Eishockey Träumen erlaubt: Gründe für das Eishockey-Wunder

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Träumen erlaubt: Gründe für das Eishockey-Wunder Bild: dpa

Deutschland marschiert durch die Eishockey-WM und hat noch nicht genug. In der Zwischenrunde warten aber andere Kaliber. Dennoch gibt es gute Gründe, an die Fortsetzung der Siegesserie zu glauben.

Bratislava (dpa) - Deutschland marschiert durch die Eishockey-WM und hat noch nicht genug. In der Zwischenrunde warten aber andere Kaliber. Dennoch gibt es gute Gründe, an die Fortsetzung der Siegesserie zu glauben.

Uwe Krupp verdreht gern die Augen, wenn er zum märchenhaften Höhenflug seiner Eishockey-Cracks und den Träumereien vom ganz großen Coup angesprochen wird. Zu Medaillenhoffnungen gibt er keinen Kommentar ab, und schon gar nicht zur alles entscheidenden Frage: Kann Deutschland Weltmeister werden?

«Wir versuchen weiter, Punkte zu sammeln», sagt der Coach dann, oder: «Wir wollen weiter nach oben.» Mehr gibt Krupp über die Ambitionen nicht preis. Dabei spricht vieles dafür, dass die Truppe ihre Erfolgsgeschichte bei dieser Eishockey-WM auch in der Zwischenrunde weiterschreibt:

DER TRAINER: Uwe Krupp ist der Vater des Erfolgs. Seine Taktik und Philosophie hat das deutsche Team in die Siegesspur geführt. «Er ist unser Kopf», sagt Kapitän Michael Wolf. Der Coach motiviert die Schützlinge («Die Jungs sind Krieger») und verhindert zugleich, dass sie abheben. «Er scheint eine phänomenale Gabe zu haben», schwärmt Verbandspräsident Uwe Harnos. Nach der WM wechselt Krupp in die Liga zu den Kölner Haien und wird die Auswahl nach fünfeinhalb Jahren verlassen. «Eine Katastrophe», klagt Sportdirektor Franz Reindl.

DIE TAKTIK: Als hätte sich Krupp bei Joachim Löws Fußballern ein Beispiel genommen: Die deutsche Auswahl hat ihre defensive Ausrichtung aufgegeben und setzt auf kompromissloses Angriffsspiel. «Wir wollten aggressiver spielen und mehr Druck zum Tor entwickeln», erklärt Michael Wolf. Lieber einen verunglückten Abschluss riskieren als gar keinen, ist die Devise. «Jeder Schuss ist ein guter Schuss», findet Wolf. Während Teams wie Russland und die Slowakei auf ruhigen Spielaufbau setzen, zieht Deutschland schnurstracks zum Tor - auch gern über Konter. Die Sieg gegen beide Teams geben der Auswahl Recht.

DIE FITNESS: Das Spiel ist intensiv und «auf Laufbereitschaft ausgelegt», erklärt Wolf. Dafür muss die Truppe topfit sein. Das ist Krupps Maxime. Darum verzichtet der Coach in seinem Kader auch auf manchen Akteur der Liga-Finalisten Berlin und Wolfsburg, dem die langen Playoffs in den Knochen stecken. Zudem setzt Krupp seine vier Abwehr- und Sturmreihen zu gleichen Teilen ein - andere Top-Nationen verteilen die Last auf weniger Schultern. Die Folge: Die deutschen Spieler haben im Spiel mehr Zeit zum Verschnaufen.

DIE UNBEKÜMMERTHEIT: Großen Namen schüchtern Deutschlands Cracks nicht ein. «Man darf einfach nicht zuviel Respekt haben», meint Stürmer Felix Schütz, einer der Matchwinner gegen das mit NHL-Stars gespickte Team der Slowakei. «Die spielen auch nur Eishockey.» Gegen die Slowaken luchste er Stanley-Cup-Sieger Marian Hossa den Puck ab und bereitete das Tor zum 4:3-Sieg vor. Kai Hospelt verkündet: «Wir glauben daran, dass wir auch große Mannschaften schlagen können.»

DIE HARMONIE: 23 Freunde müsst ihr sein: Die Stimmung im Team ist hervorragend. «Wir kennen uns schon lange», erzählt Kapitän Wolf. Zehn aktuelle Cracks standen schon bei der WM 2007 zusammen auf dem Eis, und zehn Profis erlebten das Debakel zwei Jahre später in der Schweiz mit dem sportlichen Abstieg. «Das war natürlich eine Lehre und schweißt zusammen», sagt Wolf und ergänzt. «Man trifft sich nach einem halben Jahr und denkt, man hat sich erst gestern gesehen.»

DER WM-MODUS: Oft kritisiert, kommt der letztmals ausgetragene WM- Modus der deutschen Mannschaft entgegen. In die Zwischenrunde startet das DEB-Team mit sechs Zählern, im Gegensatz etwa zur Slowakei, die bei null anfängt. Schon ein Punkt - etwa durch eine Niederlage nach Verlängerung - dürfte für die K.o.-Runde reichen. «Bei einem Sieg sind wir garantiert im Viertelfinale», meint Stürmer John Tripp. Die Historie spricht für Deutschland: Noch nie hat ein WM-Gruppensieger die Runde der besten acht Mannschaften verpasst.

news.de/dpa

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