Ballacks Abschied «Unangemessener Umgang mit dem Spieler»

Michael Ballack (Foto)
Ein Bild aus scheinbar glücklichen Tagen: DFB-Kapitän Philipp Lahm, Michael Ballack und Bundestrainer Jogi Löw während der WM 2010. Bild: dapd

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur
Eine längst überfällige Entscheidung oder ein unwürdiger Abgang? Über die Art und Weise des unfreiwilligen Abgangs von Michael Ballack kann man streiten. News.de hat Reaktionen von Ballacks Weggefährten und Prominenten aus der Welt des Sports eingeholt.

Joachim Löw (Bundestrainer): «Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass viele junge Spieler in den Blickpunkt gerückt sind und gute Perspektiven besitzen. Mit ihnen ist die Entwicklung der Nationalmannschaft seit der WM 2010 in Südafrika absolut positiv verlaufen. Nachdem ich diese Thematik mit Michael Ballack zuletzt bei unserem Treffen Ende März 2011 in aller Offenheit erörtert habe und wir danach mehrfach telefoniert haben, ist nun vor dem Start in die EM-Saison der Zeitpunkt gekommen, hier klar Position zu beziehen. In unseren Gesprächen hatte ich den Eindruck, dass Michael durchaus Verständnis für unsere Sichtweise hat. Im Interesse aller ist daher jetzt eine ehrliche und klare Entscheidung angebracht.»

Michael Ballack
Ciao, Capitano

Rudi Völler (Sportdirektor Bayer 04 Leverkusen): «Nachdem diese Frage endgültig geklärt ist, kann sich Michael nun voll und ganz auf Bayer 04 Leverkusen konzentrieren. Wir haben hochgesteckte Ziele sowohl in der Bundesliga als auch in der Champions League. Michael kann und wird alles dazu beitragen, diese zu erreichen.»

Wolfgang Holzhäuser (Geschäftsführer Bayer 04 Leverkusen): «Wir bedauern diese Entscheidung, weil wir der Meinung sind, dass Michael Ballack nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Nationalmannschaft sein könnte. Aber es ist die Entscheidung des Bundestrainers. Auch wenn man über den späten Zeitpunkt diskutieren kann, respektieren wir sie.»

Olaf Thon (Ex-Teamkollege von Michael Ballack in der Nationalelf): «Michael Ballack hat große Verdienste für den deutschen Fußball, als Spieler und als Mensch. Ich finde aber, dass der Abschluss seiner Karriere in der Nationalmannschaft jetzt zum richtigen Zeitpunkt kommt. Die Uhr tickt, die jungen Kräfte rücken nach, und ich glaube, dass Michael Ballack das auch versteht. Er hat die Zeichen der Zeit erkannt. Vielleicht hat er jetzt noch ein paar gute Jahre im Verein. In diesem Alter überhaupt noch auf höchstem Niveau Fußball zu spielen, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, ist schon eine außergewöhnliche Leistung.»

Heiner Brand (scheidender Handball-Bundestrainer): «Grundsätzlich steht jedem Trainer das Recht zu, seine Mannschaft zu verändern. Da Michael Ballack ein gewisses Alter erreicht hat, gibt es gute Gründe für diese Entscheidung. Was mich mehr gestört hat, war das Verhalten von Ballacks Teamkollegen während der WM im vergangenen Jahr, als beispielsweise Philipp Lahm sofort Ansprüche angemeldet hat. Das halte ich für einen höchst unangemessenen Umgang mit dem Spieler. Aber damit hatte Jogi Löw ja nichts direkt zu tun.»

Von Szepan bis Lahm
Deutschlands WM-Kapitäne

Katarina Witt (Eiskunstlauf-Olympiasiegerin aus Chemnitz zu Sport-Bild): «Michael Ballack kann auf eine großartige Karriere stolz zurückblicken, aber es ist natürlich immer besser, wenn man als Leistungssportler selbst den Abschied bestimmen kann.»

Wolfgang Niersbach (Generalsekretär DFB): «Der DFB, insbesondere auch unser Präsident Dr. Theo Zwanziger, ist über den Stand der Dinge immer informiert gewesen. Wir alle möchten, dass Michael Ballack in seinem 99. Länderspiel einen würdigen Abschied von der Nationalmannschaft am 10. August im Klassiker gegen Brasilien feiern und dort ein letztes Mal unser Team als Kapitän aufs Feld führen kann. Diese Überlegungen sind ihm seit längerem bekannt. Wir hoffen, dass er dieses Angebot annimmt.»

hem/news.de/dpa

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Raimond
  • Kommentar 3
  • 20.06.2011 14:00

Ballack tut so, als hätte er immer mit einer Rückkehr gerechnet. Statt selber mit Einsicht zurückzutreten..schon dess Alters wegen,tritt wer nunmehr um sich. Es wird ihm, nichts mehr nützen. Die Entscheidung von Jogi ist richtig, auch im Sinne seiner Auswahl. Arroganz gehört nicht in ein Team.

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  • Ballakst du mit
  • Kommentar 2
  • 20.06.2011 11:00

hier steht der einzig richtige Kommentar zu der Sache (mapo). Er hätte tatsächlich gut und auch in aller Freundschaft vom DFB verabschiedet werden können. Genauso wie Frings hat er sich mit dieser Rücktrittsverweigerung keinen Gefallen getan. Frings hat daraus bei Werder gelernt und sich dort wenigstens nicht im Streit verabschiedet. Ballak wird diese Chance auch nur noch bei Leverkusen haben. Schon bald.....!

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  • mapo
  • Kommentar 1
  • 17.06.2011 11:29

Ist Ballack irgendwie beschränkt im tun oder handeln? Er hätte doch JEDERZEIT SELBST den Hammer werfen können! Was soll dieses Theater von der Presse jetzt?

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