Eishockey Krupp soll Bundestrainer bleiben

Uwe Krupp (Foto)
Macht er doch in einer Doppelfunktion weiter? Bundestrainer Uwe Krupp. Bild: dpa

Der DEB gibt klein bei: Nach monatelanger erfolgloser Suche soll Uwe Krupp nun doch als Bundestrainer gehalten werden. Das Machtwort von Präsident Harnos ist verhallt. Der womöglich neue alte Coach diktiert nun die Forderungen.

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) ist in der Bundestrainer-Frage umgekippt. Einen Tag nach dem WM-Aus (sehen Sie zum Thema den news.de-Videokommentar) verkündete Verbandspräsident Uwe Harnos, Erfolgstrainer Uwe Krupp nun doch halten zu wollen. «Wir werden uns jetzt mit Uwe zusammensetzen und dann eine Entscheidung verkünden», sagte Harnos in Bratislava. Damit gab der DEB-Chef auch sein monatelanges Veto gegen eine Doppelfunktion auf - Krupp heuert im Sommer bei den Kölner Haien an. Das Machtwort ist verhallt, nun muss Harnos klein beigeben: «Es ist sehr schwierig, den richtigen Weg zu gehen.»

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Krupp hat mit sofortiger Wirkung die Fäden wieder in der Hand. «Ich kann mir unter bestimmten Bedingungen vorstellen, dass es weitergeht», sagte der Coach und schickte gleich hinterher: «Die Grundvoraussetzung ist, dass das Team zusammenbleibt.» Dazu zählt er Franz Reindl, der seinen Posten als Sportdirektor eigentlich im Sommer aufgeben sollte.

Auch Sportdirektor Reindl steht vor einem Comeback

Den Krupp-Vertrauten hatte Harnos im Februar von der Trainersuche ausgeschlossen und entmachtet. Nun steht Reindl vor einem Comeback, auch wenn Harnos vom Abschied Reindls als Sportdirektor ausgeht: «Darauf haben wir uns geeinigt und einen Vertrag unterschrieben.» Allerdings spricht spätestens die Rolle rückwärts des DEB beim Thema Krupp dafür, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

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Das Pressegespräch im obersten Stock eines Hotels in Bratislava war die jüngste Ohrfeige für die DEB-Spitze, die ihre «vielen Baustellen» (DEB-Vizepräsident Manuel Hüttl) nun der Reihe nach abzuarbeiten hat - etwa den Zwist mit der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). In der Diskussion um die katastrophale Außendarstellung des DEB wurden die Verbandsbosse immer stiller. Schon als Deutschlands Nationalmannschaft in der Slowakei für Furore gesorgt hatte, hatten die Funktionäre etliche Pleiten hinter sich.

Am Ende verkündete Harnos sogar freigiebig die Liste der Absagen mitsamt Prioritäten: Wunschkandidat war immer Ex-Nationalspieler Ralph Krueger, der im März unter Verweis auf seinen Job in der NHL ablehnte. Danach wurde Mannheim-Coach und Krupp-Assistent Harold Kreis gefragt, aber auch er erhielt keine Freigabe von seinem Klub. Genauso verhielt es sich bei Wolfsburgs Trainer Pavel Gross, laut Harnos der Nummer drei im internen Kandidaten-Ranking.

Hans Zach stand nicht auf der Liste

In die «zweite Kategorie» fielen demnach der Hannoveraner Toni Krinner, Larry Mitchell aus Augsburg und Axel Kammerer von Zweitliga-Vizemeister Schwenningen. Sie alle waren das Ergebnis von Beratungen Reindls mit den Sportmanagern der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Ex-Bundestrainer Hans Zach, der sich selbst immer wieder ins Gespräch gebracht hatte, stand nicht auf der Liste, wie Harnos betonte.

An Krupp dürfte nun kein Weg vorbeiführen, auch wenn Harnos und Hüttl noch am Montag zu einer weiteren Beratungsrunde mit Sportmanagern der DEL geladen haben. Eine Entscheidung «noch im Mai ist sehr zu wünschen», sagte Harnos. Der Noch- und wohl Weiterhin-Bundestrainer hat noch einmal mit Nachdruck sein Interesse bekundet. Die Kölner Haie hätten nichts gegen das Engagement, sagte Krupp. «Aus der Kölner Perspektive gibt es keine Probleme.»

kru/sca/ivb/news.de/dpa

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