Boxen Wagt Haye das Duell mit Vitali Klitschko?

Drei Tage nach dem klaren Sieg gegen David Haye hat Wladimir Klitschko einen Rückkampf gegen den britischen Provokateur ausgeschlossen. Ein mögliches Duell mit dem älteren Vitali dagegen, steht weiter zur Debatte.

Vitali und Wladimir Klitschko (Foto)
Sie dominieren das Schwergewichtsboxen wie der FC Barcelona die Fußballwelt: Vitali und Wladimir Klitschko. Bild: dpa

Nach fast 40 Minuten hatte Wladimir Klitschko die Nase voll: «Es reicht langsam mit dem Typen», sagte der vierfache Weltmeister im Schwergewicht und beendete damit die Diskussion. In Hamburg stellten er, sein Bruder Vitali und Manager Bernd Bönte sich den Medien um über die Zukunft zu sprechen. Gefragt aber wurde fast ausschließlich nach dem Verlierer David Haye.

Dabei hatte der Kampf am Samstag in Hamburg eigentlich alle Fragen beantwortet: Haye war chancenlos. Es galt das alte Box-Gesetz: Der kleine gute Boxer unterliegt dem großen guten Boxer - jedenfalls im Schwergewicht. Weshalb der 35 Jahre alte Klitschko nun die WM-Titel der drei bedeutenden Verbände IBF, WBO, und WBA sowie IBO in seinem Besitz hat.

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Haye fordert einen Rückkampf

Wieder in London hat der Brite nun offensiv sein Interesse an einem Rematch bekundet. «Ich liebe die Idee, ihn um seine Titel herauszufordern», sagte der 30-Jährige der BBC, «wenn er erst einmal begriffen hat, dass es keinen andern Kämpfer gibt, der so viel weltweites Interesse wie ich hervorruft, dann kommt er vielleicht an und gibt sein Okay.»

Haye hatte seine eindeutige Punktniederlage unter anderem mit einem gebrochenen kleinen Zeh am rechten Fuß erklärt. Im Kampf zeigte der Brite nichts von seinen großspurigen Ankündigungen - und verkauft die Leistung nun als Erfolg, weil er nicht K.o. gegangen ist: «Er hat mich mit seinen härtesten Schlägen getroffen und konnte mich trotzdem nicht niederschlagen. Vielleicht will er es ja noch einmal versuchen.»

Rematch gegen Wladimir völlig ausgeschlossen

Doch Wladimir will nicht: «Ich vertraue dem Typen nicht, der lügt unglaublich viel, er will doch den Rückkampf gar nicht. Er sagt das nur, um sich gut darzustellen.» In der Tat hatte Haye direkt nach dem Kampf auf das Angebot, einen Rückkampf auszutragen, zögerlich reagiert. «Er hat einen schlechten Beigeschmack im Boxsport hinterlassen. Boxen ist was für Gentlemen. Er war ein Clown», ätzte Wladimir.

Bönte erteilte den Spekulationen um einen erneuten Kampf ebenfalls eine klare Absage: «Aktuell ist das kein Thema.» Bönte sieht überdies kein gesteigertes Interesse an einem weiteren Fight: «Man müsste auch erst einmal abwarten, wie der britische TV-Sender Sky das sieht. Inzwischen wird Haye von den britischen Medien nach seinem Auftritt stark kritisiert.» Ein Kampf gegen Wladimir Klitschko sei zudem völlig ausgeschlossen: «Wenn überhaupt, dann würde Vitali antreten.»

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Der 39 Jahre alte Vitali Klitschko wiederholte zwar, dass er Haye gerne für seine beleidigenden Sprüche bestrafen und ausknocken würde. Das sei aber nur ein theoretischer Wunsch. Klitschko muss am 10. September in Breslau seinen WBC-Titel gegen den Polen Tomasz Adamek verteidigen. «Adamek ist technisch besser als Haye, er ist ein sehr starker Gegner», sagte der Weltmeister, «ich muss mich voll auf diesen Kampf konzentrieren.»

Vitali Klitschko fühlt sich «wie 25»

Dafür ist er bereits ins Training eingestiegen. «Ich fühle mich wie 25», sagte der Ältere der Klitschkos, der am 19. Juli 40 wird, «ich habe mir noch nie Gedanken über einen Rücktritt gemacht.»

Einen lukrativen Vertrag über fünf Kämpfe haben die beiden Ukrainer bei RTL noch zu erfüllen. Sie sind absolute Quotenbringer, allein 16 Millionen Deutsche sahen den Fight gegen Haye. Wahrscheinlich ist es aber völlig egal, gegen wen sie antreten. Wladimir wird deshalb Ende des Jahres wieder in den Ring steigen. Gegen wen, das weiß er noch nicht. Er weiß nur, gegen wen ganz bestimmt nicht.

kru/news.de/dapd

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