Tour de France Hoffnungen ruhen auf Klöden und Martin

Klöden  (Foto)
Andreas Klöden gewann dieses Jahr die Baskenland-Rundfahrt. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Die Deutschen liegen so gut im Rennen wie seit Jan Ullrichs Zeiten nicht mehr: Mit Tony Martin (6.) und Andreas Klöden (8.) stehen vor der heutigen ersten schweren Bergetappe zwei Deutsche in den Top Ten. Können sie wirklich bei den Großen mitspielen?

Beide haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie auf bergigem Terrain zurecht kommen. Allerdings dürften die Rampen von Tourmalet und Aubisque sich als zu steil herausstellen für den Fall, dass Alberto Contador oder die Schleck-Brüder einen Angriff starten. Denn Tempowechsel am Berg mögen weder Klöden noch Martin. Vor allem Martin bevorzugt wie seinerzeit Jan Ullrich ein konstantes Tempo. Andernfalls erlebte er in den vergangenen Jahren stets einen Einbruch.

Zu wenige Helfer

Die Frage wird auch sein: Wie viele Körner hat Martin als Anfahrer für Sprinter Mark Cavendish gelassen? Drei Etappensiege trug sein Team HTC Highroad durch den schnellen Mann von der Isle of Man davon. Das Team ist auf Cavendish zugeschnitten, weil er Erfolge garantiert. Martin muss erst noch den Nachweis bringen. Dafür hat er, wenn es hart auf hart kommt, nur ein, zwei Helfer an seiner Seite. Überzeugt er dennoch, könnte seine Zeit im nächsten Jahr kommen, wenn das Team anders als jetzt wirklich auf das Gesamtklassement setzt.

Tour de France
Contador, Schleck, Gesink
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Klöden ist nach der ersten Tourwoche unangefochtener Kapitän von Radio Shack, aber er trägt die Schmerzen eines Sturzes auf der 9. Etappe noch in den Knochen. Seine besten Helfer hat er bereits verloren: Jaroslaw Popowytsch gab wegen Fieber auf, Janez Brajkovic (Schlüsselbeinbruch) und der Amerikaner Chris Horner (Nasenbeinbruch) haben ebenfalls schon die Heimreise angetreten. Klöden, immerhin schon zweimal Tour-Zweiter, ist so fast zum Einzelkämpfer geworden. Immerhin hat er Haimar Zubeldia und Markel Irizar in den Bergen noch an seiner Seite.

Schleck oder Contador

Aufgrund seiner großen Erfahrung ist Klöden höher einzuschätzen als Martin, auch das Terrain kennt er, gewann er doch dieses Jahr schon die Baskenland-Rundfahrt. Doch im großen Duell werden die beiden Deutschen wohl trotzdem nur Nebendarsteller sein. Ab heute (11.15 Uhr live bei Eurosport) geht es um den Toursieg. Alle Fahrer mit Ambitionen müssen jetzt Farbe bekennen – zuvorderst natürlich die Schleck-Brüder, Cadel Evans und Vorjahressieger Alberto Contador als Topfavoriten.

Zwei Varianten sind dabei denkbar. Normalerweise wäre es an Contador zu attackieren, denn er hat vor dem Hochgebirge bereits 1:30 Minuten Rückstand auf die Schlecks und Evans. Die beiden Luxemburger und der Australier müssten nur an Contadors Hinterrad kleben und seine Attacken kontern. Das spart Kraft und garantiert Erfolg, hat aber einen Haken. Sollte Contador Schwächen haben, bleiben sie ungenutzt und der Spanier erhält Gelegenheit, sich bis zu den Alpen zu regenerieren. Und dann muss man ihn als besten Bergfahrer fürchten, das hat er beim Giro d' Italia bewiesen.

Die Etappe der Basken

«Seit dem ersten Sturz fehlt mir der richtige Tritt, aber es wird besser und besser. Ich hoffe, dass ich für die Berge bereit bin», sagte Contador. In Mur-de-Bretagne war sein Antritt am Berg überraschend schwach und im Bergsprint zog er gegen Evans den Kürzeren. Gut möglich, dass die Konkurrenten den Spanier in den Pyrenäen auf Herz und Nieren testen. Doch wohl erst am letzten Anstieg, wenn – falls Contador einen Bluff versucht - nicht mehr all zu viel schief gehen kann.

Die frühen Attacken werden andere setzen – Franzosen und Basken. Denn heute ist französischer Nationalfeiertag und es geht in das Einzugsgebiet des Baskenlandes. Die Equipe Euskatel hat die meisten Bergspezialisten im Team und mit Samuel Sanchez eigentlich auch einen Fahrer, der für das Klassement gedacht ist. Ob er über die Rolle das Nebendarstellers hinauskommt, muss er wie auch Köden und Martin aber erst zeigen.

wam/news.de

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