Wechsel perfekt Neuer geht zum FC Bayern

Manuel Neuer  wechselt zum FC Bayern (Foto)
Manuel Neuer steht ab der Saison 2011/12 für den FC Bayern zwischen den Pfosten. Bild: dpa

Von Ulli Brünger
Manuel Neuer spielt in der kommenden Saison für den FC Bayern München. Der Nationaltorhüter erhält in München einen Fünfjahresvertrag. Es ist der zweitteuerste Bundesligatransfer aller Zeiten. Neuers Nachfolger bei Schalke 04 wird Ralf Fährmann.

Der FC Schalke 04 verliert seine Identifikationsfigur, Bayern München kann mit Nationaltorhüter Manuel Neuer einen neuen Angriff auf Europas Fußball-Thron starten. Nach wochenlangem Tauziehen ist der Wechsel des 25 Jahre alten Schalker Kapitäns zum deutschen Rekordmeister zur neuen Saison perfekt. «Dieser Entschluss ist uns allen im Verein schwer gefallen, denn wir verlieren in Manuel Neuer einen herausragenden Spieler», sagte Schalkes Manager Horst Heldt. «Aber das Angebot der Bayern war stattlich. Es war eine Abwägungssache.»

Wie die Münchner am Abend erklärten, erhält Neuer einen Fünfjahresvertrag bis zum 30. Juni 2016. «Ich freue mich riesig auf die große und spannende Herausforderung beim FC Bayern», wurde Neuer auf der Bayern-Homepage zitiert. «Viele Kollegen aus der Nationalmannschaft werden jetzt meine Mitspieler in München. Daher werde ich kein Neuland betreten und mich sicherlich schnell eingewöhnen.»

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Auch Tönnies hat zugestimmt

Laut Heldt war der grundsätzliche Beschluss bereits am Montag in der Aufsichtsratssitzung gefallen. «Wir haben dort das Angebot der Bayern vorgestellt. Heute haben wir im kleinen Kreis noch einmal beraten», erklärte der 41-Jährige. Eilausschuss, Vorstand und der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies segneten den Millionen-Deal schließlich ab. «Unter den gegebenen Umständen war es die beste Lösung für Schalke 04», betonte Heldt. Man habe damit auch dem Wunsch Neuers entsprochen, sich schon in diesem Sommer zu verändern. Im kommenden Jahr hätte der hoch verschuldete Klub keinen Cent mehr kassiert. Heldt: «Natürlich spielte auch die Ablösesumme eine Rolle.»

Ohrfeige
Fan schlägt Neuer ins Gesicht
Video: cvd/news.de/Unitec

Noch in der vergangenen Woche hatte Schalke-Chef Tönnies die Muskeln spielen lassen und angekündigt «Manuel den Bayern noch aus dem Rachen reißen» zu wollen. Doch auch eine Offerte von angeblich sieben Millionen Euro Jahresgehalt konnte Neuer nicht umstimmen. Die Schalker Fans dürfen sich zumindest damit trösten, dass ihr Idol sich dank des Pokalsiegs gegen den MSV Duisburg mit seinem ersten Titel im letzten Pflichtspiel aus der Heimat verabschiedete.

Heldt würdigte angesichts der 20-Jährigen Klubzugehörigkeit die großen Verdienste der Identifikationsfigur. «Manuel Neuer hat einen riesengroßen Anteil an den Erfolgen in den vergangenen fünf Jahren, in dieser Saison am Gewinn des DFB-Pokals und am erstmaligen Einzug des Vereins ins Halbfinale der Champions League.» Für die Knappen bestritt Neuer insgesamt 202 Pflichtspiele, darunter 156 Bundesligapartien und 26 Europapokalspiele.

Neuer-Nachfolger wird ein alter Bekannter

Seine Nachfolge ist schon geregelt. Der 22 Jahre alte Ralf Fährmann kehrt nach dem Bundesliga-Abstieg von Eintracht Frankfurt ablösefrei zurück und erhält einen Vierjahresvertrag bis 2015. «Er ist ein sehr talentierter Schlussmann, dessen sportliche Entwicklung längst noch nicht abgeschlossen ist. Zudem kennt er den Verein», sagte Heldt über Fährmann, der bereits von 2003 bis 2009 bei Schalke unter Vertrag stand und drei Bundesligaspiele für den Revierklub bestritt.

Im Sommer 2009 wechselte er zu den Hessen (18 Bundesligaspiele), weil er an Neuer nicht vorbei kam. Nun will Fährmann seinen zweite Chance nutzen. «Ich möchte mich sportlich weiterentwickeln, um künftig wieder gute Leistungen für Schalke 04 zeigen zu können», sagte er.

Der spektakuläre Transfer von Neuer ein Jahr vor Ablauf seines Vertrags 2012 hatte sich lange angebahnt. Vor Wochen hatten sich die Klubführungen über die Transfermodalitäten geeinigt. Dem Vernehmen nach bekommt der Pokalsieger eine Ablösesumme von 18 Millionen Euro, die sich durch erfolgsabhängige Zuschläge auf bis zu 25 Millionen erhöhen kann. Damit wäre Neuer der zweitteuerste Spieler, der innerhalb der Bundesliga wechselte. 2009 hatten die Bayern Mario Gomez für 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart verpflichtet. Verhandlungspartner der Münchner war damals wie heute: Horst Heldt.

Die Bayern selbst sind froh, dass die lange Hängepartie vorüber ist. In Neuer habe der Klub «nicht nur die Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft, sondern auch einen der weltbesten Torhüter langfristig verpflichtet», sagte der Bayern-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Neuer ist ein wichtiger Baustein für einen neuen Angriff in der «Königsklasse». Schließlich findet das Champions-League-Finale 2012 in München statt.

Der FC Bayern hat auch einen neuen Außenverteidiger. Rafinha unterschrieb einen Dreijahresvertrag bis zum 30. Juni 2014 beim deutschen Rekordmeister. Über die Ablösemodalitäten habe man mit dem italienischen Erstligisten FC Genua Stillschweigen vereinbart.

cvd/news.de/dpa

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