Eishockey-WM Deutsches Team bereits im Viertelfinale

Trotz Niederlage: DEB-Team erreicht Viertelfinale (Foto)
Die deutschen Eishockey-Cracks stehen im WM-Viertelfinale. Bild: dpa

Von Manuel Schwarz
Die Mannschaft von Uwe Krupp bleibt bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei die Überraschung. Gegen Finnland erkämpfte sich das Team trotz 4:5-Pleite einen Punkt. Weil die Slowakei am Abend verlor, steht Deutschland vorzeitig im Viertelfinale.

Nach nur wenigen Minuten wurden die deutschen Eishockey-Cracks aus der Medienzone gezerrt. Bundestrainer Uwe Krupp sammelte seine Schützlinge höchstpersönlich ein. «Twenty hours!», brüllte er - 20 Stunden bis zur nächsten Partie gegen Dänemark. Die knappe Niederlage gegen Finnland hatte der Coach schnell abgehakt.

Dabei war der Punkt beim 4:5 (1:1, 3:2, 0:1) nach Penaltyschießen Gold wert, denn dank tschechischer Schützenhilfe steht die deutsche Auswahl trotz der ersten Turnier-Niederlage im Viertelfinale der WM. Der Titelverteidiger besiegte am Freitagabend die Slowakei mit 3:2 (1:0, 0:1, 2:1), wodurch sowohl der Gastgeber als auch Dänemark in der Tabelle nicht mehr am deutschen Team vorbeikommen können.

Hadern mit der Niederlage

Eishockey-WM
Mut zur Lücke

Davon konnten die DEB-Cracks zuvor nichts wissen. Entsprechend war die Stimmung nach der knappen Niederlage gegen Finnland nicht übermäßig gut. «Nach dem Spielverlauf hätten es auch zwei oder drei Zähler sein können, aber der eine Punkt kann ganz hilfreich sein», konnte Verteidiger Korbinian Holzer noch sagen, ehe er von Coach Krupp zu einem Teller Pasta und Auslaufen gezwungen wurde.

Mit einer von aufopferungsvollem Kampf, cleverer Chancenverwertung und Pech bei Gegentoren geprägten Vorstellung hatten die Deutschen den Ex-Weltmeister am Rand der Niederlage. «Das war einer dieser Tage, wo alles für die Finnen lief und sie auch noch das Glück hatten», ärgerte sich Torhüter Dennis Endras.

Drei unglückliche Gegentore hatte der Goalie kassiert, mit seinen Paraden aber auch den in der Zwischenrundentabelle entscheidenden siebten Punkt festgehalten. André Rankel (15. Minute), Felix Schütz (27.), Kai Hospelt (28.) und Patrick Reimer (40.) hatten Deutschland zweimal in Führung gebracht. Am Ende jubelten aber die Finnen, als Kapitän Mikko Koivu den entscheidenden Penalty verwandelte.

«Wir haben verdient einen Punkt geholt. Wie die Finnen hier gespielt haben - da gibt es nicht viel, was man machen kann. Wir haben uns sehr gut geschlagen», sagte Krupp. Schon an diesem Samstag steht für das DEB-Team das fünfte WM-Spiel gegen Dänemark an (16.15 Uhr/Sport1) auf dem Programm.

Im 109. Vergleich zwischen Deutschland und Finnland erzielten Tuomo Ruutu schon in der ersten Minute, Janne Pesonen (32.), Jarkko Immonen (39.) sowie erneut Ruutu (55.) die finnischen Tore in der regulären Spielzeit. Dennoch betonte Holzer: «Das war ein Spiel auf Augenhöhe. Wir brauchen uns nicht zu verstecken.»

Gegentor nach 13 Sekunden

Schon beim ersten Angriff der Skandinavier wurden die Deutschen geschockt: Nach 13 Sekunden schlenzte Ruutu den Puck vors Tor, Robert Dietrich fälschte unglücklich ins eigene Tor ab. «Die Finnen begannen wie aus der Kanone geschossen», sagte Krupp. Nach rund zehn Minuten wurden die Deutschen gefährlich und von Rankel belohnt: Nach einem Schuss von Kapitän Michael Wolf stocherte der Berliner den Puck im Fallen ins Tor. Schütz setzte mit einem Abstaubertor einen drauf, und Hospelt gelang mit einem Schuss in den Winkel gar der dritte Treffer.

Aber die Finnen, die 1993 in Dortmund zuletzt ein WM-Spiel gegen das DEB-Team verloren hatten, steckten nicht auf und kamen auch dank eines kuriosen Helm-Treffers von Pesonen zum Ausgleich. Nach der erneuten deutschen Führung durch Reimer hatte Endras beim zweiten Tor von Ruutu Pech. «Und das Shootout ist eh Glück», sagte Krupp.

Finnlands Trainer Jukka Jalonen zollte Respekt. «Wir wussten, es wird ein hartes Spiel. Die haben eine gute Abwehr und einen starken Torhüter. Und vorne treffen sie, wenn sie die Möglichkeit haben.» Beim DEB blickte man schnell wieder nach vorne - auf den nächsten Gegner Dänemark. «Da müssen wir wieder unser bestes Spiel spielen», betonte Holzer und verschwand in Richtung Hotel.

kru/cvd/news.de/dpa

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