Motorsport Ralf Schumacher greift an: «Keine Lehrjahre mehr»

Großer Name, kleiner Erfolg: Für ehemalige Formel-1-Piloten ist das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) kein einfaches Terrain. Auch Mercedes-Fahrer Ralf Schumacher hat das erleben müssen.

Ralf Schumacher greift an: «Keine Lehrjahre mehr» (Foto)
Ralf Schumacher greift an: «Keine Lehrjahre mehr» Bild: dpa

Stuttgart (dpa) - Großer Name, kleiner Erfolg: Für ehemalige Formel-1-Piloten ist das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) kein einfaches Terrain. Auch Mercedes-Fahrer Ralf Schumacher hat das erleben müssen.

2008 kam er mit mächtigem Ballyhoo in die renommierte Rennserie - großen Sport hat er bisher jedoch nicht geboten. Doch nach drei Jahren ohne Sieg und Podiumsplatz will der 35-Jährige endlich nach vorne fahren. «Ich bin jetzt im vierten DTM-Jahr, von Lehrjahren brauchen wir da nicht mehr zu sprechen», sagt Schumacher vor dem Saisonauftakt auf dem Hockenheimring am Sonntag.

Nach seinem Einstieg erwartete Mercedes nicht gleich Siege von ihm. Denn die Formel 1, wo er 2007 seinen Abschied von Toyota nahm, und die DTM sind verschiedene Welten. Doch nun setzt sich Schumacher selbst unter Druck: «Wichtig ist, dass ich eine konstante Rolle im vorderen Feld spielen kann. Es wurmt mich, dass ich noch nicht den Erfolg hatte, den ich mir wünsche.» In der vergangenen Saison sei es aber aufwärtsgegangen, nun wolle er «einen Podestplatz erreichen».

Bei dem gebürtigen Kerpener stehen der Werbewert für Mercedes und die sportliche Bilanz in einem bemerkenswerten Widerspruch. Gemeinsam mit dem früheren Formel-1-Rivalen David Coulthard (Schottland), auch in einer C-Klasse der Stuttgarter unterwegs, ist er das bekannteste Gesicht der DTM. «Beide sind Publikumslieblinge und beide sind als kompetente Rennfahrer weltbekannt», sagt der Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. «David und Ralf tun der Serie und unserer Marke gut.»

Auch kürzlich bei der DTM-Präsentation in Wiesbaden war Schumacher ein gefragtes Autogramm-«Opfer» - wie immer. Doch sein bisher bestes Ergebnis war ein fünfter Platz 2009 in Dijon. In der ewigen Rangliste der Formel 1 ist er dagegen hinter Rekordweltmeister und Bruder Michael Schumacher sowie dem aktuellen Titelträger Sebastian Vettel der dritterfolgreichste deutsche Fahrer: 180 Starts und sechs Grand-Prix-Siege sind in der Königsklasse ein gutes Zeugnis.

Doch nun will auch Norbert Haug wieder mehr von seinem Piloten sehen. «Den besten Ralf Schumacher in der DTM werden alle Zuschauer und wir noch erleben», betont der 58-Jährige. «Ralf wird sich fortlaufend steigern, davon sind wir alle im Team überzeugt.»

Die erfahrenen Tourenwagen-Spezialisten wie die zweifachen DTM-Champions Timo Scheider (Altach) und Mattias Ekström (Schweden) von Audi oder die hausinternen Rivalen Gary Paffett (DTM-Sieger 2005), Jamie Green (beide Großbritannien) und Bruno Spengler (Kanada) lassen sich von Ex-Formel-1-Stars aber nicht gerne die Butter vom Brot nehmen. Das mussten vor Schumacher schon andere erfahren wie Mika Häkkinen oder Jean Alesi. «Ein Formel-1-Auto hat im Überfluss Motorleistung und verzeiht viel mehr Fehler», erklärt Schumacher den Unterschied zwischen den zwei Serien. «Ein DTM-Auto muss man runder fahren, weil es weniger Leistung hat. Das ist nicht so leicht.»

2010 reichte es auf dem Norisring immerhin zu einer Pole Position, doch nach verpatztem Start wurde Schumacher am Ende nur Elfter. Dennoch fühlt er sich in der Silberpfeil-Flotte wohl. «Bei Mercedes habe ich zum Ende meiner Karriere ein wunderbares Zuhause gefunden», sagt der durch seine Motorsport-Karriere zum Millionär gewordene Schumacher. Es sei in der DTM «eine große Herausforderung, dass man im gleichen Auto sitzt wie drei andere Fahrer. Da kann man sich nur an die eigene Nase fassen, wenn es nicht funktioniert.»

news.de/dpa

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