Olympia Reaktionen auf die Olympia-Vergabe an Pyeongchang

Die Nachrichtenagentur dpa hat die Stimmen zur Wahl Pyeongchangs als Ausrichter der Olympischen Winterspiele 2018 und der Münchener Niederlage zusammengestellt:

Reaktionen auf die Olympia-Vergabe an Pyeongchang (Foto)
Reaktionen auf die Olympia-Vergabe an Pyeongchang Bild: dpa

Durban (dpa) - Die Nachrichtenagentur dpa hat die Stimmen zur Wahl Pyeongchangs als Ausrichter der Olympischen Winterspiele 2018 und der Münchener Niederlage zusammengestellt:

Bundespräsident Christian Wulff: «Wir gratulieren Pyeongchang. Wir wussten, dass es sehr schwer werden würde. München und Deutschland haben sich im Wettbewerb als sympathisch, offen und sportbegeistert dargestellt.»

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP): «Wir wären sehr gute Gastgeber gewesen, nicht nur sportlich, sondern auch wenn es um die Gastfreundschaft geht - das haben wir Deutsche auch schon mehrfach gezeigt. Schade, dass das Wintermärchen nicht in Deutschland stattfinden wird. Aber natürlich auch einen herzlichen Glückwunsch an Südkorea.»

Katarina Witt (Kuratoriumsvorsitzende der Münchener Bewerbung): «Erstmal Glückwunsch an den Gewinner. Natürlich waren es schöne anderthalb Jahre, in denen man viele Sportlerkollegen wiedergesehen hat. Aber wenn man sich schon zweimal beworben hat, dann ist klar, dass da vielleicht auch ein kleiner Mitleidsfaktor mitgespielt hat.»

Thomas Bach (IOC-Vizepräsident und DOSB-Präsident): «Bei dieser Wahl gibt es keine Silbermedaillen. Mir tut es sehr um das ganze Team Leid. Wir können sicher nach dieser Bewerbung erhobenen Hauptes aus dem Rennen gehen. Eine erneute Kandidatur sollte jetzt nicht entschieden werden. Wir sind nicht unter Zeitdruck.»

Bernhard Schwank (Münchner Bewerbungs-Chef): «Ich bin enttäuscht, aber ich bin stolz auf das, was wir geleistet haben. Wir hatten eine brillante Bewerbung. Unsere starke Präsentation hat vermutlich null Ausschlag gegeben.»

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU): «Wenn es verarbeitet ist, müssen wir wieder nach vorne schauen. Ich glaube, wir hatten einen respektablen Wettbewerber. Meine persönliche Vermutung ist, dass die zweifache vorherige Bewerbung ausschlaggebend war und sie haben genau auf diesen Umstand immer wieder hingewiesen.»

Michael Vesper (Generaldirektor DOSB): «Eine sehr enttäuschende Niederlage. Entscheidend war offenbar, dass Pyeongchang bereits zum dritten Mal angetreten ist. Ob wir uns noch einmal bewerben, werden wir in aller Ruhe entscheiden.»

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD): «Ich bin über das Ergebnis enttäuscht. Das ist ganz selbstverständlich, wenn man ein Ziel zwölf Jahre lang ansteuert und die letzten Jahre doch kräfitg die Ärmel aufkrempeln musste, um viele Hürden zu überwinden und Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Aber eine Welt bricht auch nicht zusammen deswegen.»

Südkoreas Präsident Lee Myung Bak: «Dies ist ein Sieg für die Menschen Südkoreas.»

Cho Yang Ho (Vorsitzender des Bewerbungskomitees von Pyeongchang): «Ich denke, wir konnten die Herzen der IOC-Mitglieder mit unserer Präsentation bewegen. Ich spürte, dass uns die Emotionen den Sieg einbrachten, doch habe ich nicht solch einen großen Stimmenabstand erwartet. Ich hatte nur gehofft, dass wir die Mehrheit erhalten.»

Kim Yu Na (südkoreanische Eiskunstlauf-Olympiasiegerin): «Ich bin heute genauso froh wie bei Wettbewerben. So viele Menschen haben so viel getan für die Bewerbung.»

Alfons Hörmann (Präsident Deutscher Skiverband): «Die Bewerbung und das gesamte Konzept waren und sind olympia-würdig. Daran ändert auch das heutige Abstimmungsergebnis nichts. München hat sich in den vergangenen Monaten hervorragend präsentiert und eine überzeugende Bewerbung abgeliefert.»

Magdalena Neuner (Biathlon-Olympiasiegerin): «München und Garmisch-Partenkirchen wären aus meiner Sicht die bessere Wahl gewesen. Die Spiele in Pyeongchang werden sicherlich gut organisiert sein. Aber ob dort tatsächlich so etwas wie Begeisterung aufkommt, muss man abwarten.»

FIFA-Präsident Joseph Blatter: «Das ist keine Überraschung. Pyeongchang ist ein neuer Markt für den Wintersport.»

Gunilla Lindberg (Vorsitzende der IOC-Evaluierungskommission für 2018): «Pyeongchang hatte eine hervoragende Bewerbung. Die Südkoreaner hatten einfach den Vorteil von zwei Bewerbungen.»

Gerhard Heiberg (IOC-Marketingchef) : «Der Sieg von Pyeongchang war verdient. Sie haben zweimal knapp verloren und sind drangeblieben. Ich glaube aber nicht, dass es eine richtungsweisende Entscheidung war. Kaum ein Kandidat gewinnt gleich beim ersten Mal. München sollte sich nochmal bewerben. Dann hätten sie eine gute Chance, 2022 zu gewinnen.»

Michael Vesper (Generaldirektor DOSB): «Eine sehr enttäuschende Niederlage. Entscheidend war offenbar, dass Pyeongchang bereits zum dritten Mal angetreten ist. Ob wir uns noch einmal bewerben, werden wir in aller Ruhe entscheiden.»

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU): «Wenn es verarbeitet ist, müssen wir wieder nach vorne schauen. Ich glaube, wir hatten einen respektablen Wettbewerber. Meine persönliche Vermutung ist, dass die zweifache vorherige Bewerbung ausschlaggebend war und sie haben genau auf diesen Umstand immer wieder hingewiesen.»

Walther Tröger (IOC-Ehrenmitglied): «Der Mitleidsfaktor spielte sicher eine Rolle. Das Ergebnis zeigt, dass wir von vornherein keine Chance hatten. Der Erfolg Pyeongchangs war offenbar langfristig fixiert, und es war nichts mehr zu bewegen.»

Bernhard Schwank (Münchner Bewerbungs-Chef): «Ich bin enttäuscht, aber ich bin stolz auf das, was wir geleistet haben. Wir hatten eine brillante Bewerbung. Unsere starke Präsentation hat vermutlich null Ausschlag gegeben.»

Claudia Bokel (IOC-Mitglied): «Ich bin sehr enttäuscht. Wir haben getan, was wir konnten.»

Roland Baar (Ex-IOC-Mitglied, mehrfacher Rudel-Weltmeister): «Ins Rennen zu gehen, obwohl alle sagten, dass die Spiele nach Südkorea gehen, fand ich sehr mutig. Ich finde, Korea hat es verdient. Man soll jetzt nicht lange schimpfen und nach vorne schauen. Deutschland ist jetzt verdammt noch einmal dran. Natürlich sind wir enttäuscht, aber es gilt jetzt, die Schwachpunkte der Münchner Bewerbung zu erkennen. Und das war das Thema Zustimmung. Es darf bei einer solch wichtigen Sache keine Stimmen dagegen geben. Da muss das ganze Land dahinter stehen.»

Susi Erdmann (mehrfache Rodel-Weltmeisterin): «Es war ganz schlimm, wir haben alle bitterlich geweint, weil wir natürlich alle überzeugt waren von unserer Arbeit. Wenn man dann so klar verliert, dann ist das natürlich bitter.»

Uli Hoeneß (Präsident Bayern München): «Es ist natürlich sehr, sehr schade. Ich bin auch sehr enttäuscht. Die Südkoreaner werden wunderbare Spiele hinbekommen und dann freuen wir uns mit ihnen.»

Philipp Lahm (Fußball-Nationalspieler): «Das ist eine Enttäuschung, schade für uns alle, ich glaube für ganz Deutschland und für München. Wir hätten uns alle gefreut. Auch wir Spieler hätten gerne die Olympiade bei uns gesehen. Wir wären, glaub ich, super Gastgeber gewesen. Alle haben alles dafür gegeben, dass es bei uns ist. Deswegen ist die Enttäuschung groß.»

Bastian Schweinsteiger (Fußball-Nationalspieler): «Leider ist es so entschieden worden. Die haben sich jetzt dreimal dafür beworben. München war das erste Mal dran. Das ist schade, weil viel Aufwand betrieben worden ist. Aber man muss halt warten und Geduld haben.»

Thomas Müller (Fußball-Nationalspieler): «Das ist natürlich schade für München. Jeder von uns wäre auch gerne hingegangen. Ist natürlich bitter, es ist viel investiert worden. Ich glaube, die Koreaner haben es sich irgendwo auch verdient, sie haben es zweimal vergeblich versucht, Olympische Spiele zu holen.»

Axel Doering (Mitinitiator des Garmischer Bürgerbegehrens gegen Olympia): «Der Kelch ist an uns vorübergegangen. Ich bin froh, dass die Entscheidung so gefallen ist. Garmisch-Partenkirchen hat in Wirklichkeit gewonnen. Ich gratuliere Pyeongchang. Dieser Sieg ist allerdings ein zweischneidiges Schwert. Nun ist Pyeongchang in den Fängen des IOC.»

Heide Rosendahl (Weitsprung-Olympiasiegerin von 1972): «Ich kann mich nicht mit den Südkoreanern freuen. Vielleicht ist es ein Zeichen der Zeit, dass man die Tradition ablegt und lieber Neuland betritt. Das Konzept von München war sehr gut. Es wurde viel Aufwand betrieben, mit Auf und Abs. Dennoch denke ich, dass man dies alles nutzen sollte und eine weitere Bewerbung versuchen sollte.»

Ludwig Spaenle (bayerischer Kultusminister): «Schade, aber das olympische Motto heißt: Dabei sein ist alles. Wenn alles vernünftig organisiert wird, dann werden wir uns wieder bewerben. Bei einer erneuten Bewerbung werden wir unsere Trümpfe ausspielen.»

Andrea Schöpp (zweimalige Curling-Weltmeisterin): «Es werden sicherlich auch dort schöne Spiele. Vielleicht klappt es dann ja vier Jahre später. Wir müssen uns auch als faire Verlierer zeigen.»

Michael Ilgner (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Sporthilfe): «Sicher ist die Enttäuschung jetzt groß und ob des großartigen Einsatzes und der vielen Argumente für München verständlich. Der deutsche Sport stand wie eine Eins geschlossen hinter der Bewerbung, das ist ein großer Erfolg. Es gilt, den Schwung und die Begeisterung für den olympischen Sport mitzunehmen, der durch die Münchener Bewerbung entstanden ist.»

Clemens Prokop (Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes): «Ich habe das ein bisschen befürchtet, weil Samsung (koreanischer Elektronikkonzern; Anm.) doch sehr stark vor allem in Sommersportarten als Unterstützer auftritt. Schade für München, es wären fantastische Olympische Spiele geworden.»

news.de/dpa

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