Löws Verlängerung Unnütz wie ein fünftes Rad

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Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Joachim Löw kann sich über den neuen Vertrag freuen. Dieser stellt ein außerordentliches Entgegenkommen seitens des DFB dar, der sich damit ohne Not ein finanzielles Risiko ans Bein bindet. Was derart langfristige Verträge kosten können, sieht man derzeit gerade in München und auf Schalke.

Joachim Löw hatte seinen Vertrag erst nach der WM 2010 in Südafrika - nach langem Hin und Her übrigens - bis 2012 verlängert. Der Zeitraum machte durchaus Sinn, steht doch nächstes Jahr die Europameisterschaft an. Doch es wäre besser gewesen, das Abschneiden in diesem großen Turnier abzuwarten und dann zu handeln. Viel zu schnelllebig ist das Fußballgeschäft, als dass man auf drei Jahre planen könnte.

Hat man das nicht gerade auf Schalke und bei Bayern München gesehen? Beide Trainer, Felix Magath und sein Münchner Kollege Louis van Gaal, wurden vor einem Jahr noch als Heilsbringer gefeiert. Jetzt sind sie gefeuert, mehr oder weniger. München verlängerte im Zuge des Hochgefühls van Gaals Vertrag unnötigerweise bis 2012 und muss nun eine Abfindung für die vorfristige Auflösung am Saisonende zahlen. Auch Schalke steht vor diesem Problem. Magaths Entlassung (Vertrag bis 2013) könnte Kosten im zweistelligen Millionenbereich verursachen.

WM-Kleidung
Jogi Löw, die Stilikone

Der Deutsche Fußball-Bund ist offensichtlich sehr von Löws Arbeit überzeugt - und er hat auch allen Grund dazu. Die Nationalmannschaft ist in bester Verfassung und steht angesichts der vielen jungen Talente vor einer glänzenden Zukunft. Verständlicherweise will Löw als einer der Väter des Erfolges auch die Früchte seiner Arbeit mit EM- oder WM-Titel ernten, doch der Verband hat von dieser vorschnellen Verlängerung nichts, außer ein Kostenrisiko.

Im Falle eines Erfolges bei der EM wäre immer noch Zeit gewesen, Löw weiter zu binden. Es scheint unvorstellbar, dass Löw dies mit der Aussicht auf die WM in Brasilien und vielleicht sogar den Titel ausgeschlagen hätte. Dies wäre der richtige Zeitpunkt für eine Vertragsverlängerung gewesen. Jetzt allerdings ist sie so unnütz wie ein fünftes Rad am Wagen.

kru/news.de

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