Torsten Frings Bremen verliert seine Reizfigur

Frings geht (Foto)
Torsten Frings verlässt Werder Bremen. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Er wurde ausgepfiffen und hochgejubelt: Nach insgesamt zehn Jahren verlässt Torsten Frings Werder Bremen. Ob der 34-Jährige aufhört, als Trainer weitermacht oder noch einmal ins Ausland wechselt, ist offen.

An Torsten Frings scheiden sich die Geister. Die einen sagen, er sei ein Aufschneider. Sein HummerGroßer Geländewagen. , mit dem er am Osterdeich entlang durch Bremen fährt, wirkt für den Spieler eines eher bescheiden-kaufmännischen Klubs zu groß, seine Haare sind immer etwas zu lang, die Tätowierungen etwas zu groß und die Rolex an seinem Arm, sie glitzert zu sehr.

Seine Auftritte im Weserstadion hingegen ließen in letzter Zeit an Glanz vermissen; zu behäbig und nicht mehr bissig genug agierte der Führungsspieler. Weil Frings in der vergangenen Saison nur noch selten Akzente setzen konnte, fielen seine versteckten Fouls und die Nörgeleien auf dem Spielfeld mehr ins Auge als früher.

Für die anderen ist Torsten Frings ein Held. Nachdem Frank Baumann zur Saison 2009 als Spieler aufhörte, übernahm er die Kapitänsbinde beim SV Werder. Nach jeder Verletzung kam er zurück in die Mannschaft und wurde schnell wieder zur Stütze. 2009 führte er Werder zum Pokalsieg, Anfang 2011 bescherte er Trainer Thomas Schaaf mit einem Last-Minute-Tor gegen Hoffenheim den 200. Sieg. Nun hört Frings auf. Am Nachmittag wird Werder Bremen seinen Abschied offiziell bekannt geben - nach insgesamt zehn Jahren im Trikot des SV Werder.

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«Vielleicht ins Ausland, vielleicht aufhören»

Noch immer haben ihm nicht alle Bremer Fans verziehen, dass er 2002 zu Borussia Dortmund wechselte und dann zum FC Bayern München. Als Torsten Frings 2005 zurückkam, da waren die Fans gespalten. Doch als 2010 der «Lutscher», wie er von den Fans liebevoll genannt wird, von Bundestrainer Joachim Löw auf uncharmante Weise aus der Nationalmannschaft gekickt wurde, da standen sie alle hinter ihm. Wieder.

Transparente in der eher unterkühlten Ostkurve, Aktionen im Internet: In Bremen hat sich Löw keine Freunde gemacht, als er den Mittelfeld-Star der Werderaner schasste. Torsten Frings zeigte wenige Spieltage nach seiner Nicht-Nominierung seinen Frust auf spielerische Art: Im Spiel gegen den FC Köln rettete der Mittelfeldspieler die drei Punkte, indem er einen Elfmeter so sicher verwandelte, als würde er den ganzen Tag nichts anderes tun.

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Bereits im Dezember 2010 kündigte Torsten Frings seinen Abschied von Werder an. Ob er irgendwo anders hin wolle, fragten ihn Medienvertreter. Er wisse es nicht, antwortete Frings besonnen. «Vielleicht ins Ausland, vielleicht aufhören.» In diesem Jahr wird er 35 Jahre alt. Für einen Feldspieler ist das schon ein passables Alter.

Der Verein muss sparen - auch bei den Gehältern

Vielleicht wäre er noch geblieben. Für ein Jahr. Doch sein Alter und die Erfolglosigkeit der Bremer in dieser Saison sind wahrscheinlich die Gründe dafür, dass Werder den Vertrag von Torsten Frings nicht verlängern wird. Die Gehaltsvorstellungen liegen angeblich zu weit auseinander. Frings, einer der Topverdiener des Klubs, soll Einbußen beim Gehalt hinnehmen - der Verein, der das internationale Geschäft gleich um mehrere Plätze verpasst hat und zeitweise um den Klassenverbleib spielte, muss sparen. Der Kreiszeitung Syke sagte Frings: «Ich hatte kein Angebot, was ich hätte ablehnen oder annehmen können, weil es keines gab. Schade, ich hätte mich lieber mit einer erfolgreicheren Saison verabschiedet.»

Nun wird über seine Zukunft gemunkelt. Vielleicht wird Frings Fußballtrainer und wechselt in den Trainerstab von Werder Bremen. Er selbst kann sich das gut vorstellen. Und mit dem Verein soll es ein Abkommen in diese Richtung geben. Es blitzt und blinkt dann vielleicht weiter an der Weser. Ein wenig Glamour im kühlen Norden.

kru/reu/news.de

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