Olympia Olympia-Macher bangen vor Bürger-Votum

Olympia-Macher bangen vor Bürger-Votum (Foto)
Olympia-Macher bangen vor Bürger-Votum Bild: dpa

59 Tage vor dem IOC-Votum muss die Münchner Olympia-Bewerbung eine Abstimmungshürde nehmen. Eine Niederlage beim Bürgerentscheid in Garmisch-Partenkirchen wäre ein «richtig schlimmer Rückschlag». Der Promi-Grüne Joschka Fischer bekannte sich zu Winterspielen 2018.

München (dpa) - 59 Tage vor dem IOC-Votum muss die Münchner Olympia-Bewerbung eine Abstimmungshürde nehmen. Eine Niederlage beim Bürgerentscheid in Garmisch-Partenkirchen wäre ein «richtig schlimmer Rückschlag». Der Promi-Grüne Joschka Fischer bekannte sich zu Winterspielen 2018.

Mit bangem Blick schauen die Münchner Olympia-Macher um Chef-Repräsentantin Katarina Witt Richtung Zugspitze. Beim mit großer Spannung erwarteten Bürgerentscheid an diesem Sonntag in Garmisch-Partenkirchen könnte sich zwei Monate vor dem finalen Votum des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) das Schicksal der Bewerbung um die Winterspiele 2018 vorentscheiden - eine Abstimmungsniederlage wäre für die Befürworter fatal.

«Es wäre ein richtig schlimmer Rückschlag, fast ein Verlust des sicheren Bodens unter den Füßen», räumte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) offen vor dem Tag der Wahrheit ein. Die Bewerbung würde zwar nicht abrupt gestoppt, falls die «NOlympia»-Fraktion gewinnen sollte, «aber politisch würde es bedeuten, dass die Mehrheit der abstimmenden Bevölkerung dagegen wäre», erläuterte Ude.

Knapp 21 000 Stimmberechtigte in der rund 26 000 Einwohner zählenden Marktgemeinde unterhalb Deutschlands höchstem Berg sind aufgerufen, am Muttertag ihre Kreuzchen zu machen. Vereinfacht geht es nach einem monatelangen Streit, der den Ort tief gespalten hat, um eine Frage: «Ja» oder «Nein» zu Olympia 2018?

Mehr als 5000 Briefwahl-Anträge belegen das große Interesse an dem Bürger-Votum. Beide Parteien versuchten, ihre Anhänger im Endspurt des Wahlkampfes zu mobilisieren. «Die Mehrheit, die für Olympia war, muss auch zur Abstimmung gehen. Das ist das Gebot der Stunde», sagte Ude. Betont optimistisch gibt sich Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): «Ich gehe davon aus, dass die schweigende Mehrheit eine sprechende Mehrheit wird», sagte er.

«Ich mache ein Bürgerbegehren nicht, um zu verlieren», konterte Axel Doering, Mitinitiator der Initiative gegen Olympia 2018. Er tippt optimistisch auf einen Sieg mit «52 Prozent», die für seine Seite ein grandioser Erfolg wären. Für die Olympia-Macher wäre ein knapper Erfolg dagegen kein Anlass zum Jubeln. «Das IOC mag nichts weniger, als dass es irgendwo nicht wohlgelitten ist», stichelte Doering. Die Gegner wollen den «Ausverkauf der Heimat» verhindern.

Kurz vor der Veröffentlichung des Evaluierungsberichtes des IOC am kommenden Dienstag sehnen sich Witt & Co. nach Rückenwind aus der Bevölkerung. «Das ist schon eine sehr wichtige Hürde, die genommen werden muss», sagte die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin.

Beim Endspurt nach Durban in Südafrika, wo das IOC am 6. Juli den Dreikampf zwischen München, dem südkoreanischen Pyeongchang und dem französischen Annecy um die Winterspiele 2018 entscheiden wird, «würde uns ein Erfolg einen unheimlichen Motivationsschub geben», betonte Witt spürbar aufgeregt.

Die Bewerbungsgesellschaft hat kurz vor dem Votum noch einen vermeintlichen Trumpf aus dem Ärmel gezogen. In dem früheren Außenminister Joschka Fischer konnte sie ausgerechnet einen prominenten Grünen als Befürworter präsentieren. Noch auf ihrem letzten Bundesparteitag hatte die Partei gegen Olympia 2018 votiert.

«Es tut uns gut als Land, wenn solche Veranstaltungen hier stattfinden. Olympische Spiele für Deutschland wären etwas, was ich wirklich von Herzen unterstütze», sagte der 63-Jährige bei der Podiumsdiskussion eines Nationalen Förderers der Bewerbung (BMW) am Donnerstagabend in München.

Fischer wünscht sich eine kritische Begleitung der Bewerbung, aber ein Verzicht auf Großereignisse sei trotz berechtigter ökologischer Bedenken und finanzieller Risiken seiner Ansicht nach falsch. «Ich bin der Meinung, dass gerade auch demokratische Gesellschaften sich an der Austragung dieser internationalen Großereignisse beteiligen sollten.» Er erinnerte an das deutsche Fußball-«Sommermärchen» 2006, dem in sieben Jahren ein olympisches «Wintermärchen» folgen könnte. «Die Fußball-WM war ein enormer Erfolg für unser Land», so Fischer. «Ich denke, das werden die Winterspiele auf ihre Art auch werden.»

news.de/dpa

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