Fußball US-Torjägerin Wambach mit «Birgit-Prinz-Problem»

US-Torjägerin Wambach mit «Birgit-Prinz-Problem» (Foto)
US-Torjägerin Wambach mit «Birgit-Prinz-Problem» Bild: dpa

Abby Wambach plagt sich mit dem «Birgit-Prinz-Problem» herum. Aber im Gegensatz zur deutschen Rekordschützin geht die Top-Scorerin der USA mit ihrer unerklärlichen Torflaute seit ein paar Wochen gelassen um und steht auch nicht in der Kritik.

Sinsheim (dpa) - Abby Wambach plagt sich mit dem «Birgit-Prinz-Problem» herum. Aber im Gegensatz zur deutschen Rekordschützin geht die Top-Scorerin der USA mit ihrer unerklärlichen Torflaute seit ein paar Wochen gelassen um und steht auch nicht in der Kritik.

«Mir ist das ziemlich egal», versicherte die 31 Jahre alte Nationalstürmerin glaubhaft nach dem souveränen 3:0 (1:0)-Sieg des Weltranglistenersten und Titelkandidaten im zweiten Gruppenspiel der Frauenfußball-WM gegen Neuling Kolumbien. «Wenn wir Weltmeister werden und ich kein Tor erziele, bin ich sehr zufrieden.»

Mindestens ein halbes Dutzend klarster Chancen vergab die sonst so treffsichere Wambach in Sinsheim stümperhaft, fahrlässig oder unkonzentriert. Zudem scheiterte die kraftvolle, kopfballstarke «Knipserin» mehrfach an Kolumbiens Klasse-Keeperin Sandra Sepulveda und einmal am Pfosten. «Sie hat mir zwar einen blauen Fleck verpasst, aber keinen reingemacht», sagte die nach dem heftigen Körperkontakt leicht lädierte, zierliche Südamerikanerin stolz.

«Abby hat ihre Chancen heute nicht verwertet. Früher oder später wird sie aber ihre Tore machen», nahm Nationaltrainerin Pia Sundhage ihre unter unerklärlicher Ladehemmung leidende Tor-Garantin in Schutz. «Sie hilft mit ihrer Spielweise auch so den anderen.» Die Teamkolleginnen stehen voll hinter der nationalen Fußball-Ikone. «Abby ist für uns enorm wichtig», betonte die früher für den 1.FFC Frankfurt spielende Alex Krieger.

Im Gegensatz zu Prinz ist Mary Abigail Wambach beim dreimaligen Olympiasieger keine Auswechselkandidatin. Die viermalige US-Fußballerin des Jahres und mit 118 Treffern in bislang 158 Länderspielen drittbeste Torschützin der US-Geschichte nach Mia Hamm (158) und Kristine Lilly (130) spendete ihrer leidgeprüften deutschen Stürmerkollegin Trost: «Birgit ist eine gute Spielerin. Sie wird diese Situation meistern.»

Problemlos und vorzeitig gemeistert haben die USA die erste Etappe zum großen Ziel. Nach dem zweiten Erfolg stehen sie vorzeitig im Viertelfinale. Im letzten Vorrundenmatch am Mittwoch gegen Schweden geht es nur noch um den Sieg in der Gruppe C. «Ich war vor dem Spiel nervös», gestand Sundhage. «Aber dann habe ich es genossen.»

Die körperlich, läuferisch und spielerisch klar überlegenen USA kontrollierten das Geschehen gegen die sich tapfer wehrenden, aber überforderten Kolumbianerinnen jederzeit. Einziger Schönheitsfehler: das leichtfertig verschenkte Schützenfest. Aber für Wambach sprangen wenigstens Heather O'Reilly (12. Minute), Megan Rapinoe (50.) und Carli Lloyd (57.) ein. «Ich bin stolz auf die Spielerinnen, die die Tore gemacht haben», lobte sie ihre Kolleginnen.

Sundhage bezeichnete ihre Schützlinge als «Vorbilder» und lobte den gesamten Kader. «Wir fühlen, dass wir bereit sind. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht», untermauerte sie die Titelansprüche der USA. O'Reilly warnte schon mal die WM-Widersacher: «Wir können es noch besser.» Für Hansi Flick, den Assistenten von Bundestrainer Joachim Löw, steht schon fest: «In der Verfassung sind die USA der große Titelfavorit.»

news.de/dpa

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