Formel 1 Vettel macht auch in Valencia alle nass

Gemütliche Hafenrundfahrt in Valencia: Sebastian Vettel legte einen seiner gefürchteten Start-Ziel-Siege hin und triumphierte damit zum sechsten Mal in dieser Saison. Michael Schumacher hatte dagegen nach einer Kollision große Probleme.

Sebastian Vettel  (Foto)
Diesen Schluck hat er sich verdient: Sebastian Vettel genießt den Siegersekt. Bild: dapd
Die Rennstrecken der Formel1

Formel-1-Dominator Sebastian Vettel steuert nach seinem lockeren Sieg bei der gemütlichen Hafenrundfahrt von Valencia ungefährdet seinem zweiten WM-Titel entgegen. Der Titelverteidiger kontrollierte beim weitgehend spannungslosen Großen Preis von Europa vom Start weg das Geschehen und feierte seinen sechsten Saisonsieg. «Huhu, yes, fantastisch, boys», jubelte der Red-Bull-Pilot nach seiner Gala bei strahlendem Sonnenschein über Boxenfunk. Später streckte er traditionell den rechten Zeigefinger in die Höhe und sagte: «Ich bin überglücklich. Es hat sehr, sehr viel Spaß gemacht.»

Ferrari-Pilot Fernando Alonso verpasste bei seinem Heimrennen vor 85.127 Zuschauern klar den erhofften Sieg und musste sich mit Rang zwei begnügen. Damit dürfte der zweifache Champion aus Spanien im Titelrennen keine Rolle mehr spielen. Auch der Gesamtzweite Jenson Button erlitt einen Rückschlag: Der Brite belegte beim achten Saisonlauf auf dem 5,419 Kilometer Valencia Street Circuit im McLaren-Mercedes nur den sechsten Platz. Vettels Teamkollege Mark Webber wurde Dritter.

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Vettel führt nun nach acht von 19 Grand Prix mit 186 Punkten vor Button (109). Webber (109) bleibt punktgleich wie der Brite Gesamtdritter. Selbst wenn der 23 Jahre alte Heppenheimer nun drei Nullrunden in Serie hinlegen würde und Webber oder Button die nächsten drei Grand Prix jeweils gewinnen würde, bliebe Vettel Spitzenreiter. «Es ist noch eine lange Saison. Ich schaue nicht auf den Vorsprung», wiegelte er ab. «Wir müssen zwar nicht jedes Rennen auf Teufel komm raus gewinnen, aber auch das bleibt natürlich unser Ziel.»

Nach dem Sekundenschlaf in Montreal hellwach am Start

Nach zuletzt zwei turbulenten und teilweise chaotischen Rennen in Monaco und Montreal verlief der achte Saisonlauf ohne große Zwischenfälle und Aufreger. Vettel trug mit seiner erdrückenden Dominanz entscheidend zu der Langeweile bei. Er demonstrierte mit der Wiederholung seines Vorjahreserfolges in Valencia zugleich, dass ihn der wegen eines Sekundenschlafs verschenkte Sieg vor zwei Wochen in Kanada nicht aus der Bahn geworfen hatte. «Das war kein Spaziergang. Ich hatte keine Langeweile», versicherte Vettel zwar. Aber die Fakten belegten das Gegenteil.

Wenigstens etwas Spannung kam in der 22. von 57 Runden auf, als Alonso Webber überholte und nun als Zweiter versuchte, seinen Druck auf Vettel zu verstärken. Allerdings kontrollierte der Spitzenreiter das Geschehen souverän gegen den Spanier. Ein tolles und vor allem intelligentes Rennen von Sebastian», schwärmte Red-Bull-Teamchef Christian Horner von seinem Star.

Beim zweiten Boxenstopp «überholte» Webber dann Alonso wieder und die alte Reihenfolge war zumindest vorübergehend hergestellt. Ferrari revanchierte sich mit einem besseren dritten Reifenwechsel: Der Spanier überflügelte dadurch den Australier wieder.

Die anderen Deutschen spielten nur eine Nebenrolle: Nico Rosberg war als Siebter im Mercedes Zweitbester. Force-India-Pilot Adrian Sutil kam auf Rang neun vor Nick Heidfeld im Lotus Renault, der sich noch einen WM-Zähler holte. Rekord-Weltmeister Michael Schumacher landete nach großem Problemen im zweiten Silberpfeil nur auf Rang 17. Timo Glock wurde im Virgin 21.

Schumis Silberpfeil brauchte eine neue Nase

Schumacher beschädigte sich nach einer Kollision mit Witali Petrow kurz nach seinem ersten Reifenwechsel den Frontflügel und musste gleich wieder an die Box, um für seinem Silberpfeil eine neue Nase aufmontieren zu lassen. Dadurch fiel der siebenmalige Weltmeister früh aussichtslos zurück.

Vettel legte die Grundlage für seinen insgesamt 16. Grand-Prix-Sieg mit einem guten Start. Der Red-Bull-Pilot verteidigte seine Pole-Position problemlos und baute vor dem ersten Boxenstopp seinen Vorsprung vor Webber kontinuierlich aus. Vettel fuhr jedoch äußerst kontrolliert und achtete darauf, die Reifen bestmöglich zu schonen.

Als der Heppenheimer in der 14. Runde erstmals frische Reifen aufziehen ließ, musste er nur kurzfristig die Führung an Ferrari-Rivale Felipe Massa abgeben. Nach dem Stopp des Brasilianers wenig später dann wieder das gewohnte Bild: Vettel vor Webber und Alonso. Auch die anderen Serviceeinlagen änderten nichts an Vettels Solofahrt. Nach insgesamt 308,883 Kilometern siegte der Hesse in 1:39:36,169 Stunden. Alonso wies 10,891 Sekunden Rückstand auf.

kru/news.de/dpa

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Huhuntelaar
  • Kommentar 1
  • 26.06.2011 17:25

Schön das dieser sympathische Sunnyboy so locker nach den Sternen greift. Vettel fährt diese Siege auch mit überragendem Können heraus, wie man an seinem Kollegen Webber sieht (gleiches Auto)! Die Formel 1 Macher sind sehr eigenwillig mit den Regeländerungen mitten in der Saison und klar ist ihr Auftrag, Red Bull die Butter vom Brot zu nehmen. Früher gab es ebenfalls dominante Fahrer? Wenn das in jeder Sportart so wäre, wenn einer dominiert werden sofort die Regeln geändert, um den Sport wieder "spannend" zu machen? Hier schafft sich ein Sport nur selbst ab! Auch ok.

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