Olympia 2018 Gegner holen zum Schlag aus

Olympia-Gegner reichen Unterschriften ein (Foto)
Menschen demonstrieren in der Münchner Innenstadt gegen die Olympia-Bewerbung 2018. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Der Countdown zur Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 läuft. Doch dreieinhalb Monate vor der Entscheidung machen ein Bürgerbegehren, Finanzprobleme und sinkende Zustimmungsraten den Münchner Olympia-Machern das Leben schwer.

Der Gegenwind bläst den Münchner Olympia-Machern im Vorfrühling eisig ins Gesicht. Geldprobleme, schwache Umfragewerte und ein von den Olympia-Gegnern initiiertes Bürgerbegehren bereiten Sorgen. Eine Liste mit 2400 Unterschriften gegen die Austragung der Spiele in Garmisch-Partenkirchen, deutlich mehr als die benötigten knapp 1700, übergaben die Organisatoren an Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid. Nun hat die Gemeinde einen Monat Zeit, um über einen Bürgerentscheid zu befinden.

Sollte der Bürgerentscheid Erfolg haben, gerät die ganze Münchner Olympia-Bewerbung ins Wanken, da laut Bid-Book vorgesehen ist, in Garmisch-Partenkirchen und Umgebung sämtliche Ski-Wettbewerbe auszutragen. Besonders für die alpinen Sportarten ist ein adäquater Ersatz für das Zugspitzskigebiet nicht möglich.

Zugspitze
Sonne satt und Pulverschnee

«Wir wollen alle Schneesportarten zusammenführen. Die Sportlerinnen und Sportler, ob Biathlon, Skispringen, Langlauf oder Alpin, sollen im Snow-Village in Garmisch-Partenkirchen zusammenleben. Das soll ihre Basis sein», erklärte Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSBDer Deutsche Olympische Sportbund ) news.de. Bereits am Vortag hatten die Olympia-Befürworter ihrerseits rund 2400 Unterschriften für ihr Bürgerbegehren eingereicht, um die Gegenbewegung auszuhebeln.

Gefundenes Fressen für die Gegner

Die übergroße Unterstützung für die Münchner Olympiabewerbung in der deutschen
Bevölkerung, die man noch während der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen der Welt vermitteln konnten, ist nach einer Umfrage des IOCDas Internationale Olympische Komitee ist die höchste Instanz der olympischen Bewegung. Sie entscheidet unter anderem über die Vergabe der Spiele. deutlich gesunken. Nur noch 61Prozent der Befragten gaben an, die Bewerbung zu unterstützen. «Für so ein Milliarden-Projekt ist dies eine bescheidene Zustimmung», sagte NOlympia-Sprecher Ludwig Hartmann.

Der  Grüne Landtagsabgeordnete, der bereits den Besuch der Evaluierungskommission Anfang März nutzte, um in einem direkten Gespräch seine Kritik anzubringen, sieht sich bestätigt: «Es wird den Befürwortern diesmal schwerfallen, die Umfrage als nicht repräsentativ hinzustellen, da sie vom IOC selbst in Auftrag gegeben wurde und Eingang in den Evaluierungsbericht finden wird», sagt der 32-Jährige.

Als wäre dies nicht genug, berichten jetzt auch noch mehrere Medien über Finanzierungslücken. Die Münchner Abendzeitung schreibt, dass noch rund ein Drittel des für die Bewerbung geplanten Budgets fehle. Sollte diese Lücke nicht doch noch durch Sponsoring seitens der Wirtschaft geschlossen werden können, müsste die öffentliche Hand einspringen. «Auf diesen wackligen Beinen sind Olympische  Winterspiele in Bayern nicht durchführbar», stellt Hartmann klar.

Am 5. Juli entscheidet das IOC in Durban darüber, wer die Winterspiele 2018 ausrichten darf. Neben München haben sich auch das südkoreanische Pyeongchang und das französische Annecy beworben. Als Favorit galt lange Pyeongchang, doch zuletzt sah es so aus, als ob München Boden gut machen konnte.

kru/reu/news.de

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