Geldrangliste Kopf-an-Kopf-Rennen auf dem Werbemarkt

Sebastian Vettel und Michael Schumacher (Foto)
«Schumi» bangt um die Werbe-Spitze: Sebastian Vettel drängt gewaltig von hinten. Bild: dpa

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur
Michael Schumacher liegt vor seinem Namensvetter Ballack ganz vorn, doch dahinter drängeln die jungen Wilden. Auf dem Werbemarkt der Sportstars kündigt sich eine Wachablösung an. News.de weiß, was die deutschen Werbe-Topverdiener kassieren.

Michael Schumacher fährt derzeit in der Formel 1 bekanntlich nur hinterher. Trotz seines sechsten Platzes am Wochenende beim Großen Preis von Spanien ist der Rekord-Weltmeister nur ein Schatten vergangener Tage. Auf dem Werbemarkt jedoch hat «Schumi» noch immer die Nase vorn. Auf fünf bis sechs Millionen Euro schätzt der Sportbusiness-Dienstleister Sport+Markt Schumachers jährliche Werbeeinnahmen. Damit liegt er noch vor einem Kollegen, dem sportlich gerade ein ähnliches Schicksal widerfährt: Michael Ballack. Der alternde Superstar erzielt trotz seiner nun schon über ein Jahr andauernden Schwächephase vier bis fünf Millionen an Einkünften aus Werbeverträgen. Verträge haben eben eine größere Halbwertszeit als Erfolg.

Finanz-Ranking
Die Topverdiener des Sports
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«Michael Schumacher und Michael Ballack haben in den vergangenen Jahren unglaublich viel dafür getan, in Deutschland an der Spitze der werbewirksamsten Sportler zu stehen. Diesen Status haben sich die beiden erkämpft», erklärt Andreas Ullmann. Der Experte von Sport+Markt hat jedoch auch die starke Konkurrenz für die abgehalfterten Helden im Blick. Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel, der es mit geschätzten drei bis vier Millionen Euro Werbeeinkünften bereits auf Rang drei der hierzulande teuersten Werbe-Sportstars geschafft hat, drängelt von hinten genauso ungeduldig wie auf der Rennstrecke.

Golfstar Kaymer katapultiert sich auf Rang vier

«Da die Erfolge bei Ballack und Schumacher ausbleiben und sie daher für Firmen nicht mehr so interessant sind, wird sich dieses Ranking zugunsten der jungen Wilden wie Sebastian Vettel oder Mesut Özil verschieben», weiß Ullmann. «Dennoch werden Schumacher und Ballack nicht von der Werbe-Bildfläche verschwinden. Ikonen wie Franz Beckenbauer bleiben über ihr gesamtes Leben hinweg interessant für den Werbemarkt.»

Auf den Rängen vier und fünf rangieren jedoch zwei weitere junge Wilde: Genauso kometenhaft wie ihre sportliche Karriere hat sich bei Golf-Shootingstar Martin Kaymer und Kicker Mesut Özil auch ihr Werbewert entwickelt. Kaymer, der wohl nur geringfügig weniger aus seinen Werbeauftritten bezieht als Vettel, hat sich vom Nobody auf Rang vier katapultiert. Neben dem Wiedererkennungswert des Sportlers sei konstanter Erfolg eine ganz wesentliche Voraussetzung für hoch dotierte Werbeverträge. «Sebastian Vettel und Martin Kaymer sind zwar noch jung, doch sie spielen in ihren Sportarten bereits eine dominante Rolle», sagt Ullmann.

Golf und Formel 1 sind werbewirksamer als Fußball

Weshalb jedoch sind Vettel und Kaymer noch vor Fußball-Größen wie Thomas Müller oder Bastian Schweinsteiger platziert? «Viele deutsche Sportler kommen nur für den nationalen Markt infrage. Nur die wenigsten haben international einen Wiedererkennungswert. Globale Sportarten wie Golf oder die Formel 1 sind prädestiniert dafür», erklärt Marketing-Experte Ullmann. In Mannschaftssportarten wie Fußball sei es schwerer, das Interesse auf sich zu ziehen. «Angenommen, die deutsche Nationalmannschaft holt im kommenden Jahr den EM-Titel», erklärt Ullmann, dann «würde sich das Interesse auf mehrere Spieler verteilen. Der eine Typ ist für Finanzdienstleister interessant, ein anderer für Computerspiele.»

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Und wo ist in diesem Ranking eigentlich der global prominente Basketball-Star Dirk Nowitzki abgeblieben? Da Sport+Markt, das seine Informationen über die Werbeverträge durch gute Kontakte zur Wirtschaft bezieht, nur die fünf Top-Verdiener auflistet, fehlt der Dominator der NBA. «Dirk Nowitzki ist in der NBA das Maß aller Dinge, doch sein Gesicht ist in Sportübertragungen hierzulande nicht so präsent, wie es sein könnte», sagt Ullmann. Man darf jedoch davon ausgehen, dass auch Dirk Nowitzki nicht am Hungertuch nagt und sich direkt hinter den fünf Top-Verdienern einreiht. Der Dallas-Star ist zwar mit 32 auch schon im reiferen Sportler-Alter - sein Werbe-Marktwert dürfte jedoch angesichts seiner überragenden Leistungen im Gegensatz zu denen von Michael Schumacher und Michael Ballack noch ansteigen.

Die Werbeeinkünfte der Topstars

Testimonial
Werbepartner Werbeverdienst pro Jahr
1. Michael Schumacher Alpinestars (Motorradbekleidung)

Audemars Piguet (Uhren)

DVAG (Vermögensberatung)

Jet Set (Sportmode)

Navyboot (Schuhe)

Rosbacher (Mineralwasser)

Schuberth (Motorradhelme)

Fünf bis sechs Millionen Euro
2. Michael Ballack Adidas (Sportartikel)

Commerzbank (Bankgewerbe)

Unister (Tourismusbranche)

L'Oreal Men Expert (Haarpflege)

Vier bis fünf Millionen Euro
3. Sebastian Vettel Procter & Gamble (Konsumgüter-Konzern)

Red Bull (Energy-Drink)

Drei bis vier Millionen Euro
4. Martin Kaymer Adidas / Taylormade (Golfausrüstung)

BMW (Automobile)

Hugo Boss (Mode)

Rolex (Uhren)

Schüco (Fenster/Fassaden)

Drei bis vier Millionen Euro
5. Mesut Özil EA Sports (FIFA 2011, Computerspiele)

Nike (Sportartikel)

Zwei bis drei Millionen Euro

 

oro/reu/news.de

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • kuschelwuschel
  • Kommentar 4
  • 17.06.2011 12:50

Müssen es solche gigantischen Summen sein , die ein normaler Mensch in seinem ganzen Leben nicht verdienen kann ??? Daß es in Deutschland nur noch eine 2 Klassen Gesellschaft gibt ist bekannt ! Aber dies wird sich eines Tages bitterlich rächen ! Nur gut daß Angela momentan noch keine Werbung macht ! Aber was noch nicht ist kann ja noch werden ! Angela macht Werbung für LEITZ-Ordner und Westerwelle für Kondome ! Und der kleine Mann arbeitet sich tot bis 67 Jahre oder bald bis 70 Jahre und hat dafür am Schluß nicht einmal das Geld als Rentner anständig zu leben !

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  • breitengrad50
  • Kommentar 3
  • 25.05.2011 17:53

Alles überdimensioniert und wird von den Kunden , z.B.der Bank oder der Firma / des Konzerns, nicht verstanden und auch nicht gebilligt. Diese hohen Gelder sind irgendwie "unmenschlich" - auch weil hinter jedem Supersportler ein Team steht.Er braucht Mitspieler, er benötigt/benutzt die Infrastruktur mitsamt Schutzfunktionen, er ist begnadet,geadelt,meinetwegen gesalbt, aber nicht übermächtig oder ein höheres Wesen. Ich bin nicht neidisch,wohl aber besorgt wg. der Gier und des fehlenden Augenmaßes.

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  • 4tec
  • Kommentar 2
  • 25.05.2011 09:05

Diesen Irrsinn bezahlen letztendlich die Kunden, also z.B. bei Schumi die der DVAG

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