Kriminalität Dopingmittel-Netz in Spanien zerschlagen

Die spanische Polizei hat ein internationales Netz zerschlagen, das im großen Stil mit Dopingmitteln und illegalen Medikamenten handelte. Die Ermittler nahmen 26 Verdächtige fest, unter ihnen der Direktor eines Radteams und sieben Briten, wie die Polizei in Madrid mitteilte.

Dopingmittel-Netz in Spanien zerschlagen (Foto)
Dopingmittel-Netz in Spanien zerschlagen Bild: dpa

Madrid (dpa) - Die spanische Polizei hat ein internationales Netz zerschlagen, das im großen Stil mit Dopingmitteln und illegalen Medikamenten handelte. Die Ermittler nahmen 26 Verdächtige fest, unter ihnen der Direktor eines Radteams und sieben Briten, wie die Polizei in Madrid mitteilte.

Bei Hausdurchsuchungen stellten die Beamten 700 000 Einheiten verschiedener Pharmaka sicher, darunter Anabolika, Wachstumshormone, EPO und Potenzpillen. Nahe Alicante wurde zudem ein illegales Labor ausgehoben, wo die Mittel abgefüllt und verpackt wurden.

Zu dem Radteam machte die Polizei keine näheren Angaben. Es gehörten ihm aber ehemalige Welt- und Europameister an, wie es hieß. Der Teamchef und drei weitere Verdächtige seien gestellt worden, als sie gerade größere Mengen EPO in Empfang genommen hätten.

Die illegalen Substanzen sollen aus China, Indien sowie der Türkei stammen und über Mittelsmänner in Großbritannien, Deutschland und Ungarn nach Spanien geschickt worden sein.

Die beschlagnahmten Hormonpräparate hatten einen Schwarzmarktwert von rund 3,5 Millionen Euro, wie es weiter hieß. Vertrieben wurden die illegalen Mittel über das Internet.

Spanien hat in der Vergangenheit wegen zweier großer Dopingskandale im Sport Schlagzeilen gemacht: 2006 mit der «Operación Puerto» (Operation Bergpass) im Radsport und Ende 2010 mit der «Operación Galgo» (Operation Windhund) in der Leichtathletik. Schlüsselfigur in beiden Affären war der mutmaßliche Dopingarzt Eufemiano Fuentes.

news.de/dpa

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