.de/dpa

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