Motorsport Vettel auf Pole - schwerer Unfall von Pérez

Vettel auf Pole - schwerer Unfall von Pérez (Foto)
Vettel auf Pole - schwerer Unfall von Pérez Bild: dpa

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat sich die Pole Position für den Großen Preis von Monaco gesichert. Der Red-Bull-Pilot fuhr in Monte Carlo in 1:13,556 Minuten die schnellste Runde der Qualifikation.

Monte Carlo (dpa) - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat sich die Pole Position für den Großen Preis von Monaco gesichert. Der Red-Bull-Pilot fuhr in Monte Carlo in 1:13,556 Minuten die schnellste Runde der Qualifikation.

Zweiter wurde McLaren-Pilot Jenson Button vor Mark Webber im zweiten Red Bull. Michael Schumacher belegte Rang fünf, sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg Platz acht. Für WM-Spitzenreiter Vettel ist es im sechsten Saisonrennen die fünfte Pole Position und die insgesamt 20. seiner Karriere.

Überschattet wurde die Qualifikation von einem schweren Unfall des Sauber-Piloten Sergio Perez. Der Mexikaner krachte nach der Tunnelausfahrt in Monte Carlo erst seitlich in die Leitplanke und prallte dann mit seinem Sauber-Rennwagen quer in eine Barriere. Um sich zu schützen, griff er mit beiden Händen an den Helm. Kurz nach dem Unfall kamen Rettungskräfte. Der 22-Jährige blieb zunächst in seinem Auto sitzen und wurde ärztlich versorgt. Nach rund zehn Minuten wurde Pérez im Krankenwagen von der Unfallstelle in ein Krankenhaus gebracht. Er war nach Angaben eines Teamsprechers bei Bewusstsein und ansprechbar, klagte aber dem Vernehmen nach über Schmerzen in den Beinen. Die Qualifikation wurde für mehr als 20 Minuten unterbrochen.

Schon beim Training hatte es zwei spektakuläre Unfälle von Nico Rosberg und Vitantonio Liuzzi gegeben. Beide Formel-1-Piloten überstanden die Crashs in die Leitplanken des Stadtkurses von Monte Carlo unverletzt. Ferrari-Pilot Fernando Alonso erzielte die Bestzeit. Weltmeister Sebastian Vettel belegte im Red Bull als bester Deutscher Platz vier vor Michael Schumacher im Mercedes.

Weder die Verantwortlichen des Mercedes-Teams noch Rosberg wollten sich zunächst zur Ursache des Unfalls äußern. «Nico war am Beginn eines Longruns zur Rennsimulation, als er ausgangs des Tunnels beim Anbremsen die Hinterräder blockierte», sagte Motorsportchef Norbert Haug.

Ersten Einschätzungen zufolge könnte ein zu geringer Druck am Hinterreifen oder ein Bremsproblem den Einschlag in die Leitplanke ausgelöst haben, in die später an gleicher Stelle auch Pérez einschlug. «Wir denken, dass bei Nico die Hinterreifen blockiert haben, als er aus dem Tunnel kam. Er hatte zu dem Zeitpunkt einen niedrigen Reifendruck hinten, was möglicherweise das Problem verursacht hat», hatte das Team Schumacher via Boxenfunk noch während des Trainings mitgeteilt.

Rosberg war nach etwa acht Minuten der Übungseinheit direkt nach der Tunnelausfahrt mit hoher Geschwindigkeit - an der Stelle sind die Fahrer um die 290 km/h schnell - in die Leitplanken gekracht. Dabei brach der Frontflügel und der 25 Jahre alte Wahl-Monegasse schoss ohne Lenkmöglichkeiten geradeaus, ehe er nach ein paar hundert Metern erneut in die Leitplanken knallte. Der Mercedes-Pilot hatte Glück und konnte unverletzt aus dem Auto steigen. Rosberg wurde mit einem Cabrio an die Box zurückgefahren und winkte den Zuschauern nach dem Aussteigen zu, ehe er schnell in die Mercedes-Garage verschwand.

Liuzzi krachte etwa fünf Minuten vor Schluss in eine Leitplanke. Der stark beschädigte HRT-Rennwagen des Italieners musste mit einem Kran geborgen werden. Liuzzi blieb ebenfalls unverletzt. Nach beiden Unfällen musste das Training unterbrochen werden.

Alonso fuhr bei dieser letzten Abstimmungsmöglichkeit der Autos vor der Qualifikation in 1:14,433 Minuten die schnellste Runde. Der Brite Jenson Button belegte im McLaren-Mercedes mit 0,563 Sekunden Rückstand Rang zwei vor Felipe Massa (Brasilien) im zweiten Ferrari.

Vettel fuhr als bester Deutscher in 1:15,245 Minuten auf dem 3,340 Kilometer langen Stadtkurs 0,812 Sekunden langsamer als Alonso. Hinter dem Red-Bull-Piloten aus Heppenheim belegte der Kerpener Schumacher Rang fünf. Der Rekord-Weltmeister wies im Mercedes 0,877 Sekunden Rückstand auf.

Nick Heidfeld (Mönchengladbach) wurde im Lotus-Renault 16. vor Force-India-Pilot Adrian Sutil (Gräfelfing). Timo Glock (Wersau) landete im Marussia-Virgin auf dem 19. Platz. Vor dem sechsten Saisonlauf am Sonntag führt Titelverteidiger Vettel die WM-Wertung mit 118 Punkten überlegen vor McLaren-Rivale Lewis Hamilton an, der bereits 41 Zähler zurückliegt.

news.de/dpa

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