El Clásico Özil soll Real zum Pokalsieg schießen

Özil (Foto)
Zauberer Özil: Im spanischen Pokalfinale beginnt der deutsche Nationalspieler als Stürmer. Bild: dpa

Angsthasen-Fußball versus Offensiv-Feuerwerk: Vor dem zweiten von vier Aufeinandertreffen zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona schlug Real-Coach José Mourinho viel Kritik entgegen. Nun soll der zuletzt auf der Bank schmorende Mesut Özil für die Tore sorgen.

Im Klassiker-Marathon zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona soll Mesut Özil die «Königlichen» zum Pokalsieg schießen. Im zweiten von vier Duellen binnen weniger Tage gilt der deutsche Fußball-Nationalspieler gegen Barça als gesetzt.

Der Ex-Bremer hatte beim Punktspiel (1:1) am Samstag in der Primera Division zunächst nur auf der Ersatzbank gesessen. Dies brachte Real-Trainer José Mourinho den Vorwurf ein, die «Königlichen» Angsthasen-Fußball spielen zu lassen. Michael Robinson, Spaniens prominentester Fußball-Experte, empörte sich in der Süddeutschen Zeitung: «Das muss man erst einmal schaffen: Eine Mannschaft, die mit Weltmeistern und grandiosen Spielern bestückt ist, davon zu überzeugen, dass sie sich zu Duckmäusern machen.»

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Nun will Mourinho offenbar seinen ängstlichen Stil zumindest teilweise korrigieren. Özil wird im Finale in Valencia mit ziemlicher Sicherheit in die Startelf zurückkehren. Was jedoch keineswegs bedeutet, dass Mourinho seine Defensivtaktik generell aufgeben wird. Vermutlich wird Özil für Stürmer Karim Benzema ins Team kommen und, wie das Sportblatt Marca vermutet, in der Position eines «verkappten Mittelstürmers» spielen.

Khedira musste das Training abbrechen

Um Barças Angreifer um Weltfußballer Lionel Messi zu stoppen, wird Real wohl erneut vor der Abwehr eine Dreierkette von defensiven Mittelfeldspielern errichten. Dazu gehören Sami Khedira, Xabi Alonso und Pepe. Der Ex-Stuttgarter Khedira musste das Training am Dienstag vorzeitig abbrechen, sein Einsatz dürfte aber nicht gefährdet sein.

Mourinhos Mauertaktik stieß auch bei vielen Madrilenen auf Kritik. Reals Ehrenpräsident Alfredo di Stéfano ging mit dem Portugiesen hart ins Gericht: «Der FC Barcelona bot ein Fußball-Ballett, die Real-Spieler liefen nur hinterher.» Der frühere Barça-Trainer Johan Cruyff lästerte: «Wer in einem Heimspiel mit sieben Verteidigern antritt, muss schon mächtig Angst haben.»

Zusätzliche Lautsprecher sollen das Pfeifkonzert übertönen

Özil und Khedira können mit Real ihren ersten Titel gewinnen, stehen im Finale um die «Copa del Rey» (Königspokal) aber auch unter Erfolgszwang, denn Real hat die Meisterschaft bei einem Rückstand von acht Punkten auf die Katalanen fast schon verloren. Den Pokal konnten die Madrilenen seit 18 Jahren nicht mehr gewinnen. Mit dem Erzrivalen Barça standen sie sich fünfmal im Finale gegenüber, zuletzt 1990.

Die Katalanen gewannen drei Endspiele, die Madrilenen zwei. Unvergessen ist die Partie aus dem Jahr 1968, die als das «Finale der Flaschen» in die Geschichte einging. Die Real-Fans ließen damals einen Hagel von Flaschen auf den Platz niedergehen, weil nach ihrer Ansicht der Schiedsrichter bei Barças 1:0-Sieg nachgeholfen hatte.

Im Mestalla-Stadion wurde für die Partie eigens eine Lautsprecheranlage von 100.000 Watt installiert. Sie soll mit ihrer Leistungsstärke verhindern, dass die spanische Nationalhymne «Marcha Real» (königlicher Marsch) in einem Pfeifkonzert katalanischer Fans untergeht. Die Hymne, die beim Eintreffen von König Juan Carlos auf der Ehrentribüne angestimmt wird, soll eine Lautstärke von 120 Dezibel erreichen, was fast an der Schmerzgrenze liegt.

kru/phs/ivb/news.de/dpa

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