Tennis Tennis-Ass Petkovic auch in Wimbledon auf Kurs

Andrea Petkovic hat ihren Wimbledon-Fluch besiegt und mit einem Hula-Hoop-Tänzchen den erstmaligen Einzug in die zweite Runde gefeiert. Die deutsche Tennis-Nummer 1 setzte sich mit 6:3, 6:4 gegen die Französin Stéphanie Foretz Gacon durch.

Tennis-Ass Petkovic auch in Wimbledon auf Kurs (Foto)
Tennis-Ass Petkovic auch in Wimbledon auf Kurs Bild: dpa

London (dpa) - Andrea Petkovic hat ihren Wimbledon-Fluch besiegt und mit einem Hula-Hoop-Tänzchen den erstmaligen Einzug in die zweite Runde gefeiert. Die deutsche Tennis-Nummer 1 setzte sich mit 6:3, 6:4 gegen die Französin Stéphanie Foretz Gacon durch.

Dank einer günstigen Auslosung kann Petkovic auf erfolgreiche Tage an der Church Road hoffen. «Als ich vom Platz ging, dachte ich: 'Boah, das erste Mal in Wimbledon eine Runde gewonnen. Das ist schon etwas Besonderes'», sagte die überglückliche Petkovic. Zugleich betonte die 23-Jährige, dass sie nach ihren Viertelfinal-Teilnahmen in Melbourne und Paris auch beim dritten Grand-Slam-Turnier des Jahres für Furore sorgen will: «Meine Erwartungen habe ich nach oben geschraubt.» Zumal sie sich auf dem anfangs ungeliebten Rasen mittlerweile viel besser bewege. «Ich hoffe, dass es noch viel besser wird», sagte Petkovic, die auch gegen die Kanadierin Stephanie Dubois klar favorisiert ist.

Der Lübecker Tobias Kamke meisterte derweil als zweiter deutscher Tennis-Herr nach Rainer Schüttler seine Auftakthürde. Die Fortsetzung seiner wegen Regens verschobenen Partie gegen den Slowenen Blaz Kavcic gewann der 25-Jährige mit 6:3, 7:6 (7:1), 5:7, 6:1. Dagegen scheiterte Andreas Beck mit 4:6, 6:7 (6:8), 3:6 an Ex-Finalist Andy Roddick aus den USA. Weiter ist Titelverteidigerin Serena Williams, die nach langer Zwangspause ihre Form sucht und beim 6:3, 3:6, 6:1 über die Französin Aravane Rezai eine Auftakt-Blamage vermied.

Petkovic musste gegen Foretz Gacon keinesfalls glänzen, um im vierten Anlauf ihren Debüt-Sieg im wolkenverhangenen All England Club zu feiern. «Man darf nicht vergessen, dass sie hier noch nie gewonnen hat, das hätte eine Blockade sein können», sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Ritter, die Petkovic nach dem «soliden Auftakt» noch viel zutraut: «Sie kann sich hier durchspielen.»

An dem Großkampftag, an dem insgesamt 14 deutsche Tennisprofis aufschlagen sollten, ließ Petkovic ihre Gegnerin auf Court 18 drei Minuten warten, ehe sie den Platz betrat. Dafür fand die Darmstädterin umso schneller in die Partie, breakte Foretz Gacon zum 2:0 und holte sich nach 36 Minuten den ersten Durchgang.

Zwar leistete sich die Weltranglisten-13. vor den Augen von Papa Zoran immer wieder vermeidbare Fehler. Am ungefährdeten Sieg gab es letztlich aber keinen Zweifel. Anschließend vollführte Petkovic ein kurzes Tänzchen, zu dem sie am Montag der Serbe Novak Djokovic bei einem gemeinsamen Videodreh in der Regenpause animiert hatte. «Ich war grottenschlecht, und alle haben gesagt, dass ich mich verbessern soll», erläuterte Petkovic ihre kurze Tanzeinlage.

Bei ihren vorherigen drei Wimbledon-Starts war die eloquente Einser-Abiturientin zweimal in der Qualifikation gescheitert, im vergangenen Jahr war nach Runde eins Schluss. «Schlimmer als in der Vergangenheit kann es nicht werden», hieß folglich ihr Motto.

Auch aufgrund dieser Bilanz sieht sich Petkovic noch längst nicht als Turnierfavoritin, zu der sie von Tennis-Legende Chris Evert auserkoren wurde. «Ich bin noch weit davon entfernt, in der Anfangsphase als Titelanwärterin gesehen zu werden», sagte Petkovic. Dass Evert sie neben den Williams-Schwestern, Chinas French-Open-Siegerin Li Na und der früheren Wimbledon-Gewinnerin Maria Scharapowa aus Russland aber zu den «Five to Watch» zählt, sei eine Ehre: «Das habe ich mir erarbeitet.»

Am Montagabend war Petkovic' Auftaktpartie wegen Regens um einen Tag verschoben worden - zum Verdruss der 23-Jährigen. «Ist hier irgendjemand, der Ethnologie oder Anthropologie studiert und kreativ und willens genug ist, um uns Tennisspielern in Wimby (Wimbledon) den Anti-Regentanz beizubringen?» scherzte Petkovic via Twitter.

news.de/dpa

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