Fußball Organisator Wolter: «WM kann richtig groß werden»

Als Präsidentin des Organisationskomitees ist Steffi Jones das Covergirl der Frauenfußball-Weltmeisterschaft. Die Fäden in der Hand hält aber vor allem einer, der selten in der Öffentlichkeit auftritt: Ulrich Wolter.

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Organisator Wolter: «WM kann richtig groß werden» Bild: dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Als Präsidentin des Organisationskomitees ist Steffi Jones das Covergirl der Frauenfußball-Weltmeisterschaft. Die Fäden in der Hand hält aber vor allem einer, der selten in der Öffentlichkeit auftritt: Ulrich Wolter.

Der 37 Jahre alte Jurist aus Bremen ist der Gesamtkoordinator. «Manche sagen ja, ich sei die Außenministerin des OK. Demnach wäre Uli Wolter dann vielleicht so etwas wie der Innenminister», sagt Jones über den Macher in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise 6.

Wolter sieht's ganz pragmatisch. «Ich kümmere mich um das operative Geschäft. Schwerpunkte meiner Arbeit sind die politische Richtlinie und die Einhaltung des Budgets», erklärt er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Die Abteilungen wissen, was sie zu tun haben. Es geht auch darum, für die Gremien Lösungen vorzubereiten.»

Wolter ist Herr über inzwischen 50 hauptamtliche Mitarbeiter, die seit Januar 2008 die WM (26. Juni bis 17. Juli) in Deutschland vorbereiten. Ihm zur Seite stehen die Abteilungsleiter Heike Ullrich (Turnierorganisation), Patrick Kisko (Marketing), Winfried Naß (Städte und Stadien) und Jens Grittner (Kommunikation). Und Wolter ist auch Chef der 220 temporären Mitarbeiter in den Außenstellen und der 3000 freiwilligen Helfer. Jones schätzt an ihm «seine unglaubliche hohe Fachkompetenz genauso wie seine besonnene Art».

Im Endspurt vor der WM hat sein Arbeitstag elf bis zwölf Stunden. «Es laufen jetzt ganz viele Dinge parallel, ich habe aber das Vertrauen in die Venue-Teams vor Ort.» Nervös ist Wolter noch nicht, schließlich kann er auf einige Erfahrung in der Organisation von sportlichen Großveranstaltungen zurückschauen: So war er Projektleiter bei der Leipziger Olympia-Bewerbung für 2012, «das waren extrem lehrreiche zweieinhalb Jahre.»

Danach bekam er, als er bei einem Ausflug im Kanu saß, einen Anruf vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und wurde von Theo Zwanziger und Horst R. Schmidt für den Confederations Cup 2005 verpflichtet. Beim «Sommermärchen 2006» war er dann Geschäftsführer der Außenstelle Leipzig. Bei der EM 2008 arbeitete Wolter als OK-Chef des Spielortes Salzburg in Österreich, davor ein Jahr bei einer Gesellschaft für Investitionsprojekte in den neuen Bundesländern. «Dann war der Drang zu groß, zurück zum Fußball zu gehen», sagte er und erklärt ohne Eitelkeit: «Ich habe eine gewisse Erfahrung, Themen und Projekte zu verkaufen.»

Die Frauen-WM birgt für den erfahrenen Organisator den Reiz, «das Knowhow aus dem DFB herauszuholen» und den Kartenvorverkauf zu einer Erfolgsstory zu machen. «Die WM wird ernst genommen als Spitzensport-Veranstaltung.» Zweifler gab es anfangs viele und vor allem das Ticketing bereitete dem Organisationskomitee einiges Kopfzerbrechen. «Am Anfang waren wir uns unsicher, aber das Länderspiel Deutschland - Brasilien im April 2009 vor der Rekordkulisse von fast 45 000 Zuschauern in Frankfurt war der Kick: Da wussten wir, dass es klappen kann, dass die WM richtig groß werden kann.»

news.de/dpa

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