Box-Brüder Die Klitschkos rechnen mit Haye ab

Vitali und Wladimir Klitschko (Foto)
Zwei Brüder, vier Gürtel: Vitali (links) und Wladimir Klitschko haben gemeinsam alle vier großen WM-Titel inne. Bild: dapd

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur , Hamburg
Der kleine Zeh soll schuld gewesen sein: David Haye machte nach seiner Pleite gegen Wladimir Klitschko einen Knochenbruch dafür verantwortlich. Nach dem Kampf teilten ihm beide Klitschkos in deutlichen Worten mit, was sie von Ausreden dieser Art halten.

Er gab sich größte Mühe, ein fairer Verlierer zu sein. Doch so richtig ist David Haye das nicht gelungen. Nachdem Wladimir Klitschko den provokanten Briten in zwölf Runden mit einem einstimmigen Punktsieg niedergerungen hatte, gab der sich vor der Presse zunächst kleinlaut. Den Hut ziehe er vor Wladimir, denn der habe einen «perfekten und wunderschönen» Kampf abgeliefert. «Ich selbst bin angepisst, dass ich meine Chance nicht genutzt habe», haderte Haye, der die Klitschkos im Vorfeld auf das Übelste provoziert hatte.

Im Laufe der Pressekonferenz prägte Haye auch den schönen Satz: «Ich bin kein Kämpfer, der für eine Niederlage irgendwelche Ausreden sucht, aber...» Und widerlegte das Gesagte umgehend.

Klitschko vs. Haye
So krallte sich Klitschko Hayes Gürtel
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Am Ende des Boxabends - es war mittlerweile 2.30 Uhr in der Frühe - stand der unterlegene David Haye im überfüllten Presseraum auf dem Tisch und präsentierte die Ausrede für seine zweite Niederlage als Profi (25 Siege): Drei Wochen vor dem Kampf habe er sich im Training den kleinen Zeh des rechten Fußes gebrochen. Weil er sich so im Ring nicht richtig habe stellen können, habe seinen Schlägen die nötige Wucht gefehlt. Die Journalisten standen auf den Stühlen, die Kameras klickten - alle wollten einen Blick auf David Hayes kleinen Zeh werfen, der in der Tat geschwollen war.

«Rematch? Ja, vielleicht»

Wladimir Klitschko, der nun gemeinsam mit seinem Bruder alle vier großen WM-Gürtel besitzt, lachte darüber nur und sagte genervt: «Hat dich eine Biene in den Zeh gestochen? Erzähl mir nicht, was schiefgegangen ist.» Zu Beginn der Begegnung hatten sich beide endlich die Hände gereicht, nachdem Haye den Handschlag vor dem wechselweise als Kampf des Jahres oder des Jahrhunderts angepriesenen Duell stets verweigert hatte.

Die Frage, ob sich Klitschko ein Rematch gegen Haye vorstellen könne, gab der Ukrainer an den Briten weiter. Der jedoch reagierte verhalten: «Ja, vielleicht.» Große Boxer verhalten sich anders. Klitschko versprach dennoch, Haye beim nächsten Treffen auszuknocken. Dass er den wendigen Briten nicht auf die Bretter geschickt hatte, war der einzige Makel an einem sonst souveränen und taktisch einwandfreien Kampf von Wladimir Klitschko, den sie «Dr. Steelhammer» nennen.

«Haye hat keinen Respekt vor anderen Menschen»

Wladimir Klitschko (35) machte genauso wenig wie sein älterer Bruder Vitali (39), der die PK in den hinteren Stuhlreihen gespannt verfolgte, einen Hehl daraus, dass er Haye gern K.o. gesehen hätte. «Es ist schwierig zu treffen, wenn der Gegner nicht kämpfen will, sondern wegläuft», sagte Vitali. «Er hat simuliert. Er ist bei jeder Gelegenheit in die Knie gegangen, um sich beim Referee zu beschweren, dass Wladimir ihn runtergedrückt hätte.»

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Vitali Klitschko, der selbst so gern gegen Haye geboxt hätte, übte heftige Kritik an dessen Ausreden: «Wenn er ein Mann ist, dann muss er einsehen, dass er verloren hat, und nicht den Zeh oder die Scheinwerfer, Zahnschmerzen oder was weiß ich dafür verantwortlich machen. Ein schlechter Verlierer findet immer eine Ausrede.»

Bis kurz vor Beginn des Kampfes hatte David Haye versucht, die Klitschkos zu provozieren. Als alles in der Halle nur auf ihn wartete, ließ der unerzogene Londoner 45.000 Fans und seinen Gegner zehn Minuten lang warten. «Der Junge hat überhaupt keinen Respekt vor dem Gegner und anderen Menschen. Doch dafür wird er nicht nur im Sport, sondern auch im Leben bestraft werden», sagte der ältere der Klitschko-Brüder. Howgh, die Klitschkos - die mit Abstand besten Schwergewichtler unserer Tage - haben gesprochen.

cvd/news.de

Leserkommentare (12) Jetzt Artikel kommentieren
  • gs61
  • Kommentar 12
  • 04.07.2011 13:39

Ali war ein Mann, Haye ist eine Memme, das ist der große Unterschied. Das Maul so voll nehmen und dann vom gebrochenen Zeh reden, was für eine Schande!!

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  • Ergenekon
  • Kommentar 11
  • 04.07.2011 10:35

Ich mag Hayes, er erinnert mich an Ali.

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  • Max Fair
  • Kommentar 10
  • 04.07.2011 07:53

Zu Kommentar 4: Ellenbogenschläge sind so das Übelste, was es gibt. Vorsätzlich ausgeführt sollten sie zur Disqualifikation des kriminellen Täters führen. Henry Maske schütze sich vor einem, der ständig mit seinem Kopf unter sein Kinn kommen wollte allerdings mit seinem Ellenbogen, gegen den der Killerboxer dann sprang. Fortan unterließ er Kopfstöße. Man darf also bei allem die Ursachen und Zusammenhänge nicht unbeachtet lassen. Wenn es je faire Boxer gab und gibt, dann gehören dazu Henry Maske und die Klitschkobrüder!

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